Wie gesund ist eigentlich Kaffee?

Kaffee gilt für viele als Lebenselixier. Aber wie gesund ist Kaffee eigentlich?

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»Im Grunde gibt es nur zwei Tageszeiten:
vor dem ersten Kaffee und nach dem ersten Kaffee.«

Nico Rose

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Renommierter Experte für Positive Psychologie

Kaffee gilt für viele Menschen als Lebenselixier und so geht der erste Gang vieler Menschen morgens zunächst zur Kaffeemaschine. Doch während die Menschen meist nur aus dem Bett zur Kaffeemaschine gehen müssen, hat der Kaffee, der als ganze Bohne oder als Kaffeepulver vorliegt eine weite Reise hinter sich. 

Woher kommt der Kaffee?

Kaffee wächst rund um den Äquator, im oftmals so bezeichneten Kaffeegürtel. Dort ist das Klima ideal für die Kaffeepflanze, die ein ausgeglichenes Klima mit Temperaturen zwischen 18°C und 25°C bevorzugt.

Die Pflanze reagiert allergisch auf Trockenheit, perfekt sind Jahresniederschläge zwischen 1.500 und 2.000mm. 

 

Kaffee gehört zur Gattung Coffea. Zwar gibt es eine Vielzahl verschiedener Arten, die meisten Kaffeesorten basieren jedoch auf den zwei am häufigsten vorkommenden Arten: Robusta und Arabica. Daneben gibt es noch eher exklusive Sorten wie Excelsea, Liberica und Maragogype. Arabica nimmt etwa zwei Drittel der Kaffeeproduktion ein.

© reynaldoac | pixabay.com

Kaffee vermehrt sich durch Samen – also die Kaffeebohnen. Auf den Plantagen werden die Pflanzen meist strauchartig beschnitten, sodass sie eine Größe von 1,5 bis 3 Metern nicht übersteigen. Es dauert etwa drei bis fünf Jahre, ehe man die volle Ernte aus der Kaffeepflanze schöpfen kann. Die Kaffeepflanze trägt dann für 15 bis 20 Jahre Früchte.

Die Früchte der Kaffeepflanze nennt man Kaffeekirschen. Es handelt sich hierbei um Steinfrüchte, die zwei Kerne enthalten: Kaffeebohnen. Die reifen Kaffeekirschen sind rot. Da die äußere Schale sehr bitter ist, ist sie ungenießbar. Das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche kann jedoch gegessen werden und schmeckt sehr süß.

Eine Kaffeekirsche enthält in der Regel zwei Kaffeebohnen, die je nach Sorte einen Koffeingehalt von 0,8 bis 2,5% aufweisen können.

Aufgrund ihrer natürlichen Reifung und der Verarbeitung entwickelt jede Kaffeesorte ein ganz eigenes Aroma.

Kaffee-Sorten und ihre Eigenheiten

Der Arabica-Kaffee bevorzugt ein mildes, kühleres Klima. Das führt dazu, dass die Früchte langsamer reifen. So entwickeln sie ein vielseitiges Aroma. Die Arabica-Bohnen sind meist etwas größer als Robusta-Bohnen und weisen eine geschwungene Narbe auf.

Der Robusta-Kaffee ist weitaus robuster als der Arabica-Kaffee und verdankt dieser Eigenschaft ihren Namen. Er hält Temperaturschwankungen besser stand und reift aufgrund der höheren Temperaturen des Flachlands schneller. Dementsprechend sind die Bohnen kleiner als die Arabica-Bohnen. Robusta-Kaffee weist ein erdiges, säurearmes Aroma auf

Der Kaffee Liberica hat ein schwächeres Aroma als die Arabica- und die Robusta-Bohnen. Seine Bohnen sind deutlich härter. Das sind die Gründe dafür, dass Liberica-Kaffee seltener verwendet wird. Die Bohnen enthalten weniger Zucker, dafür aber deutlich mehr Koffein.

Beim Maragogype-Kaffee handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Liberica- und Arabica-Kaffee. Ihn zeichnet ein mildes, säurearmes Aroma aus. Die Mischsorte eignet sich besonder gut für die Herstellung von Filterkaffee.

Excelsea-Kaffee gehört zu den Raritäten. Da sie mit ihrem starken, erdigen Aroma sehr gewöhnungsbedürftig sind, nehmen sie nur etwa einen Prozent des Weltmarktes ein. Sie ist eine Gattung der Liberica und ihre Pflanzen können bis zu 20 Meter groß werden.

Von der Kaffeekirsche in die Kaffeetasse

Die bittere Schale und das süße Fruchtfleisch werden von der Kirsche entfernt. Anschließend schält man das dünne Häutchen von den Bohnen, um so den Rohkaffee zu erhalten. Dies kann auf zwei Wegen geschehen.

nasse Aufbereitung

Unmittelbar nach der Ernte werden die Kaffeekirschen gewaschen. Anschließend werden sie maschinell von der Schale und dem Fruchtfleisch befreit. Das dünne Häutchen an der Bohne bleibt zunächst erhalten.

Durch Schwemmkanäle gelangen die Bohnen zur Fermentation – ähnlich wie beim Kakao. Nach 12 bis 36 Stunden Gärung werden die Bohnen abermals gewaschen und dann getrocknet. Die Nassaufbereitung erzielt eine höhere Qualität des Kaffees, verbraucht jedoch zwischen 130 und 150 Liter Wasser pro Kilogramm Kaffee.

trockene Aufbereitung

Bei der Trockenaufbereitung werden die Kaffeekirschen nach der Ernte zur Trocknung ausgelegt. Nach drei bis fünf Wochen ist die Frucht getrocknet und kann maschinell geschält werden.

Auf die zusätzliche Fermentation kann man deshalb verzichten. Robusta-Kaffee wird in den meisten Anbauländern der Welt trocken aufbereitet – mit Ausnahme von Papua-Neuguinea. Trocken aufbereiteten Arabica-Kaffee erhält man nur aus Brasilien oder Äthiopien.

Durch die Aufbereitung hat sich der Feuchtigkeitsgehalt in den Bohnen von etwa 60% auf 12% gesenkt. Die Bohnen werden dann in Säcke verladen – meist aus Jute oder Sisal – und verschifft. Aufgrund der geringen Feuchtigkeit der Bohnen ist der Rohkaffee bis zu zwei Jahren haltbar.

Die Röstung

Die Röstung ist der finale Schritt vor dem Kaffeegenuss. Zudem entscheidet sie maßgeblich über das Aroma des Kaffees. Während helle Röstungen  einen säuerlichen aber weniger bitteren Geschmack aufweisen, schmecken dunkle Röstungen süßlich aber bitter. Diese Faktoren werden durch die Röstdauer und die Rösttemperatur bestimmt. Die meisten großen Kaffeeröstereien rösten ihren Kaffee nur etwa zwei Minuten bei 500°C. Das ist zwar wirtschaftlich durchaus effizient, schafft aber viele Bitterstoffe und somit ein bitterliches Aroma.

Währenddessen rösten kleinere Röstereien ihre Kaffeebohnen meist nur bei 200°C für etwa 15-18 Minuten. Dadurch erschaffen sie in einem aufwendigeren Röstverfahren einen deutlich milderen Kaffee.

Anschließend kann der Kaffee gemahlen oder direkt verkauft und zubereitet werden!

 

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Wie gesund ist Kaffee?

Um die gesundheitlichen Wirkungen von Kaffee ranken sich viele Mythen und Legenden. Im Schnitt trinkt jeder Deutsche rund 160 Liter Kaffee im Jahr. Aber ist das überhaupt gesund?

Die Inhaltsstoffe von Kaffee können tatsächlich zu erhöhtem Blutdruck führen. Bei einem gesunden Menschen führt der regelmäßige Konsum jedoch zu einem Gewöhnungseffekt, sodass der Blutdruck nach einigen Wochen nur noch kaum oder gar nicht ansteigen sollte. Die meisten Studien konnten deshalb keinen negativen Einfluss von Kaffee auf den Herz-Kreislauf nachweisen.

Franz Kafka sagte einst dazu: „Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“ Fakt ist, dass koffeinhaltige Getränke jedoch einen Einfluss auf den Wasserhaushalt des Körpers haben – einen verschwindend geringen. Bei einer Studie tranken Teilnehmer Wasser, eine andere Gruppe die gleiche Menge Kaffee. Die Gruppe mit dem Wasser schied bis zu 81% der Flüssigkeit wieder aus, die Kaffeetrinker schieden 84% der Flüssigkeit aus. Bei einem so geringen Unterschied sprechen die Experten nicht vom dehydrieren.

Nach langen Diskussionen sind Experten sich einig geworden, dass Kaffee zu unrecht einen so schlechten Ruf genießt – zumindest was das Krebsrisiko anbelangt. Bei normalem Konsum kann Kaffee sogar Schutz vor beispielsweise Prostata-Krebs liefern. Zudem verhindert Kaffee Veränderungen des Lebergewebes und schützt so vor Leberkrebs. Auch das Nieren-, Darm- und bei Frauen sogar Brust- und Gebährmutterhalskrebsrisiko soll Kaffee bei normalen Konsum mindern können.

Das ist durchaus möglich. Der Körper kann nur eine bestimmte Menge an Koffein vertragen. Ein Überschuss schwächt unseren Körper, verursacht zittrige Hände, Nervosität und senkt die kognitive Leistungsfähigkeit. Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen können die Folge sein.

Aufgrund der kurzzeitigen Leistungssteigerung bei der Aufnahme von Koffein ist auch eine Kaffee Tasse direkt vor dem Schlafengehen eher unratsam.

Der menschliche Körper kann pro Tag etwa 400 Milligramm Koffein vertragen. Die European Food Safety Authority (EFSA) stellte 2017 fest, dass auch Einzeldosen von 200 Milligramm kein Problem für den menschlichen Körper sind. Eine durchschnittliche Tasse Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm Koffein. Demnach sind vier bis fünf Tassen Kaffee pro Tag gesundheitlich völlig unbedenklich.

In einer Studie fanden Forscher heraus, dass Kaffee die Wirkung von Aspirin und Paracetamol beschleunigen kann. Mehr als 90% der Studienteilnehmer beschrieben diesen Effekt bei mittleren oder leichten Kopfschmerzen.

Kaffee enthält Koffein. Dies macht uns wach und tatsächlich auch leistungsfähiger. Der Effekt hält jedoch nur begrenzte Zeit und das Sinken des Koffeinspiegels macht uns noch müder und unkonzentrierter als vor dem Kaffee.

Während der Schwangerschaft sind Alkohol und Nikotin Gift für das Baby. Die European Food Safety Authority (ESFA) fand jedoch heraus, dass bis zu 200 Milligramm Koffein über den Tag verteilt keine Einflüsse auf das Baby haben. Bleibt es in der Schwangerschaft also beispielsweise bei der einen Tasse zum Wachwerden, ist dies nicht schädlich für das Ungeborene.

Ja. Das Koffein im Kaffee wirkt aufputschend für unseren Körper, verursacht einen kurzzeitigen Leistungsschub und wirkt sich so auf den Hormohaushalt des Körpers aus. So können Stress- und Glückshormone freigesetzt werden, die den Körper in eine Art Rauschzustand versetzen.

Durch das Absinken des Koffeinspiegels fallen wir von dieser Plattform ab, werden müde, unkonzentriert und fallen in ein Leistungstief, aus dem wir uns mit Koffein zu retten versuchen. So kann durchaus ein Suchtverhalten entstehen.

Wenn ich aus diesen Ergebnissen ein Fazit ziehen müsste, würde ich sagen, dass Kaffee nicht so ungesund ist, wie es oftmals heißt. Dennoch kann das Koffein in Kaffee süchtig machen und Kaffee kann die Zähne verfärben. Deshalb sollte man Kaffee unbedingt in Maßen genießen – auch wenn ich als Nicht-Kaffeetrinker da nur schwierig mitreden kann.

Quellen: tk.de, krebsinformationsdienst.de, faz.net, coffeecircle.com, coffeeshop-magazin.de, roastmarket.de 

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