Klimawandel in Deutschland

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Deutschland aus?

Der Klimawandel hat weltweit schwerwiegende Konsequenzen: Der steigende Meeresspiegel, extreme Hitzen, Starkregen und Überschwemmungen werden in Zukunft zu Problemen führen. Doch wie macht sich der Klimawandel unmittelbar vor unserer Haustür bemerkbar? Wie und warum setzt sich Deutschland für den Klimaschutz ein und wie sehen die aktuellen Klimaschutzziele aus?

janjf93 / Pixabay

»Ein Weiter-So gibt es nicht. Der Klimaschutz ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts.« 

Angela Merkel

-

Bundeskanzlerin

Klimawandel vor der Haustür

Seit Beginn der Industrialisierung emittieren wir eine Menge Kohlenstoffdioxid und Methan. Diese Gase sind extrem klimawirksam, das heißt, dass sie den Treibhauseffekt der Erde verstärken. Dadurch verändert sich das Klima in unserer Atmosphäre langfristig. Dies ist auch in Deutschland bereits spürbar. 2012 hatte Deutschland einen Anteil von 1,75% an den globalen Treibhausgasemissionen. Verantwortlich dafür sind insbesondere menschliche Aktivitäten wie das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Noch heute ist der Anteil regenerativer Energieträger in Deutschland mit nur einem Drittel am Strommix eher gering.

Grafik: Strommix in Deutschland, Quelle: B. Burger, Fraunhofer ISE.

Aktueller Spitzenreiter ist Schweden, welches rund zwei Drittel seines Stroms aus Erneuerbaren Energien gewinnt. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 komplett auf regenerative Energien umzusteigen – ein Ziel von dem Deutschland noch weit entfernt ist.

Der Klimawandel ist spürbar. Bereits 2015 lag die durchschnittliche Temperatur im Schnitt 1°C höher als zur vorindustriellen Zeit. Bis 2100 könnte die Erderwärmung auf 4°C ansteigen.

In Deutschland macht sich der Klimawandel insbesondere durch die Zunahme von Extremwetterereignissen bemerkbar. Die Zahl dieser Ereignisse in Deutschland hat sich seit den 1970er Jahren mehr als verdreifacht: Das Donauhochwasser von 2002, die Hitzewelle im Jahr 2003, das Elbehochwasser 2014. Deutschland war zwischen 1994 und 2014 eines der 20 am häufigsten von extremen Wetterereignissen betroffenen Länder.

Wie entwickeln sich die Emissionen in Deutschland?

Im Jahr 1990 betrug der deutsche Treibhausgasausstoß rund 1,25 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten. Ein Ausstoß von 902 Millionen Tonnen im Jahr 2015 bedeutet eine Reduktion von 27,9%. Während die Energiewirtschaft mit 38,5% weiterhin den größten Anteil der Gesamtemissionen ausmacht, verursacht der Industriesektor „nur“ ein Fünftel der Emissionen. Die Emissionen aus privaten Haushalten konnten zwischen 1990 und 2015 um 35% reduziert werden. Durch Verwertung und Recycling konnten in der Abfallwirtschaft seit 1990 rund 70% der Emissionen eingespart werden. Damit nimmt Deutschland eine Vorreiterrolle in der Umsetzung einer klima- und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ein.

Bis 2020 hat Deutschland sich vorgenommen, die Emissionen um insgesamt 40% gegenüber 1990 zu senken. Dafür wurde 2014 das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 verabschiedet. Obwohl mittlerweile fast 70% der festgelegten Maßnahmen umgesetzt wurden, geht die Bundesregierung inzwischen nur noch von einer Minderum von 38% bis 2020 aus. Bis zur Mitte des Jahrhunderts will die Bundesregierung weitgehend treibhausgasneutral sein. Die Abbildung zeigt, dass die Aufteilung der Teibhausgasemissionen pro Kopf nach Bundesländern variiert. Dafür sind in erster Linie die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen der Länder verantwortlich. So versorgt etwa das Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Lausitz die gesamte Bundesrepublik mit Strom, verursacht aber auch einen immensen Treibhausgasausstoß pro Kopf für Brandenburg.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017): Klimaschutz in Zahlen. S.27. (nach: Statistische Ämter der Länder, 2016)

Emissionsentwicklung der Treibhausgase in Deutschland. Nach: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Umweltbundesamt

Klimaschutz in Deutschland

Pariser Klimaschutzabkommen

Mit dem Klimaschutzabkommen von Paris hat sich auch Deutschland der darin enthaltenen Klimaschutzziele verpflichtet. Deutschland möchte konkret die Treibhausgasemissionen von 1990 um 80 bis 95% bis 2050 senken.

Klimaschutz ist auch in Deutschland wichtig, da der Klimawandel auch uns beeinflusst. Die Hitzewelle im Jahr 2003 etwa hat volkswirtschaftliche Verluste in Höhe von über 13 Milliarden Euro verursacht. Zusätzlich wurden in diesem Jahr rund 7.000 Todesfälle verzeichnet, die in direkte Verbindung mit der Hitze gebracht werden konnten.

Forscher schätzen, dass Deutschland seit Beginn der Industrialisierung etwa fünf Prozent zur globalen Erderwärmung beigetragen hat. Die deutsche Bevölkerung macht dabei gerade einmal einen Prozent der Weltbevölkerung aus.

Der Klimaschutz in Deutschland hat zudem positive Effekte auf Wirtschaft und Gesellschaft: Das Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung schafft in den nächsten Jahren bis zu 400.000 zusätzliche Jobs. Schon heute bieten Regenerative Energien in Deutschland mehr als 330.000 Arbeitsplätze.

Auch in Deutschland werden Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels immer wichtiger. Derartige Anpassungsmaßnahmen nennt man auch Adaptionsmaßnahmen. Gemeint sind damit zum Beispiel:

  • Der Bau von Dämmen gegen die steigenden Meeresspiegel
  • Das Umstellen der Landwirtschaft und die Anpassung der Nutzpflanzen an das Klima
  • Abschluss von Versicherungen gegen Schäden durch die Folgen des Klimawandels
Dem gegenüber stehen sogenannte Mitigationsmaßnahmen, also Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels.
  • Geo-Engineering
  • Die Speicherung von Kohlenstoffdioxid
  • Die Filterung von Abgasen
  • Die Bewaldung und Aufforstung
  • Die Sanierung und der Ausbau von Haushalten mit höherer Energieeffizienz, um den Primärenergieverbrauch zu senken

Je später wir tätig werden, desto teurer wird Klimaschutz

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»Die Kosten durch verheerende Folgen des Klimawandels werden immer schwieriger zu tragen sein, je weiter der Klimawandel voranschreitet.« 

Angela Merkel

-

Bundeskanzlerin

Fakt ist: Nichts zu tun, wird langfristig deutlich teurer als Mitigation und Adaption zu betreiben. Forscher sind sich zudem einig, dass es nicht ausreichend ist, sich in puncto Klimaschutz für Mitigation oder Adaption zu entscheiden. Während Mitigation, also im Groben gesagt die Reduktion von Treibhausgasemissionen, erforderlich ist, um den Klimawandel langfristig zu bremsen und aufzuhalten, schützt Adaption vor bereits auftretenden Folgen. Aufgrund der Unmittelbarkeit des Klimawandels wäre es nicht ausreichend, Mitigation zu betreiben, da die Folgen des Klimawandels sich erst im Laufe der Zeit bemerkbar machen. Nur Adaption zu betreiben, würde zwar kurzfristig vor den Folgen des Klimawandels schützen, diesen jedoch nicht abschwächen, sodass in einigen Jahren neue Adaptionsmaßnahmen erforderlich wären. Mein Geographieprofessor sagte immer:

 »Adaption kauft uns die Zeit, um Mitigation zu betreiben.« 

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