Daydreamer-Kev beim Deutschen Lesepreis 2018

Der Deutsche Lesepreis 2018 - preisgekrönte Leseförderung.

Am 21. November 2018 erhielten im Berliner Humboldt Carré 16 Projekte zur Leseförderung den Deutschen Lesepreis. Er wird verliehen an Schulen, KiTas, Institutionen und Einzelpersonen, die sich durch ein besonderes Engagement in der Leseförderung auszeichnen. Denn obwohl Lesen eine Schlüsselqualifikation zur Teilhabe in unserer Gesellschaft ist, hat jeder fünfte Deutsche massive Probleme mit dem Lesen. Um das Engagement zu würdigen, das in KiTas, Schulen und auf kommunaler Ebene erbracht wird, verleihen die Commerzbank Stiftung und die Stiftung Lesen seit 2013 den Deutschen Lesepreis.

Herausragendes individuelles Engagement

© Stiftung Lesen, 2018, Lutz Roschker, Vorstand der PwC-Stiftung (links) und Christian Meyn-Schwarze (rechts)

In der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“ wurden Einzelpersonen nominiert, die – wie Moderator Steffel Hallaschka sagte – „Bock auf Lesen machen“! 

Erstplatzierter in dieser Kategorie ist Christian Meyn-Schwarze, der mit seinem Projekt „Papa-Zeit“ nominiert wurde. Da auch immer mehr Väter in Elternzeit gehen, schuf Meyn-Schwarze mit seiner Papa-Zeit ein Angebot für Väter mit ihren Kindern im Alter von null bis drei Jahren. Bei der Papa-Zeit kommen Väter mit ihren Kindern zusammen, um miteinander zu spielen.

Herausragendes kommunales Engagement

„Wer etwas lesen möchte, braucht einen zweiter, der es zuvor aufgeschrieben hat“, sagt der Bremer Tatort-Kommissar Oliver Mommsen. Er ist der Botschafter für die Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“, in der der IMPULS Deutschland Stiftung e. V. mit dem Projekt „Mit HIPPY fit für die Schule“ als Sieger gekührt wurde.

HIPPY ist die Abkürzung für Home Interaction for Parents and Preschool Youngsters und ist ein Programm für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren, um diese spielerisch auf das Lernen in der Schule vorzubereiten.

© Stiftung Lesen, 2018, Frederik Palm (Vorsitzender buch.netz), Katharina van der Feen, Maximilian Schrecker (beide Impuls Deutschland Stiftung e.V.)

Herausragende Sprach- und Leseförderung an KiTas

© Stiftung Lesen, 2018, Dr. Monika Baumann (Katholische Tageseinrichtung für Kinder Mariae Heimsuchung), Stefan Spieker (Geschäftsführer FRÖBEL e.V.)Konni Schaefer (Katholische Tageseinrichtung für Kinder Mariae Heimsuchung)

Erstmals in diesem Jahr wurde ein Preis an KiTas verliehen, denn hier sammeln die meisten Kinder ihre ersten Leseerfahrungen.

Für das besondere Engagement in der Sprach- und Leseförderung erhielt dieses Jahr die Katholische Tageseinrichtung für Kinder Mariae Heimsuchung den ersten Preis.

Mit mehr als 2.000 Kinderbüchern hat die KiTa eine ganze Sammlung zusammengestellt. Mit verschiedenen Projekten in der KiTa under Bibliothek, werden bereits die Kleinsten an das Lesen herangeführt.

Dafür bietet die KiTa Projekte wie „Lesestart für Knirpse“ und „Projekt Bib-Fit“ an. Bemerkenswert fand ich insbesondere, dass die Kinderbücher über Spenden und Einsparungen in anderen Bereichen der KiTa angeschafft wurden.

 

Herausragende Leseförderung an Schulen

Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit. In der sechsten Klasse haben wir jeden Tag im Winterhalbjahr 15 Minuten Lesezeit in der vierten Stunde gehabt.

Auch am Friedrich-Dessauer-Gymnasium finden viele derartige Lese-Aktionen statt. Für die regelmäßige Teilnahme an Vorlesewettbewerben, Lesenächte für die 5. und 6. Klasse und viele weitere Projekte zur Leseförderung wurde die Schule in diesem Jahr mit dem Lesepreis ausgezeichnet.

Übrigens: Die Schule war bereits 2017 für den Lesepreis nominiert – da hat es jedoch nicht geklappt. Der Vorteil beim Lesepreis ist jedoch, dass man mehrfach nominiert werden und somit im nächsten Jahr wieder teilnehmen kann.

© Stiftung Lesen, 2018, Michael Lummel (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg), Ulrich Betzold (Geschäftsführer Arnulf Betzold GmbH), Rainer Schramm (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg)

Leseförderung mit digitalen Medien

© Stiftung Lesen, 2018, Philipp Jacke (Media Carrier GmbH), Diana Pretz, Jens Heinroth (beide: Grundschule St. Johannes Erpel)

Die Digitalisierung verändert unsere Leseerfahrung. Immer häufiger wird nicht mehr im Buch, sondern auf einem digitalen Gerät gelesen. YouTuberin Saliha Özcan weiß genau: „Digitale Medien sind längst Bestandteil des Lebens von Kindern und Jugendlichen geworden.“

Die Grundschule St. Johannes Erpel erhält den ersten Preis für ihr Projekt „Unsere multimediale Lesenacht oder „Die Rettung des Wals um Mitternacht“„. Den Kindern wird der Anfang einer Geschichte vorgelesen. Ab einem bestimmten Punkt müssen die Schülerinnen und Schüler die Geschichte mit Hilfe von digitalen Medien fortsetzen. Erst nach Mitternacht, nachdem die verschiedenen Fortsetzungen vorgestellt wurden, wird das tatsächliche Ende der Geschichte vorgelesen.

 

Sonderpreis für prominentes Engagement

Promis sind Personen des öffentlichen Lebens und nehmen deshalb oft eine Vorbildfunktion ein. Schauspieler, Moderatoren, Autoren und viele mehr nehmen deshalb aktiv an der Leseförderung teil – zum Beispiel als Botschafter für die Stiftung Lesen.

Deshalb wurde in diesem Jahr auch zum ersten Mal ein Sonderpreis für prominentes Engagement vergeben. Diesen erhielt der Comedian Bülent Ceylan, der mit seiner Stiftung „Bülent Ceylan für Kinder“ Institutionen unterstützt, die sich für die Förderung und Bildung von Kindern stark machen. Mit Schülerlesungen und Unterstützung des bundesweiten Vorlesetags ermutigt er junge Familien, ihren Kindern regelmäßig vorzulesen und erhält damit den Sonderpreis für prominentes Engagement.

© Stiftung Lesen, 2018, Bülent Ceylan und Frank Haberzettel (Commerzbank Stiftung)

Die Zweit- und Drittplatzierten und somit alle Preisträger des diesjährigen Lesepreises findest du hier. Den diesjährigen Lesepreis fand ich wieder besonders inspirierend, da Projekte vorgestellt wurden, die auf irgendeine Art und Weise doch recht einfach und banal erscheinen, auf die ich aber niemals von allein gekommen wäre. So hat mich auch diese Veranstaltung wieder zum Nachdenken angeregt, denn als angehender Deutschlehrer wird es bald mein Tagesgeschäft sein, den Schülerinnen und Schülern das Lesen nahezulegen.

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