M wie Mann

Achtung: Klischees Incoming! Was ist eigentlich "typisch Mann"? Kann man Fußball hassen und trotzdem ein Mann sein?

Geschlechterklischees halten sich hartnäckig: Frauen können nicht einparken, Männer denken nur an Sex. Aber was ist eigentlich „typisch männlich“? Bier trinken, Fußball gucken und ein ausgeprägtes Interesse für Autos? Was ist dran an den hartnäckigsten Männer-Mythen?

Es werden regelmäßig Umfragen zu den Interessen durchgeführt und Sport hält sich seit 1995 auf Platz 1. Derzeit sind es etwa 43%, dicht gefolgt von Computernutzung (37%), Heimwerken (30%) und Politik (30%). Das zeigt aber auch, dass sich 57% eben nicht an erster Stelle für Sport und somit Fußball interessieren. Ich interessiere mich zum Beispiel so gar nicht für Fußball.

Wenn sie unter sich sind, reden Männer trotzdem am liebsten über Sport (63%), gefolgt von Autos (51%) und Technik (49%). Über Gefühle redet nur etwa ein Drittel der Männer. Hier bewahrheitet sich also ein Klischee: Männer reden seltener über Gefühle als Frauen. Der Mythos, dass Männer allgemein weniger reden als Frauen, konnte von einem Forscherteam aus Arizona allerdings in einer Langzeitstudie widerlegt werden. Warum Frauen das oftmals annehmen, konnte ebenfalls herausgefunden werden: Männer reden einfach lieber mit Männern, weil sich die gemeinsamen Interessen hier viel häufiger überschneiden und es somit mehr zu reden gibt.

Männer denken nur an Sex.

efes / Pixabay

„Hast du mir gerade in den Ausschnitt geguckt?“ – Oft wird uns Männer vorgeworfen, wir würden nur an das eine denken. Dann sagt man, wir würden mit dem Penis denken. Eines ist jedoch ganz klar: Männer denken nicht nur an Sex. Sie könnten sonst weder Autofahren, noch einkaufen, noch vernünftig sprechen.

Eine Psychologieprofessorin in Ohio fand jedoch heraus, dass Männer fast doppelt so oft an Sex denken, wie Frauen. In einer Studie stellte sie fest: Während Frauen etwa zehn mal pro Tag an Sex denken, tun Männer dies rund 19 mal.

Dies sei jedoch auf die Evolution zurückzuführen, da Männer stets ihrem Paarungstrieb folgten, um die Fortpflanzung zu sichern.

Wird ein Mann einem erotischen Reiz ausgesetzt, wird dadurch ein wahrer Hormon-Cocktail ausgeschüttet, sodass der Gedanke an Sex quasi chemisch in unserem Körper ausgelöst wird.

Allerdings bedeutet das keinesfalls, dass ein Mann bei jedem Gedanken an Sex eine Erektion bekommt und den nächsten Sexualpartner bespringt. Durchschnittlich hat ein Mann elf Erektionen am Tag, die jedoch nicht immer auch auf sexuelle Reize zurückzuführen sind.

Typisch Männlich.

Ganz ehrlich? Klischees sind Kinderkacke. Nichts als Vorurteile. Sie sorgen dafür, dass andere und wir uns in Schubladen stecken. Es ist egal, ob ein Mann Fußball guckt oder spielt oder sich gar nicht dafür interessiert. Es ist egal, ob er Bier trinkt oder Sekt oder gar keinen Alkohol. Es ändert nichts, ob er sich den Bart rasiert, die Brusthaare oder die Beine, noch ob er sich die Augenbrauen zupft oder nicht.

Ja, Männer und Frauen sind unterschiedlich. In ihrer Anatomie, ihren Interessen und Fähigkeiten. Vielleicht können Männer besser einparken, Frauen besser kochen oder andersherum. Aber ist es nicht absolut egal, was „typisch Mann“ ist?

Wieso muss es Internet Frageplattformen geben, die Fragen wie „Dürfen Männer sich die Beine rasieren?“ oder „Zupfen sich auch Männer die Augenbrauen?“ erst beantworten müssen?

Unsere Gesellschaft definiert leider immer noch Menschen viel zu sehr über ihr Geschlecht. Es wird oftmals immer noch nach „typisch Mann“ – „typisch Frau“ unterschieden, zum Beispiel bei Berufen. Wir sind doch längst weg von einer Gesellschaft, in der man nach Idealen lebt – zumindest habe ich das immer gehofft. Dennoch pumpen sich Männer in Fitnessstudios geradezu auf. Frauen gehören nicht mehr „nur hinter den Herd“. Dass es den Feminismus noch immer geben muss, ist wohl eher ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft. Es ist doch nicht wichtig, ob ein Mann stark, muskulös, beharrt oder sonst irgendwie „männlich“ erscheint. Es ist wichtig, wie er sich fühlt. Es ist egal, was andere denken und sagen: 

Wer sich als Mann fühlt, der ist ein Mann.


Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein.


Johann Wolfgang von Goethe

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2 Gedanken zu „M wie Mann

  1. Das hast du gut gesagt. Ich schließe mich dem an.
    Beim Lesen ist mir auch noch eine Frage eingefallen, wo ich fast dachte du würdest sie gleich mit beantworten. Warum teilen wir denn trotzdem in die Geschlechter ein? Ist das nur historisch bedingt (Tradition) oder haben wir auch etwas davon? Wäre als Psychologische Studie leicht noch interessant. Und wenn es nützlich ist, was sind Alternativen, die für die Gesellschaft nicht so schädlich sind?

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