Woher kommen deine Geschenke?

Am Ende landen alle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, aber viele von ihnen sind dann bereits einmal um die Welt gereist...

Weihnachten wird sehr oft in erster Linie mit Geschenken assoziiert. Dass es an Weihnachten jedoch eigentlich viel mehr geht, muss ich dir hier sicher nicht erzählen. Von der Tradition, zu Weihnachten etwas zu schenken, wird bereits in der Bibel berichtet. Hier bringen die drei Heiligen Könige Weihrauch, Myrrhe und Gold zur Geburt Jesu mit. Bis heute hat sich dieser Brauch nicht nur gehalten, sondern auch an Bedeutung gewonnen. Weihnachten wird immer mehr kommerzialisiert. Nichtsdestotrotz verschenkt man mit jedem Geschenk – egal welchen materiellen Wert es hat – immer auch ein wenig Freude. Meiner Meinung nach ist Weihnachten deshalb nicht nur ein Fest, sondern auch ein ganz besonderes Gefühl.

Woher kommen deine Geschenke?

Woher deine Weihnachtsgeschenke kommen – also wo sie produziert werden – lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Allein schon die Tatsache, dass Weihnachtsgeschenke immer unterschiedlich ausfallen, viele Händler an unterschiedlichen Orten produzieren und jeder auch andere Geschenke bereitet, machen eine konkrete Aussage über die Herkunft deines Geschenkes an dieser Stelle schwierig. ABER: In der Regel sind alle Produkte gekennzeichnet. Es steht also immer auf dem Produkt selbst drauf, wo es hergestellt wurde: „MADE IN…“

Geschenkgutscheine

Die Deutschen sind unkreativ: Geschenkgutscheine sind ihr Lieblingsgeschenk. Inzwischen sind viele Gutscheine in Form von Plastikkarten erhältlich – diese sind stabiler und somit langlebiger.

Weltweit entfällt etwa ein Fünftel – und auch das waren im Jahr 2016 rund 335 Millionen Tonnen – der Kunststoffproduktion auf Europa, womit Europa auf Platz zwei hinter China (29%) steht. Hauptabnehmer für Plastik in Europa ist Deutschland: Etwa 25% der europäischen Nachfrage für Plastik kommen aus Deutschland. 

Papiergutscheine sind inzwischen weitaus seltener. Rund 400 Millionen Tonnen Papier werden pro Jahr weltweit produziert. Auch hiervon entstehen mehr als 25% in China. Mit 72 Mio. Tonnen liegen die USA auf Platz zwei. In Deutschland enstehen nur etwa 5% des Papiers.

Bücher und eBooks

9,13 Milliarden Euro – das ist der Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels. Dabei werden noch immer die meisten Bücher auf Papier gedruckt, welches – wie du eben gelesen hast – zumeist aus China und den USA kommt. Zudem besteht der Einband meist aus Pappe und kann mit verschiedenen Materialien wie Leinen, Gewebe oder Leder bezogen werden. 

Da deutschsprachige Bücher oft nur in der DACH-Region verkauft werden, werden die deutschsprachigen Druckplatten auch nur hier verwendet. Da der Buchdruck ursprünglich in Deutschland erfunden wurde, stammen die meisten fertigen Bücher auf dem deutschen Markt – ganz traditionell quasi – aus Deutschland

Schokolade

Jeder kennt und liebt sie: Schokolade. Sie ist verführerisch süß und unglaublich vielseitig. Für ihre Herstellung ist in der Regel Kakao nötig. Dieser wächst in Äquatornähe, etwa in den nördlichen Ländern Lateinamerikas, im mittleren Afrika und Südostasien. Der Zucker, der ebenfalls wesentlicher Bestandteil  der Schokolade ist, wächst beispielsweise in Brasilien. Brasilien ist der größte Zuckerexporteur weltweit.

Produziert wird die Schokolade dann in Europa. Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland über 780 Millionen Tonnen Schokolade und importierte 412 Millionen Tonnen. Damit ist Deutschland EU-Spitzenreiter, gefolgt von Belgien und den Niederlanden.

Tatsächlich produziert Deutschland jedoch noch mehr Schokolade: Auch hier auf Platz 1 in Europa – mit rund 1,4 Milliarden Tonnen. Die fertige Schokolade, die an Weihnachten unter deinem Baum liegt, kommt also mit großer Wahrscheinlichkeit aus Deutschland, Frankreich, Belgien oder der Schweiz.

Spielwaren

Zwar ist die Angabe eines Herkunftslandes keine Pflicht, dennoch liest man häufig „MADE IN CHINA“, wenn man sich Spielwaren einmal genauer ansieht. So wird mehr als jedes zweite Spielzeug, das du in Deutschland kaufen kannst, in China gefertigt. Denn viele Unternehmen haben die Produktion aus Kostengründen ins Ausland verlagert. Afrika, Asien und Osteuropa bieten dabei günstige Arbeitskräfte und führen so zu diesem sogenannten Outsourcing.

Kleidung

Auch die Textilindustrie hat inzwischen viele Produktionsschritte ins Ausland verlagert. Etwa ein Viertel der nach Deutschland importierten Kleidung stammt aus China, bei Lederwaren wie Schuhen liegt der Anteil bei 29%. Mit Indien und Bangladesh deckt das asiatische Trio den Großteil der Herkunft unserer Kleidungsstücke ab. Aber auch europäische Länder sind vertreten, etwa Deutschland, Schweden, Italien, Rumänien, Griechenland und die Türkei.

Der Ursprung unserer Kleidung liegt jedoch woanders – nämlich in Westafrika, den USA, Südamerika und dem mittleren Osten. Hier wird die Baumwolle angebaut und geerntet, die für die Produktion unserer Kleidung notwendig ist.

Elektronik

Einer der größten Zulieferer im Elektronikgewerbe ist Foxconn – Produktionsstandort: China. Hier produziert Foxconn Elektronik für alle namenhaften Konzerne. Dass das Unternehmen dabei etwa jugendliche Praktikanten 11 Stunden am Tag arbeiten ließ, war erst im vergangenen Jahr in der Presse zu finden. 

In einem Werk, in dem so viele Mitarbeiter arbeiten wie die Stadt Bonn Einwohner hat, produziert Foxconn noch immer iPhones und iPads für Apple, Laptops für Dell und HP und Konsolen für Microsoft, Nintendo und Sony. 40% aller Elektronikgüter weltweit stammen aus den Foxconn-Werken.

Elektronik kann aber auch aus Taiwan, Südkorea oder Japan stammen. Toshiba, Samsung und Panasonic stammen beispielsweise nicht aus China.

Was kannst du ?

Achte bereits beim Kauf darauf, wo die Produkte herkommen, die du verschenken willst. Im Online-Handel ist das schwierig, weil die Händler oft nicht angeben, wo das Produkt produziert wurde. Regionale Produkte kannst du am besten bei Unternehmen vor Ort kaufen und nicht im Internet.

Prinzipiell gilt: Um den lokalen Einzelhandel zu stärken, empfiehlt es sich, Weihnachtsgeschenke grundsätzlich in Geschäften und nicht über das Internet zu bestellen.

Viele gemeinnützige Organisationen bieten neben der Möglichkeit für Projekte zu spenden auch einen Onlineshop an. Durch die Käufe erhältst du ein besonderes Geschenk und hilfst gleichzeitig dabei, Gutes zu tun.

  • Kleidung, Taschen und Accessoire von Viva Con Agua
  • Tierpatenschaft beim NABU
  • Produkte aus Bambus - als nachhaltige Alternative zu Kunststoff
  • Achte bei Elektronik darauf, dass die einzelnen Komponenten austauschbar sind, der Akku also nicht fest verbaut ist
  • Kaufe Fair-Trade-Produkte
  • Der Beschenkte hat doch schon alles? Wie wäre es mit einem Guthaben für einen Ökostromanbieter? Damit kommt ein Neujahrsvorsatz direkt unter den Weihnachtsbaum.
  • Achte auch beim Geschenkpapier darauf, dass es beispielsweise mit Öko-Siegel, dem Blauen Engel oder dem FSC-Siegel gekennzeichnet ist.
  • Oder verschenke Engagement: Zum Beispiel, indem du einen Bienenstock kaufst! (externer Link)

Quellen: verbraucherzentrale.de, bpb.de, aussenhandel.makronom.de, zeit.de, faz.net

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