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Frauen und Kinder zuerst!

Am 08. März ist Internationaler Frauentag für die Gleichberechtigung und die Emanzipation der Frau.

Das Thema „Gleichberechtigung der Frauen“ ist wieder einmal in aller Munde. Es geht um gendergerechte Sprache, um Frauen in Führungspositionen und um die Gleichberechtigung von Mann und Frau. 1910 forderte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin die Einführung eines internationen Frauentags vor. Doch bereits zwei Jahre zuvor hatten Frauen der sozialistischen Partei Amerikas einen Kampftag für das Frauenwahlrecht initiiert.
So waren es schließlich amerikanische und deutsche Sozialistinnen, die bei der zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen zum Beschluss eines internationalen Frauentags beitrugen.

Situation heute

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»Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.«

Grundgesetz

-

Artikel 3

In der Realität sieht dies offensichtlich anders aus. Obwohl Frauen in vielen Berufsfeldern die gleiche Arbeit leisten wie ihre männlichen Kollegen, werden sie für diese Arbeit schlechter bezahlt: Bis zu 25% weniger Gehalt erhalten Frauen für die Ausübung ihres Berufs. Vorurteile führen dazu, dass noch immer angenommen wird, Frauen könnten sich nicht durchsetzen und seien deshalb nicht für Führungspositionen geeignet. Zwar gibt es seit einiger Zeit eine Frauenquote in Deutschland, die dafür sorgen soll, dass der Anteil von Frauen und Männern in bestimmten Bereichen angepasst wird, diese gilt jedoch meist nur im öffentlichen Dienst. Privatunternehmen sind von dieser Regelung nicht beeinflusst.

Zudem ist es für Frauen oftmals schwerer, Beruf und Familie gleichzeitig zu managen. Obwohl insbesondere bei jüngeren Paaren eine gleichberechtigte Partnerschaft gelebt wird, scheidet zunächst die Mutter aufgrund der Schwangerschaft aus dem Berufsalltag aus. Zwar gibt es zunehmend auch Männer, die nach der Geburt einen Teil der Kinderbetreuung übernehmen, ein baldiger Berufseinstieg ist jedoch schwierig, da es viel zu wenig Krippenplätze gibt.

Viele schreiben deshalb immer noch allein der Mutter die Kindererziehung zu. Mütter, denen die Karriere wichtig ist, werden häufig als „Rabenmütter“ bezeichnet. Dies ist eine zusätzliche Belastung für Frauen, denn bei Männern wird es als vollkommen normal angesehen, dass sie an ihren Job denken.
Noch immer scheint das Rollendenken zwischen Mann und Frau tief in unserer Gesellschaft verankert.

Gleichberechtigung in der Sprache

Auch eine gendergerechte Sprache spielt eine immer stärkere Rolle. Inzwischen gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten, in der Sprache alle Geschlechter zu berücksichtigen.

 

  • generisches Maskulinum – es ist die häufigste Art unserer Sprache: Wir sagen die männliche Form, meinen aber eigentlich alle Geschlechter. Dies wird meist im Plural vedeutlicht, z.B. die Schüler, die Ärzte
  • Aufzählung der Geschlechter, z.B. Schülerinnen und Schüler, Ärzte und Ärztinnen
  • Klammerlösung, z.B. Schüler(innen) – missverständlich, da einige die weibliche Klammer hier als ausgeklammert verstehen.
  • Binnen-I, z.B. SchülerInnen und ÄrztInnen
  • Schrägstrich, z.B. Schüler/-innen und Ärzte/-innen
  • Sternchen, z.B. Schüler*innen und Ärzte*innen
  • das X, z.B. SchülX und ÄrztX
  • Genderneutrale Sprache, z.B. Schulkind und ärztliches Fachpersonal
Es gibt mit Sicherheit noch mehr Möglichkeiten, einzelne Wörter zu gendern. Ich muss jedoch ehrlich sagen, dass ich ein großer Fan des generischen Masulinums bin, da es so tief in unserer Sprache verankert ist, dass es tatsächlich auch Inhalt trägt.
 
  1. Sie ist die Beste unter unseren Ärzten.
  2. Sie ist die Beste unter unseren Ärztinnen.
Im ersten Satz ist das generische Maskulinum verwendet. Hier wird deutlich: Sie (also eine Ärztin) ist die beste Ärztin unter all unseren Ärzten. Im zweiten Satz wird dies nicht auf diese Art und Weise deutlich: Sie ist (nur) die beste Ärztin unter allen Ärztinnen. Das Femininum trägt in unserer Sprache nicht die Allumfänglichkeit, die das Maskulinum in unserer Sprache besitzt.
Dahingegen sind die Aufzählung der Geschlechter, sowie die meisten anderen, oben aufgezählten Lösungsansätze auf ein zweigeschlechtliches System begrenzt. Seit dem 01. Januar 2019 gibt es jedoch offiziell ein drittes Geschlecht.

Frauen haben auch Rechte, die Männer nicht haben, oder?

Was dürfen Frauen, was Männer nicht dürfen? Na klar: Auf dem Frauenparkplatz parken. Sogenannte Frauenparkplätze findet man beispielsweise in Tiefgaragen, die aufgrund ihrer oftmals dunklen und verlassenen Umgebung als Angsträume gelten. Sie befinden sich häufig in der Nähe des Ausgangs, sind stärker beleuchtet und werden oft kameraüberwacht.

Parkplätze nur für Frauen? Das sei diskriminierend, sagte ein Jurastudent aus Bayern und klagte vor dem Verwaltungsgericht. Dieses gab der Klage statt, jedoch nicht aufgrund von Diskriminierung des Mannes, sondern weil es keine rechtliche Grundlage für Frauenparkplätze gebe.

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»Streng juristisch gesehen hat das Hinweisschild „Frauenparkplatz“ nur empfehlenden Charakter, denn anders als etwa bei Behindertenparkplätzen wird die Nutzung von Frauenparkplätzen nicht durch die Straßenverkehrsordnung geregelt. Wenn ein Mann sein Auto auf dem Frauenparkplatz abstellt, ist ein Bußgeld deshalb ausgeschlossen. Handelt es sich allerdings um ein Parkhaus, könnte der Betreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machen und „Falschparker“ des Parkplatzes verweisen oder gar Hausverbot erteilen.«

Hans-Georg Marmit

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Kraftfahrzeug-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts folgte die Stadt Eichstätt deshalb der Empfehlung, weniger amtlich wirkende Schilder zu verwenden. Die neuen Schilder an Frauenparkplätzen sind nun – Achtung, das ist kein Witz – knallpink. Es obliegt also einzig und allein dem Betreiber von Parkhäusern, diese Regelung durchzusetzen. Männer sollten aus Rücksicht auf das Parken auf diesen Stellplätzen verzichten.

Birkenhead Drill nennt man einen Verhaltenskodex, den du vielleicht aus Filmen wie Titanic kennst. „Frauen und Kinder zuerst!“ besagt dieser Kodex, laut dem Frauen und Kinder zuerst aus lebensgefährlichen Situationen befreit werden sollten – etwa beim Sinken eines Schiffes mit begrenzter Anzahl an Rettungsbooten.
Nun könnten wir darüber streiten, ob dies ein Vorteil für Frauen gegenüber Männern ist, oder ob Frauen dadurch als „schwaches und hilfsbedürftiges“ Geschlecht dargestellt werden. Würden wir in einer solchen Gefahrensituation zunächst über Geschlechtergerechtigkeit diskutieren, würden wir vermutlich alle ertrinken, ehe man sich geeinigt hat, wer zuerst die Rettungsboote betreten darf.

Übrigens: Im Seerecht hat der Birkenhead Drill kein Äquivalent und in der Praxis wird inzwischen zunächst den hilfsbedürftigen Menschen geholfen – also Verletzten, Alten und Kindern. Dass das nicht immer Frauen seien müssen, brauche ich wohl kaum zu erläutern.

Fazit: Wir brauchen Feminismus und Gendergedanken!

Dass Frauen und Männer noch immer nicht gleichberechtigt sind, ist nicht nur eine Schweinerei, es ist schlichtweg verfassungswidrig. Tage wie der internationale Frauentag sind deshalb leider noch immer erforderlich.
Mit einem inneren Konflikt betrachte ich jedoch die gendergerechte Sprache. Zum einen finde ich die maskuline Form, die wir aktuell in unserer Sprache verwenden, absolut akzeptabel. Zum Anderen wäre es nicht verkehrt, eine geschlechtsneutrale Sprache zu verwenden. Dafür bräuchten wir jedoch gute Alternativen. Ein Gender-Wörterbuch gibt es beispielsweise hier (externer Link).

Quellen: brigitte.de, welt.de, focus.de, tagesspiegel.de, bundestag.de, uni-augsburg.de, rbb24.de

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