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Spicken bei Norwegen: E-Mobilität in Deutschland

Spicken bei Norwegen: Elektromobilität in Deutschland

Norwegen ist der weltweite Vorreiter der E-Mobilität. Mehr als 50% der Autos sind elektrisch oder Hybride. Diese können an Ladestationen kostenfrei laden, in der gesamten Stadt kostenlos parken, zahlen keine Maut und dürfen Staus auf den Busspuren umfahren. Währenddessen erschüttert der Dieselskandal die Automobilindustrie in Deutschland und zwingt Autofahrer und Politik zum Handeln: Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sind die erste Reaktion – an E-Autos wird erst später gedacht. Warum können Elektrofahrzeuge in Deutschland nur schwierig Fuß fassen?

Wie geht nachhaltige E-Mobilität?

Der Dieselskandal hat seit 2017 zum Umdenken in puncto Mobilität angeregt, Anfang 2018 wurde beispielsweise in Hamburg ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge verhängt – auf einer Strecke von wenigen 100 Metern. Nun ist die Frage, wie nachhaltig es ist, einzelne Straßen zu sperren, wenn die Fahrzeuge dann längere Umwege in Kauf nehmen müssen.

Eine auf den ersten Blick nachhaltigere Alternative ist der Einsatz von Elektrofahrzeugen und sogenannten Plug-In-Hybriden. Diese verwenden einen Elektroantrieb zum Anfahren und zum Fahren bei langsamen Geschwindigkeiten und schalten dann auf Kraftstoffbetrieb um.
Weltweiter Vorreiter einer solchen Entwicklung ist Norwegen, wo mehr als 50% der PKW E-Autos oder Hybride sind.

In Deutschland nimmt diese Form der Mobilität gerade einmal 1,4% des Marktes ein. Die Anreize sind nicht groß genug, die Reichweite der Fahrzeuge nicht ansprechend genug und die Infrastruktur ist nicht entsprechend ausgebaut.

Doch der alleinige Umstieg von Diesel- und Benzinfahrzeugen auf E-Autos wäre längst nicht ausreichend, um Mobilität in Deutschland nachhaltig zu gestalten, da der Strom mit denen die Elektrofahrzeuge geladen werden, noch immer aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden.
E-Mobilität muss also in jedem Fall von der Politik initiiert werden.

Wirklich nachhaltig ist E-Mobilität erst dann, wenn die CO₂-Bilanz des Fahrzeuges inklusive seiner Herstellung eine positive wird. Eine schwedische Studie stellte jedoch 2017 heraus, dass dies aufgrund der Akku-Produktion, die die Umwelt stark belaste, bis zu acht Jahre dauern könne, während Deutsche ihr Fahrzeug statistisch gesehen mindestens sechs bis zehn Jahre fahren.

Mit Hinblick auf nachhaltige Mobilität lassen sich vier Entwicklungstendenzen unterscheiden:

 

  1. Hybridelektrofahrzeuge: Hybridfahrzeuge kombinieren einen Elektromotor mit einem Verbrennungsmotor und nutzen den elektrischen Antrieb zur Unterstützung etwa beim Anfahren und Beschleunigen. Die Batterie wird durch die Nutzung der Bremsenergie während der Fahrt geladen – diesen Vorgang nennt man Rekuperation.
  2. Plug-In-Hybride: Plug-In-Hybride werden nicht allein durch Rekuperation geladen, sondern können zusätzlich an Ladestationen aufgeladen werden. Der Elektromotor bei Plug-In-Hybriden ist in der Regel leistungsstärker, sodass längere Strecken rein elektrisch zurückgelegt werden können und der Wagen im Stand geladen werden kann.
  3. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen: Diese Fahrzeuge gewinnen aus Wasserstoff oder Methanol in Brennstoffzellen elektrische Energie, die direkt in Antriebsenergie umgewandelt oder in Traktionsbatterien gespeichert wird.
  4. Elektrofahrzeuge: Ein Elektrofahrzeug wird aus rein elektrischem Antrieb bewegt und hat in der Regel eine Reichweite von mehreren Hundert Kilometern, ehe es an einer Ladestation aufgeladen werden muss.

 

Nachhaltige Mobilität in Deutschland

Spätestens seit dem Dieselskandal im Jahr 2017 sind Elektrofahrzeuge auch in Deutschland in aller Munde. Die Bundesregierung hat sich als Ziel gesetzt, bis 2020 rund eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Im Jahr 2017 waren es laut Kraftfahrbundesamt gerade einmal rund 54.000 in Deutschland. Für den Kauf solcher Fahrzeuge bietet die Bundesregierung zur Zeit Kaufprämien bis zu 4.000 Euro an.

 

Trotz dieser Prämie sind die Anreize, ein Elektrofahrzeug zu kaufen, in Deutschland schwindend gering. Die Reichweite der Fahrzeuge ist begrenzt, Ladestationen rar gesät. E-Autos und Hybrid-
wagen nehmen in Deutschland gerade einmal 1,4% des Marktes ein. Denn auch die Kaufprämie deckt nur einen kleinen Bruchteil des Kaufpreises, noch immer sind Elektrofahrzeuge deutlich teurer als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor.

Deutschland wurde von der Bundesregierung bereits im November 2008 zum “Leitmarkt für Elektromobilität” erklärt. Obwohl Entwicklungen wie diese seit einem Jahrzehnt bekannt sind, etablieren sich Elektrofahrzeuge nicht auf deutschen Straßen. Dabei könnten gerade diese die Lösung für aktuelle Probleme wie den Dieselskandal oder das Feinstaub-Problem sein.

Nachhaltige Mobilität in Norwegen

Nirgendwo auf der Welt sind so viele Elektro- und Hybridfahrzeuge auf den Straßen unterwegs wie in Norwegen. Nachhaltige Mobilität ist hier deutlich attraktiver als in Deutschland: Elektrofahrzeuge können beispielsweise in den Städten kostenlos parken, während das Parken etwa in Oslo rund acht Euro pro Stunde kostet. Zudem dürfen sie in den Städten die Busspuren nutzen und zahlen keine Maut. Ladestationen findet man an beinahe jeder Straßenecke, vor Wohngebäuden wie vor den Büros.

 

Auch unter dem Gesichtspunkt, dass nachhaltige Mobilität nur so nachhaltig ist wie der Strom, mit dem sie betrieben wird, liegt Norwegen an der Spitze. Das skandinavische Land gewinnt nahezu 100% seines Stroms aus Wind- und Wasserkraft.

 

Ziele dieser Transformation der PKW-Antriebe in Richtung Nachhaltigkeit sind insbesondere diese drei Aspekte:

 

  1. Reduktion der innerörtlichen Lärmemission.
  2. Schadstofffreier Fahrzeugbetrieb.
  3. geringere CO2-Emissionen.

Quellen: Bussmann, Dudenhöffer und Dudenhöffer (2012): Elektromobilität braucht intelligente Förderung; Clausen (2018): Roadmap Elektromobilität Deutschland; Kraftfahrbundesamt.

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