Ein Herzensprojekt: Schätze meiner Kindheit

Ein Herzensprojekt: Schätze meiner Kindheit

Erinnerst du dich noch an den Namen deines ersten Stofftiers? Ich schon, denn auch nach 25 Jahren habe ich es noch immer bei mir zu Hause. Im August möchte ich ein Herzensprojekt verwirklichen, denn nicht nur ich habe im August Geburtstag – auch mein Blog wird wieder ein Jahr älter. Und da mich häufiger der Wunsch erreicht hat, auch einmal etwas Persönliches auf meinem Blog lesen zu wollen, erfülle ich diesen Wunsch nun.

Ich nehme dich mit auf eine Reise in meine Vergangenheit – ein kleines „Get to know me“, Einblicke in meine Kindheit und die Dokumentation eines Herzensprojektes. Denn jenes eben erwähnte Stofftier ist 25 Jahre alt – und das sieht man ihm eben auch an. Deshalb möchte ich dieses Stofftier restaurieren und es wieder auf Vordermann bringen.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Stofftier?

Bestimmt hattest auch du in deiner Kindheit einen plüschigen Freund; und vielleicht hast du ihn noch immer. Er heißt vielleicht Schnuffel, Lulu, Schröder, Kroko, Teddy, Hasi, Leo, Wuschel, Flocke, Hopsi oder Pingo.

Mein Stofftier war mein täglicher Begleiter. Wenn ich traurig oder krank war, nicht einschlafen konnte oder gedankenverloren auf dem Bett lag, war es da: Ein bester Freund, ein Kindheitsheld, ein Ein-und-Alles.

Inzwischen ist es in die Jahre gekommen. 25 Jahre gehen nicht spurlos an einem Stofftier vorbei. 25 Jahre, in denen es mal ins Klo gefallen ist, im Sandkasten übernachtet hat, in der Stadt verloren und wiedergefunden wurde, hinterlassen Spuren an einem Stofftier.

Darf ich vorstellen? Das ist Lulu.

Vor 25 Jahren sah Lulu noch ganz anders aus. Der ursprüngliche Anzug – in der Mitte ist er zu sehen – war grün mit Sternen und Monden darauf. Während meiner Kindheit hat er des Öfteren ein neues Outfit erhalten. Das letzte, mit den blauen Streifen hat meine Oma aus einem alten Hemd meines Opas ausgeschnitten. Das ist bereits über 15 Jahre her.

Im Rahmen dieses Projekts soll Lulu nicht nur ein neues Outfit bekommen. An den Händen ist das Fell aufgegangen, sodass die Füllung nach und nach ausgetreten ist. Es müssen also auch die Hände neu gefüllt und verschlossen werden.

Ich bin kein Näh-Profi, deshalb wird dieses Projekt für mich eine Herausforderung sein. Eine Herausforderung, der ich mich stellen werde.

 

Eine Reise in meine Kindheit

Ich hatte eine tolle Kindheit. Bei Freunden klingelte man an der Tür und fragte, ob sie Zeit zum Spielen hätten. Ich verbrachte viel Zeit an der Luft, denn ich wuchs in einer Sackgasse einer ruhigen Wohnsiedlung mit dem Namen „Grünes Herz“ auf. Den angrenzenden Wald kenne ich wie meine Westentasche.

Bei vielen Abenteuern – insbesondere in jungen Jahren – hat auch Lulu mich begleitet. Er war nicht nur mein erstes, sondern auch mein liebstes Kuscheltier, und davon hatte ich nicht zu wenig. Ich hatte einige Pokémon, unzählige Teddys, einen Orkawal, eine weiße Maus, einen riesigen Löwen, einen Waschbären, ein Einhorn und Lulu. 

Beinahe hätte Lulu jedoch viele Abenteuer verpasst. Denn bei einem Ausflug in die Stadt, meine Mutter schob mich – und Lulu – im Kinderwagen von Laden zu Laden, verlor ich mein Stofftier. Als wir wieder zu Hause waren und Lulu im Kinderwagen nicht auffindbar war, ging das Theater los. Schreien, Weinen und Kreischen sind die drei Wörter, die die Situation am besten beschreiben konnten. So blieb meiner Mutter nichts anderes übrig als erneut in die Stadt zu fahren und mein Stofftier zu suchen.

Eine andere Erinnerung, die in Bezug zu diesem Stofftier immer wieder aufkommt, ist das Waschen. Wenn Lulu in die Waschmaschine musste, saß ich als kleiner Junge den gesamten Waschgang lang vor der Waschmaschine und schaute zu – vermutlich aus Angst, etwas könnte kaputt gehen.

Auch jetzt führte der erste Schritt in die Waschmaschine – ich kann mich nicht daran erinnern, wann Lulu zum letzten Mal eine Waschmaschine von innen gesehen hatte. Eingepackt in einen Kissenbezug drehte mein allererstes Stofftier ein paar Runden, um bereits für das kleine Projekt zu sein.

Die nächsten Schritte

Ich bin kein Profi, sodass eine komplette Restauration schwierig werden wird. Lulu benötigt dringend einen neuen Anzug. Diesbezüglich benötige ich Stoff, bevorzugt hell und mit einem kleinen Muster.

Die Pfoten müssen neu gefüllt und mit Stoff verschlossen werden. Ich benötige also Füllwatte sowie Plüsch. Ich werde die Anzüge, die nachträglich übergenäht wurden, aufschneiden und entsorgen und einen neuen Anzug nähen. Für welchen Stoff ich mich entschieden habe und weitere Erinnerungen und Anekdoten aus meiner Kindheit erhältst du nächste Woche.

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»Lass mich ein Kind sein, sei es mit.«

Friedrich Schiller

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Dichter

1 thought on “Ein Herzensprojekt: Schätze meiner Kindheit”

  1. Herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich bin über ihn durch Zufall gestolpert und musste sofort an mein Lieblingsstofftier in meiner Kindheit denken. Es war ein riesiger Hund in schwarz-weiß mit großen Schlappohren und braunen Augen. Ich habe ihn unendlich geliebt. Leider passte er in keine Waschmaschine und irgendwann bekam das Fell Löcher, das weiße Fell wurde grau, ….
    Mein Mutter hat ihn irgendwann weggetan und ich war entsetzt und tieftraurig. Zu gerne hätte ich ihn auch heute noch. Ich versuche das mit meinen eigenen Kindern anders zu machen und respektvoller mit ihren Kuscheltieren umzugehen.

    Herzliche Grüße

    Silke

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