Unser Müllproblem

Müll ist nicht gleich Müll: Mit 4 einfachen Tipps trennst du deinen Müll korrekt und hilfst, dem Müllproblem vorzubeugen.

Müll ist nicht gleich Müll. Deshalb gibt es Mülltonnen in vielen verschiedenen Farben und getrennte Mülleimer an Bahnhöfen. 40 Millionen Tonnen Hausmüll fallen pro Jahr in Deutschland an – ein Großteil davon sind Verpackungen. Diese bestehen zum größten Teil aus Plastik – also Kunststoff – gefolgt von Papier oder Pappe und Glas. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Aber wie geht Mülltrennung? Und warum trennen wir unseren Müll?

Das Müllproblem

1
Mio. Tonnen
Restmüll
1
Mio. Tonnen
Papier
1
Mio. Tonnen
Plastikmüll
1
Mio. Tonnen
sonstiger Müll

In der Regel werfen wir den Müll in den Mülleimer – doch damit ist das Problem meist noch nicht gelöst. Trotzdem fliegt immer wieder Müll auf den Straßen rum, die Meere sind voll von Plastik und die Produktion von Plastikverpackungen produziert Tonnen von CO2.

Trotzdem ist der Großteil unserer Lebensmitteln in Plastik, Papier oder Glas verpackt. Der Coffee To Go wird im Einwegbecher serviert und für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es Salat in einer Plastikschale, der mit Plastikbesteck gegessen wird.

5%
des Restmülls
87%
des Papiermülls
37%
des Plastikmülls
60%
des sonstigen Mülls

werden recycelt.

Damit der Müll tatsächlich recycelt werden kann, ist eine Mülltrennung bereits zu Hause sinnvoll. Nur so kann eine möglichst große Recyclingrate erzielt werden. Denn damit der Müll effektiv recycelt werden kann, muss er möglichst wenig verunreinigt sein. Doch mit der Vielzahl an Müll steigt auch die Ungewissheit, was in welche Tonne gehört. Wie kannst du helfen, das Müllproblem zu lösen?

Der gelbe Sack / die gelbe Tonne

In die gelbe Tonne gehören Verpackungen aus Kunststoff und Aluminium sowie Folien, Konservendosen, Plastiktüten, Styropor und Getränkekartons. Es ist dabei nicht wichtig, dass auf der Verpackung der Grüne Punkt abgebildet ist, da seit 2009 alle Hersteller einem dualen System zur Müllverwertung verpflichtet sind, welches gebrauchte Verpackungen dem Recycling zuführen soll.

Während Styropor, das im Hausmüll etwa aus Verpackungen anfällt, ebenfalls in den gelben Sack gehört, muss Styropor, das auf Baustellen anfällt, im Sondermüll entsorgt werden. Auch Brötchentüten und Coffee To Go gehören in den gelben Sack.

Das Verpackungsgesetz, das seit dem 01.01.2019 gilt, soll dazu beitragen, dass mehr Verpackungen recycelt werden. Es verpflichtet Hersteller zudem, Materialien zu verwenden, die leichter zu recyceln sind. Übrigens: Auch sogenanntes Bio-Plastik muss im gelben Sack entsorgt werden. Obwohl es „Bio“ heißt, ist es nicht für den Biomüll geeignet.

Papiermüll

In den Papiermüll gehört das Altpapier, das im Haushalt anfällt – Zeitungen, alte Briefe und Briefumschläge, Telefonbücher, Hefte, Kataloge und Prospekte. Denn obwohl das Papier der Werbeprospekte farblich bedruckt ist, kann es im Altpapier entsorgt werden. Auch Kartons, etwa aus dem Versand, können im Papiermüll entsorgt werden.

Nicht in den Papiermüll gehören jedoch beschichtete Papiere, zum Beispiel Backpapier, Wachspapier oder Butterbrotpapier. Auch Taschentücher und Servietten gehören nicht in den Papiermüll, ebenso wenig wie Thermopapier – als Fahrkarten und Kassenzettel.

Das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ kennzeichnet beispielsweise Produkte, die aus Altpapier hergestellt wurden. Heutzutage sieht man beispielsweise in der Farbe und Beschaffenheit von Recyclingpapier kaum noch einen Unterschied zu Produkten aus Frischfasern.

Der Blaue Engel garantiert zudem, dass der Chemikalieneinsatz deutlich reduziert wurde – etwa für Bleichmittel für Papier.

Altpapier hat inzwischen eine recht hohe Recyclingrate. Der Papiermüll kann also sehr gut recycelt und neu verarbeitet werden. Wenn beispielsweise deine Schulzeugnisse und Klassenarbeiten nach der 10-jährigen Archivfrist von der Schule entsorgt werden, könnten diese beispielsweise zu Toilettenpapier, neue Schulhefte oder Papier recycelt werden. Indem du bereits beim Einkauf auf den Blauen Engel achtest, schonst du die Ressourcen!

Glasmüll

In den Glas-Container gehören ausschließlich Einweg-Glasverpackungen – beispielsweise für Konserven, Lebensmittel oder Getränke. Dabei wird nach Farben getrennt: Weißglas, Grünglas und Braunglas, wobei blaues oder andersfarbiges Glas ebenfalls als Grünglas zu entsorgen ist.

Obwohl es bei der Leerung von Glas-Containern oft so aussieht als würden alle Gläser gemeinsam im Transporter landen, macht die farbliche Trennung durchaus Sinn. Auch im Transporter gibt es verschiedene Kammern, indem die unterschiedlich farbigen Glasbehälter entsorgt werden.

Glas hat die höchste Recyclingquote in Deutschland, da es nahezu ohne Qualitätsverluste eingeschmolzen und neu verarbeitet werden kann. Damit das Glas wiederverwendet werden kann, ist die farbliche Trennung bereits beim Entsorgen zwingend notwendig.

Das Müllproblem

Obwohl die Müllentsorgung in Deutschland recht gut funktioniert, schwimmen in unseren Meeren mehr als 150.000.000 Tonnen Plastikmüll – Tendenz steigend. Insbesondere Entwicklungsländer, in denen es keine organisierte Müllentsorgung gibt, sind Verursacher für einen Großteil des Plastiks, das im Meer landet.

Das Problem startet jedoch nicht erst bei der Entsorgung. Plastik findet man heutzutage nahezu überall: Lebensmittel, Kosmetika, Drogerie-Artikel und Textilien – sie alle sind mit Plastikverpackungen verpackt oder enthalten sogar Plastikteilchen.

In Produkten und Verpackungen findest du Kunststoffe unter den Namen:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Polyethylen (PE),
  • Polypropylen (PP),
  • Polystyrol (PS),
  • Polyurethan (PU) oder
  • Polyethylenterephthalat (PET)

Das Müllproblem kann also nicht dadurch gelöst werden, dass Entwicklungsländer eine funktionierende Müllentsorgung etablieren, sondern bereits im Kaufverhalten, indem beim Einkauf auf unnötige Plastikverpackungen verzichtet wird.

4 einfache Tipps, um das Müllproblem zu bekämpfen

1. Müll vermeiden

Am besten ist es, wenn du Müll vermeidest. Das geht etwa, indem du beim Einkaufen darauf achtest, unnötige Verpackungen zu vermeiden. Es gibt sogar unverpackt-Läden, wo du deine eigenen Gefäße mitbringst und diese mit Lebensmitteln auffüllen kannst. Nimm deine Tüten von zu Hause mit, damit du nicht jedes Mal neue Plastiktüten kaufen musst. Das funktioniert auch, indem du Glas- oder zumindest Mehrwegflaschen für Getränke verwendest.

2. Verpackungen trennen

Plastikverpackungen bestehen häufig aus Plastikteilen, die eine unterschiedliche Beschaffenheit aufweisen. Indem du beispielsweise den Joghurt-Deckel vom Becher abziehst, hilfst du, dass beide Teile separat recycelt werden können.

3. Recycling-Produkte kaufen

Bei Produkten aus Papier gibt es inzwischen kaum noch Unterschiede zwischen Frischfaserprodukten und Recycle-Produkten. Auch bei Plastikverpackungen gibt es inzwischen immer mehr Unternehmen, die Wert darauf legen, Plastikverpackungen aus Recycle-Materialien herzustellen.

4. Dem Recycling beisteuern

Trenne deinen Müll möglichst korrekt. Verlasse dich dabei nicht auf Siegel wie den grünen Punkt, sondern trenne nach Material und informiere dich gegebenenfalls bei deiner Kommune, was in welchen Müll gehört. Einwegflaschen mit Pfand solltest du im Pfandautomat entsorgen – Flaschen ohne Pfand gehören in den gelben Sack!

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