Wenn Kinder und Jugendliche ihre Stimme erheben

Weltkindertag: Wenn Kinder und Jugendliche ihre Stimme erheben...

Heute – am 20. November – ist internationaler Weltkindertag oder Tag der Rechte des Kindes. Der Aktionstag feiert das Jubiläum der UN-Kinderrechtskonventionen. Er wurde vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen – UNICEF – ins Leben gerufen und soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, gehört zu werden. In Brüssel wird Kindern und Jugendlichen beispielsweise ermöglicht, im Europäischen Parlament zu sprechen oder Rollen zu übernehmen, die üblicherweise Erwachsene innehaben. So nutzen Kinder und Jugendliche an diesem Tag auf ungewöhnliche Art und Weise die Möglichkeit, Kinder zu retten, für ihre Rechte zu kämpfen und ihnen zu helfen, ihr Potential zu entfalten.

Die UN-Kinderrechtskonvention

Im Zentrum der Arbeit des Kinderhilfswerks UNICEF steht die UN-Kinderrechtskonvention – das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Sie ist das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrument für Kinder. Das Übereinkommen wurde am 20. November 1989 verabschiedet und von allen Mitgliedsstaaten – außer den USA – ratifiziert.

Auf Grundlage dieser Konvention unterstützt UNICEF Programme und Projekte in rund 150 Ländern, damit Kinder ihr Recht auf Überleben, Lernen, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, eine saubere Umwelt und Chancengleichheit verwirklichen können.

Auch Kinderrechte sind Menschenrechte. Sie gelten deshalb verbindlich in allen Staaten, die dieses Übereinkommen ratifiziert haben. Due Kinderrechtskonvention enthält 54 Artikel, die jedoch größtenteils einen Auslegungsspielraum für jedes Land bieten. Diese beinhalten zehn unverhandelbare Grundrechte:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht
  2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit
  3. Das Recht auf Gesundheit
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
  6. Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln
  7. Das Recht, eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe bei Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Ausnutzung und Verfolgung
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung

Wann ist ein Kind ein Kind?

Neugeborenes, Baby, Kleinkind, Kind, Teenager, Jugendlicher – wie alt ist ein Kind und wann ist ein Kind kein Kind mehr? Wissenschaftler, Pädagogen, Juristen und Politiker haben dabei durchaus unterschiedliche Ansichten, wann ein Kind ein Kind ist.

In der Biologie spricht man beispielsweise von einem Kind bei einem Menschen, der sich im Lebensabschnitt der Kindheit befindet – also von der Geburt bis zum Eintritt der Geschlechtsreife.

In der Statistik sind Kinder all jene Personen, die selbst noch keine Kinder haben und mit mindestens einem Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt leben – unabhängig vom Alter.

In der UN-Kinderrechtskonvention wird der Begriff „Kind“ deshalb im ersten Artikel definiert. Der Kinderbegriff wird hier im weiten Sinne verstanden und schließt alle Menschen bis zum Erreichen der Volljährigkeit ein. Demnach kann die Definition nach den Rechtsgrundlagen der jeweiligen Länder individuell ausgelegt werden.

 

Kinderrechte sind Menschenrechte!

Die Kinderrechtskonvention gilt mittlerweile in jedem Land der Welt – außer in den USA und Somalia. Sie basieren auf Grundrechten wie dem Diskriminierungsverbot, dem Vorrang des Kindesinteresses, dem Recht auf Entwicklung und dem Recht auf Meinungsäußerung. Auch Kinderrechte sind also Menschenrechte. Deshalb werden sie genau wie diese auch immer wieder mit Füßen getreten: Kindesmisshandlung, Kinderarbeit oder mangelnder Zugang zu Bildung und Ausbildung. Einem UNICEF-Report zufolge ist jeder zweite Flüchtling ein Kind. Jedes neunte Kind wächst in einer Umgebung auf, in der Gewalt oder bewaffnete Konflikte an der Tagesordnung sind.

1 %
der Flüchtlinge sind Kinder.
1 %
der Kinder wachsen in Umgebungen auf, in denen Gewalt und bewaffnete Konflikte an der Tagesordnung liegen.

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