Be the Change: Dein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung fängt bei Dir an! 15 Dinge, die du tun kannst, um nachhaltiger zu leben.

Mangelhafte Breitbandinternetverfügbarkeit, Gender Gap, Überfischung, CO2-Ausstoß, Elektroschrott und fossile Brennstoffe: So nachhaltig leben wir in Deutschland gar nicht. In erster Linie ist es zwar die Politik, die auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene Veränderungen angehen muss, doch auch jeder Einzelne ist in der Lage, über sein Verhalten nachzudenken. So kann jeder zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot!

In Deutschland muss bis 2030 noch einiges passieren, um all die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Das mag einiges an Arbeit erfordern und Geld kosten, letztendlich hilft es jedoch uns und unseren nachfolgenden Generationen sowie unserer Erde. Mit einer nachhaltigen Entwicklung können wir nicht nur langfristig soziale Gleichgerechtigkeit und somit mehr Lebensqualität erreichen. Wir können dem Klimawandel ein Schnippchen schlagen und somit gravierende Veränderungen auf unserem Planeten minimieren. Wie weit ist Deutschland in der Verwirklichung dieser Ziele und was kann jeder einzelne von uns dazu beitragen?

Deutschland und die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung

Bundeskanzlerin Merkel war bei der Verabschiedung der Agenda 2030 anwesend. Deutschland hat sich der Umsetzung dieser Agenda verpflichtet und war eines der ersten Länder, die eine Strategie zur Umsetzung der Entwicklungsziele vorgestellt hat. Eine Nachhaltigkeitsstrategie hat Deutschland seit 2002 und dient deshalb vielen Ländern als Vorbild. Die Neuauflage von 2016 orientiert sich stark an den 17 Zielen zur Nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen. Während das Bundeskanzleramt die Arbeit koordiniert, obliegt die Umsetzung den Fachministerien, den Ländern und den Kommunen. Deutschland erfüllt die Entwicklungsziele zur Zeit zu 81,7%.

Armut existiert auch in Deutschland. Im Jahr 2015 galt jede sechste Person mindestens als armutsgefährdet. Die Vereinten Nationen definieren Armut hier jedoch anders: Pro Tag lebt man von nicht mehr als 1,90$. Derart extreme Armut finden wir in Deutschland in der Regel nicht vor.

Auch hungern müssen in Deutschland die wenigsten. Dennoch sind Mangelernährungen keine Seltenheit. Indikator für dieses Entwicklungsziel ist jedoch auch das Übergewicht. In Deutschland ist davon jeder fünfte Erwachsene betroffen.

Frauen in Regierungspositionen, die Anzahl der Schuljahre von Mädchen im Vergleich zu Jungen, die Partizipation von Frauen am Arbeitsmarkt – auch in Deutschland sind Männer und Frauen noch nicht gleichberechtigt. Auch die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau sind noch immer nicht ausgeglichen.

Zwar hat in Deutschland jeder Zugang zu einwandfreiem Wasser, bereits bei den Sanitäranlagen sind es aber nur noch 99,2%. Besonders einschneidend ins Ergebnis ist hier der Verbrauch von 21,4% der Grundwasserreserven.

Die CO2-Emissionen durch die Kraftstoffverbrennung sind in Deutschland immens, gleichzeitig ist der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch sehr gering.

Deutschland produziert wahnsinnig viel Elektroschrott pro Person pro Jahr und auch Plastikabfälle, die vermeidbar wären, werden immer häufiger als Verpackungen verkauft. Immerhin sind Plastiktüten inzwischen überwiegend aus dem Handel verschwunden und 95,2% des Abwassers werden gereinigt und aufbereitet.

 

 

Der Individualverkehr und die fossilen Energieträger sorgen in Deutschland für extrem hohe CO2-Emissionen pro Einwohner. 9,1 Tonnen Kohlenstoffdioxid waren es 2015 – pro Kopf.

Deutschland hat Küstenanbindung an Nord- und Ostsee und so die ideale Möglichkeit zur Fischerei. Das führt jedoch nicht selten zur Überfischung. Derzeit 66% der Fischvorkommen als überfischt.

Die Waldfläche innerhalb von Deutschland verändert sich um 4,1% pro Jahr. Dadurch wird der Lebensraum von vielen Arten bedroht und zerstört.

Be the Change: Wie du dein Leben nachhaltiger gestalten kannst

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Die Vereinten Nationen haben einen Guide veröffentlicht, wie jeder Einzelne seinen Teil zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Im Lazy Person’s guide to saving the world gibt es vier Level:

  1. Sofa-Superstar (Dinge, die du vom Sofa aus tun kannst)
  2. Haushalt-Held (Dinge, die du zu Hause tun kannst)
  3. Netter Nachbar (Dinge, die du draußen tun kannst)
  4. Ausnahme-Arbeiter (Dinge, die du auf der Arbeit tun kannst)

1. Sofa-Superstar

Verwende Mehrfach-Steckdosenleisten mit einem Schalter. So kannst du deinen elektrischen Geräten den Saft abdrehen, wenn du sie gerade nicht verwendest. Denn auch im Standby-Modus verbrauchen elektrische Geräte Strom, zum Beispiel dein Computer.

Dazu gehört auch, das Licht auszuschalten, wenn du es nicht brauchst. Vermeide Halogen-Leuchtmittel, weil diese viel mehr Energie verbrauchen als LED-Lampen. Schalte das Licht aus, wenn du etwa einen Raum verlässt oder es nicht unbedingt brauchst.

Vermeide Papierrechnungen oder unnötiges Drucken, indem Du deine Rechnungen online empfängst und bezahlst. Das spart Papier und schont die Bäume. Deshalb solltest du selbst lieber Papier kaufen, das mit dem Siegel „Blauer Engel“ gekennzeichnet ist. Es besteht aus 100% Altpapier und versichert dir so, dass kein einziger Baum für dein Papier abgeholzt wurde.

Interessante Beiträge zum Thema Klimawandel, Frauenrechte und Nachhaltigkeit musst du nicht nur liken. Wenn du sie teilst, erreichen sie auch andere Menschen, die das vielleicht interessant finden oder sich damit noch nicht einmal beschäftigt haben.

Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook bieten eine Melde-Funktion an. Aus gutem Grund! Denn sie sind voll von Diskriminierung, Cybermobbing, Hass und Beleidigungen. Solltest du im Internet auf solche Inhalte aufmerksam werden, melde sie. Damit trägst du dazu bei, das Internet zu einem besseren Ort zu machen und hilfst eventuell einem Betroffenen.

2. Haushalt-Held

Ein Föhn verbraucht wahnsinnig viel Energie, um deine Haare trocken zu pusten. Indem du deine Haare lufttrocknen lässt, tust du nicht nur der Umwelt, sondern auch deinen Haaren etwas Gutes.

Wenn du eine Waschmaschine anmachst, achte darauf, dass sie wirklich voll ist. Neuere Maschinen besitzen bereits eine Energiespar-Funktion. Der Durchlauf dauert zwar etwas länger, dafür wird das Wasser nicht so stark erhitzt, was letztendlich tatsächlich sparsamer ist.

Wenn du 10 Minuten duschen gehst, verbrauchst du deutlich weniger Wasser als wenn du dir eine Badewanne volllaufen lässt. Gleichzeitig kannst du auf indirekte Art und Weise Wasser sparen. Iss zum Beispiel weniger Fleisch. Dieses ist voll vom sogenannten virtuellen Wasser, also Wasser, das für die Produktion verbraucht wurde. Bei Fleisch zum einen durch das Trinken des Tieres, zum anderen durch die Bewässerung der Futterpflanzen wie Soja.

Achte bereits beim Einkaufen darauf, nicht mehr zu kaufen als du verbrauchen kannst und friere Essen ein, wenn du es nicht verbrauchen kannst, ehe es schlecht wird. Das spart nicht nur Lebensmittel, sondern auch Geld.

Verwende in deiner Wohnung sparsame Leuchtmittel in Lampen, achte bei Elektrogeräten auf die Energieeffizienz und verwende für deine Heizungen Thermostate. Einige kosten gerade einmal 10 Euro und können deine Heizkosten um 30% pro Jahr mindern. Übrigens kannst du auch einen großen Beitrag leisten. Zwar ist Ökostrom noch immer etwas teurer als der Strom aus fossilen Quellen, du hilfst mit deiner Nachfrage jedoch, die Gestaltung der Energieversorgung nachhaltig zu verändern.

3. Netter Nachbar

Regionale Produkte zu kaufen, stärkt nicht nur die Region, sondern erhält auch Arbeitsplätze dort. Gleichzeitig verminderst du indirekt den CO2-Ausstoß, weil die Produkte nicht mehr durch die gesamte Republik gefahren werden müssen.

„50% gratis“, „Vorteilspack“ und „Sonderangebot“ sollen uns dazu verleiten, etwas zu kaufen, was wir gar nicht wirklich brauchen. Mit einer Einkaufsliste und einem Plan, was du wann essen möchtest, kannst du dem entgegenwirken und verhinderst so, dass Lebensmittel weggeschmissen werden.

Übrigens zeichnen viele Supermärkte Lebensmittel aus, die kurz vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen und reduzieren diese. Wenn Du vorhast, das Nahrungsmittel am selben Tag zuzubereiten, ist es keine Schande, wenn du reduzierte Ware kaufst und sie somit vor dem Wegwurf rettest.

Kurze Strecken müssen nicht mit dem Auto zurückgelegt werden. Gerade jetzt im Sommer tust du dir und der Umwelt einen Gefallen, wenn das Auto einmal stehen und die Klimaanlage somit aus bleibt. Gehe zu Fuß, fahre mit dem Rad oder nutze den öffentlichen Personennahverkehr.

Wenn du vor hast, weitere Strecken mit dem Auto zu Fahren, nutze Carpooling-Plattformen wie BlaBlaCar. So findest du andere Menschen, die dieselbe Strecke wie du fahren wollen, kannst Spritkosten sparen, neue Menschen kennenlernen und der Umwelt etwas Gutes tun.

Wenn Du shoppen gehst, verzichte auf Tüten in jedem Laden. Im Idealfalls hast du eine eigene Tasche mitgebracht, in die du deine Sachen packen kannst.

Für Einkäufe gilt dasselbe: Nimm eine Tragetasche oder eine Klappbox von zu Hause mit, um deine Einkäufe nach Hause zu transportieren, anstatt jedes Mal eine neue Tüte zu kaufen.

4. Ausnahme-Arbeiter

Hast du Obst, Gemüse oder ein Brot mit, dass du nicht mehr essen willst? Schmeiß es nicht weg, sondern frag deine Kollegen, ob sie es haben möchten. So rettest du Lebensmittel vor dem Müll und machst vielleicht noch einen Kollegen glücklich.

Setze dich aktiv gegen jede Art der Diskriminierung an deinem Arbeitsplatz ein, stehe Betroffenen zur Seite und bringe Probleme beim Chef zur Ansprache. Jeder Mensch ist gleich viel wert, ungeachtet von seiner Herkunft, seines Geschlechts, seiner Religion oder seiner sexuellen Orientierung!

Das fängt auf eurer Arbeit an: Setze dich für eine effiziente Mülltrennung ein, damit der Abfall gegebenenfalls recycled werden kann. Ihr könnt aber auch als Team Events veranstalten und euch außerhalb der Arbeit für Nachhaltigkeit einsetzen.

Was tust du für eine nachhaltige Entwicklung?

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Mit diesen 15 Tipps kannst du aktiv einen Teil zur nachhaltigeren Entwicklung beitragen. Was tust du für eine nachhaltige Entwicklung? Ich verwende beispielsweise abschaltbare Steckdosen, um Geräte komplett auszuschalten und Heizungsthermostate, die je nach Uhrzeit die Temperatur im Winter herunterregeln und halten, dadurch aber 30% der Heizkosten einsparen. Zudem lasse ich mir Rechnungen und Kontoauszüge ausschließlich online zustellen und verwende für das Ausdrucken für die Uni ausschließlich Recyclingpapier.

Beim Neukauf meiner elektronischen Geräte habe ich großen Wert auf Energieeffizienz gelegt, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Gleichzeitig verwende ich Ökostrom aus 100% Wasserkraft. Ich wohne nicht weit von einem Supermarkt entfernt und gehe lieber häufiger einkaufen, als zu sehr auf Vorrat zu kaufen und am Ende zu viel wegzuschmeißen. Dabei nehme ich beim Einkaufen stets Permanenttragetaschen von zu Hause mit. „Einkaufen gehen“ ist bei mir übrigens wörtlich zu verstehen, denn die 140 Meter zum Supermarkt gehe ich tatsächlich zu Fuß. Ansonsten bewege ich mich mit dem Fahrrad oder dem Bus fort. Ein eigenes Auto besitze ich nicht. Weitere Strecken fahre ich mit der Bahn oder Mitfahrgelegenheiten.

Was tut ihr für eine nachhaltigere Entwicklung?

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Die Vereinten Nationen verabschiedeten 2015 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltigere Entwicklung. Aber was macht nachhaltige Entwicklung überhaupt aus? Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Frisch auf dem Müll

82 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutscher im Jahr in den Müll. Doch vieles davon könnte man eigentlich noch essen.

Quellen: Vereinte Nationen (un.org), Bertelsmann Stiftung (2016): SDG Index & Dashboards

1 Gedanke zu „Be the Change: Dein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

  1. Wow, du bist ja voll auf der Nachhaltigkeitswelle. Finde ich super. 😃

    Ich beziehe schon seit Jahren 100% Ökostrom und habe für Einkäufe immer einen Jutebeutel dabei. Einer der drei Beutel geht jetzt nach ca. 6 Jahren langsam kaputt.

    Ein Auto habe ich auch nicht, ich nutze viel öffentliche Verkehrsmittel und mein Fahrrad.

    Auf Fleisch und tierische Produkte ganz zu verzichten würde mir sehr schwer fallen, aber ich versuche sie zu reduzieren.

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