Fridays for future

Fridays for future: Es gibt keinen Plan(eten) B.

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kevvoegelchen3 (1)

»Warum sollte ich für eine Zukunft studieren, die bald nicht mehr möglich ist, wenn niemand etwas unternimmt, um diese Zukunft zu retten?«

Greta Thunberg

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Klima-Aktivistin

Der Klimawandel ist längst eine Bedrohung für die Bevölkerung unserer Erde geworden. Er wird das zukünftige Leben auf dem Planeten signifikant beeinflussen. Betroffen sind davon insbesondere Kinder und Jugendliche, die in eben dieser Zukunft auf der Erde leben werden. Vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels wird bereits sein einiger Zeit gewarnt, die Reaktionen der Politiker fällt jedoch eher zurückhaltend aus. Einige leugnen den Klimawandel noch immer, andere zögern den Kohleausstieg bis in ferne Zukunft hinaus und wieder andere wollen weiterhin Wälder roden, um Kohle abzubauen.

Von Jahr zu Jahr rückt der sogenannte Earth Overshoot Day – der Tag, an dem wir alle Ressourcen für ein Jahr aufgebraucht haben – weiter nach vorn. Im Jahr 2018 war dieser Tag bereits am 1. August erreicht. Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg erlangte vor Kurzem internationale Berühmtheit, weil sie unter dem Motto Fridays for future zum Streik aufrief. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sollen Freitags der Lehre fernbleiben und für mehr Einsatz in puncto Klimaschutz streiken.

 

Fridays for future - Wie alles begann

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»Als im August dieses Jahres die Schule begann, setzte ich mich vor dem Parlament auf den Boden. Ich habe für das Klima gestreikt.«

Greta Thunberg

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im Dezember 2018 vor der UN-Klimakonferenz in Kattowitz

Die inzwischen 16-Jährige setzt sich seither für den Klimaschutz ein, indem sie regelmäßig der Schule fernbleibt. Warum solle man für die Zukunft lernen, wenn eine Zukunft unter diesen Bedingungen nicht einmal möglich sein wird? Unser derzeitiger Lebensstil würde 1,7 Erden verbrauchen – Tendenz steigend. Mit unserer Lebensweise tragen wir einen erheblichen Teil zum Klimawandel bei. Kohlestrom und Plastikmülll tragen ihren Teil dazu bei, dass wir unseren Planeten „überfordern“.

Am 20. August 2018 verweigerte die damals 15-jährige Greta Thunberg den Unterrichtsbesuch. Dadurch erzeugte sie internationales Aufsehen, sodass inzwischen weltweit in Städten gestreikt wird. Ziel des Schulstreiks sei es, Politiker auf die klimapolitischen Missstände aufmerksam zu machen, damit diese schnelle und vorallem konkrete Maßnahmen einleiten, um das Klimaschutzabkommen von Paris zu erfüllen.

Einher gehen die Proteste oft auch mit der Forderung, das Wahlrecht auf 16 Jahre zu senken, um die Zukunft junger Menschen ausreichend zu würdigen. Greta Thunberg und die Bewegung Fridays for future werfen den Politikern insbesondere vor, nur an ihre eigene Zukunft zu denken und nicht an die Zukunft der Kinder und Jugendlichen.

Schule schwänzen für bessere Klimapolitik? Was Politiker sagen...

Reaktionen aus der Politik werden insbesondere aus dem Bildungsministerium laut. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien verurteilt die Demonstrationen beispielsweise als „Schwänzen“ und droht mit Konsequenzen und disziplinarischen Maßnahmen. So seien Lehrerinnen und Lehrer angehalten, die Teilnahme an Fridays for Future-Demonstrationen als unentschuldigte Fehlstunden einzutragen. Zwar finde die Ministerin es klasse, politisches Engagement zu zeigen und sich aktiv für die eigene Zukunft einzusetzen, sie verurteilt jedoch, dass dies in der Schulzeit geschehe.

Ich habe größten Respekt, wenn Schülerinnen und Schüler politisches Engagement zeigen und sich aktiv für die eigene Zukunft einsetzen, aber Schwänzen bleibt Schwänzen.

Karin Prien, CDU

Bildungsministerin Schleswig-Holstein

Es ist wirklich ganz toll, dass die jungen Leute sich so engagieren und uns Erwachsenen immer wieder mitgeben, dass das mit dem Klimawandel einfach nicht so bleiben kann, sondern dass wir noch aktiver sein müssen, um tatsächlich die Probleme in der Welt zu beheben. 

Malu Dreyer, SPD

Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz

Wer die Fridays For Future-Demos als zivilgesellschaftliches Engagement‘ lobt oder als ‚gelebte politische Bildung‘ begrüßt, muss sich fragen lassen, wer diese Veranstaltungen, bei der Schüler gegen die Schulpflicht verstoßen, politisch trägt. Wie die heutige ‚#FridaysForFuture‘-Demo vor dem Landeshaus gezeigt hat, gehört hierzu die vom Verfassungsschutz als linksextremistisch und gewaltbereit eingestufte ‚Antifa‘. 

Frank Brodehl, AfD

Landtag Schleswig-Holstein

Dass manche nicht einmal davor zurückschrecken, ihr politisches Theater auf dem Rücken einer Schülerin auszutragen, spricht leider Bände. Tatsache ist doch: Wenn wir es heute nicht schaffen, die Klimakrise zu stoppen, werden unsere Kinder und Kindeskinder die bitteren Konsequenzen tragen. Dass die Klimakrise junge Leute auf die Straße treibt, ist doch absolut nachvollziehbar. Es geht um deren Zukunft! Und die sogenannten Erwachsenen kriegen es ja gerade nicht hin.

Cem Özdemir, B90/Grüne

Abgeordneter im Bundestag

In Deutschland protestieren jetzt die Kinder für Klimaschutz. Das ist ein wirklich wichtiges Anliegen. Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder – nach Jahren ohne jeden äußeren Einfluss – auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen. Also Kampagnen können heute übers Internet viel einfacher gemacht werden.

Angela Merkel, CDU

Bundeskanzlerin

Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.

Christian Lindner, FDP

Bundesvorsitzender der Freien Demokraten

Greta Thunberg ist eine Inspiration für viele Menschen weltweit – jung und alt. Klimaschutz ist wichtig! Ihr Einsatz sorgt dafür, dass dieses Thema die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

Katharina Barley, SPD

Bundesjustizministerin

Indes scherzt der Postillon: „Schulen verschieben Freitagsunterricht auf Samstag, damit Schüler freitags demonstrieren können“. Ein Gedanke, der wohl auch manch einer Bildungsministerin gut gefallen würde. Übrigens: Bis zur Wiedervereinigung war es nicht unüblich, auch samstags in die Schule zu gehen. Dass der zusätzliche Schultag offenbar langfristig keinen Effekt hatte, der Überzeugung dürfte Greta Thunberg sein.

kevvoegelchen3 (1)

»Wenn ihr meint, dass wir besser in der Schule sein sollten, schlagen wir vor, dass ihr streikt und für uns auf die Straße geht.«

Greta Thunberg

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Klima-Aktivistin

Zuletzt fiel die Bezirksregierung Düsseldorf dadurch auf, dass sie Schulen bat, „zu dokumentieren, wer am Freitag dem Unterrichts fern geblieben ist“.
Dass Menschen in Deutschland jederzeit streiken dürfen, ist beispielsweise durch Artikel 8 des Grundgesetzes geregelt. Hier heißt es: „(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln. (2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.“

Die Schulpflicht ist in einem solchen Gesetz geregelt, welches die Versammlungsfreiheit für Schülerinnen und Schüler einschränken dürfte. Demnach sind Schülerinnen und Schüler in der Regel bis nach dem Schulhalbjahr, in dem sie 18 Jahre alt wurden, schulpflichtig. Auch Volljährige können noch schulpflichtig sein, etwa wenn sie im Rahmen einer Ausbildung zur Berufsschule müssen. Dann sind sie berufsschulpflichtig.

Ein Problem dürften also nicht nur die Teilnehmer der Fridays for Future-Demos bekommen, wenn die Lehrer sie als unentschuldigt eintragen. Auch gegen die Eltern kann in solchen Fällen vorgegangen werden, weil sie für die Wahrnehmung der Schulpflicht durch ihre Kinder zuständig sind. Bußgelder in Höhe von bis zu 1.000 Euro oder sogar Erzwingungshaft können mögliche Konsequenzen sein. Denn laut Gesetz dürfen Kinder dem Unterricht nur fernbleiben, wenn sie „bildungs- und schulunfähig“ sind. Diese Unfähigkeit kann letztendlich nur ein Arzt attestieren, sodass es gut möglich sein kann, dass das Kind eine Attestpflicht auferlegt bekommt, wenn es wiederholt freitags fehlt.

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Klimaschutz in Zahlen 2018.

Wo gibt es Handlungsbedarf?

Hitzebelastung

Insbesondere in Verdichtungsräumen in heute bereits warmen Regionen wird die menschliche Gesundheit im Freien und in Gebäuden durch die extreme Hitze belastet.

Wassernutzung

Boden-, Wald- und Forstwirtschaft sowie Energiewirtschaft werden in Zukunft unter besonderer Trockenheit leiden. Insbesondere im Sommer wird dies zum Problem und macht künstliche Bewässerung erforderlich.

Starkregen und Sturzfluten

In Ballungszentren im nordewestdeutschen Tiefland, in Mittelgebirgen und im südwest-deutschen Raum wird vermehrt starker Niederschlag erwartet. Die Wasserwirtschaft, der Küsten- und Meeresschutz, das Bauwesen, die Verkehrsinfrastruktur sowie Industrie und Gewerbe müssen daran angepasst werden.

Überschwemmungen

Ballungsgebiete in Flusstälern des norddeutschen Tieflands und die Einzugsgebiete von Rhein und Donau sind aufgrund von Sturzfluten und der daraus resultierenden Überschwemmungen der Flüsse besonders gefährdet. Infrastrukturen und Gebäude müssen angepasst werden.

Küstenschutz

Schon heute sind die norddeutschen Küsten von Problemen wie Abspülungen betroffen. Der Küstenschutz wird mit dem steigenden Meeresspiegel an Relevanz gewinnen.

Veränderte Arten

Klimaveränderungen führen dazu, dass unsere beheimateten Arten hier nicht länger leben können. Auf diese Art und Weise wird die biologische Vielfalt gefährdet.

Mal davon abgesehen, was das Gesetz sagt: Wie ernst werden Schülerinnen und Schüler noch genommen, wenn sie in ihrer Freizeit oder am Wochenende streiken? Das wäre als würden Fluglotsen nur noch während der Nacht und auch nur bei nächtlichen Startverboten und KiTa-Mitarbeiter nur noch in den Ferien während der Schließzeiten streiken.
Aufmerksamkeit generiert man, indem man die Regeln bricht, nicht indem man in seiner Freizeit streikt. Ich kann es daher nur gutheißen, dass sich Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz und unsere Zukunft einsetzen.

Quellen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ndr.de, wdr.de

Essen und Trinken

Problemkind: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spielt in der Entwicklung unserer Erde eine bedeutende Rolle, soll sie doch die Gestaltung der Zukunft maßgeblich mitbestimmen. Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit und welche Ziele haben sich die Vereinten Nationen gesetzt, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten?

Forschung und Technik

Warum ist der Klimawandel eigentlich schlecht?

Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn es im Sommer fortan drei Grad wärmer wäre? Die fünf größten Probleme des Klimawandels und wie sich dieser auf unsere Welt auswirkt.

Forschung und Technik

Klimawandel in Deutschland

Der Klimawandel hat weltweit schwerwiegende Konsequenzen : Der steigende Meeresspiegel, extreme Hitzen, Starkregen und Überschwemmungen werden in Zukunft zu Problemen führen. Doch wie macht sich der Klimawandel unmittelbar vor unserer Haustür bemerkbar? Wie und warum setzt sich Deutschland für den Klimaschutz ein?

Gesellschaft

Plastik in den Meeren

Plastik wird zum weltweiten Problem. Es schwimmt in unseren Meeren, verschmutzt die Umwelt und tötet Tiere. Woher kommt unser Plastikproblem?

Gesellschaft

Unser Müllproblem

Müll ist nicht gleich Müll: Mit 4 einfachen Tipps trennst du deinen Müll korrekt und hilfst, dem Müllproblem vorzubeugen.

2 Gedanken zu „Fridays for future

  1. Ich finde es ein Armutszeugnis, dass die Streiks jetzt schon so lange laufen und noch nichts wirklich passiert ist um die Forderungen um zu setzen. Die Politik sollte endlich reagieren und das Klima effektiver schützen.

  2. Wer hätte gedacht, dass diese Bewegung einmal solche Ausmaße annimmt? Ich bin wirklich fasziniert davon, wie viel Engagement es gibt. Und gleichzeitig schockiert, wie wenig Resonanz die Bewegung erzeugt. Jedenfalls da, wo sie eigentlich Resonanz erzeugen sollte. Anstatt sich darüber aufzuregen, dass die Kinder dem Unterricht fern bleiben sollte sich die Politik lieber mit dem eigentlichen Problem befassen. Das ist zwar nur eines von unglaublichen vielen Problemen, die wir derzeit haben, aber immerhin ein essenzielles.

    Viele Grüße,
    Auri

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