Schätze meiner Kindheit: Ein neues Kostüm

Schätze meiner Kindheit: Ein neues Kostüm

Mein allererstes Stofftier ist inzwischen 25 Jahre alt – und das sieht man ihm auch an. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Im Rahmen eines Herzensprojektes möchte ich dieses kleine Stofftier restaurieren und ihm so ein neues Leben schenken. Ich nehme dich mit auf eine Reise in meine Vergangenheit – ein kleines „Get to know me“, Einblicke in meine Kindheit und die Dokumentation eines Herzensprojektes. 

Erste Schritte

Zunächst mussten die alten Kostüme weichen. Ich habe also vorsichtig die Nähte aufgeschnitten, um die übergenähten Kostüme zu entfernen.
Als der dicke Stoff gewichen war, fiel auf, dass die Füllung an sehr vielen Stellen bereits sehr dünn war, sodass beispielsweise die Beine sehr leicht abknickten.

Also entschied ich mich dafür, auch das Grundkostüm an einigen Stellen aufzuschneiden und die Leere mit etwas Füllwatte zu füllen. Die von mir aufgeschnittenen Löcher mussten dann natürlich wieder zugenäht werden – die Naht wird man unter dem neuen Kostüm nicht mehr sehen.

Apropos neues Kostüm – in einem Bastelladen bin ich tatsächlich fündig geworden und habe einen Stoff gekauft, der hell ist und ein kleines, buntes und abwechslungsreiches Motivmuster aufweist. Es handelt sich hierbei um einen Jersey-Stoff. Jersey-Stoffe zeichnen sich durch ihre Geschmeidigkeit aus, sie sind dehnbar, saugfähig und atmungsaktiv.

Nachdem ich als Zwischenüberschrift „Erste Schritte“ gewählt habe, kommt mir spontan eine Erinnerung zu meinen ersten Schritten in den Sinn. Bei Oma im Garten habe ich Laufen gelernt. Dafür musste meiner Mutter mich anfangs natürlich festhalten. Hat sie mich losgelassen, bin ich hingefallen. Irgendwann kam der nächste Schritt: Meine Mutter hat mir eine Hundeleine umgebunden und mich anfangs festgehalten, irgendwann hat sie die Leine losgelassen und ich bin so lange weitergelaufen, bis ich beim Umdrehen gemerkt habe, dass sie mich gar nicht mehr festhält.

Ich finde, das ist eine tolle Metapher für das Leben: Die ersten Schritte, die man mit Hilfe der Eltern meistert, ehe man irgendwann eigenständig durchs Leben läuft.

Das Kostüm

Wie du sehen kannst, habe ich neben dem Jersey-Stoff weißen Plüsch gekauft, der sich leider farblich noch sehr stark von dem in die Jahre gekommenen Plüsch des Stofftiers absetzt.

Das neue Kostüm wird wie das alte Kostüm ein Overall. Ich bin gespannt, wie der helle Stoff mit dem engen Muster an dem Stofftier wirkt und ob er nicht vielleicht zu hell sein wird.

Auch hier sei mir eine Anekdote zur Überschrift erlaubt: Der Begriff Kostüm steht im weitesten Sinne für Kleidung, wird aber auch synonym für Verkleidung verwendet. Eine Verkleidung dient beispielsweise dazu, das Aussehen zu verschleiern oder die Identität zu verbergen.

Obwohl es durchaus nicht wenige Fotos von mir gibt, findest du kaum eines, auf dem ich beispielsweise meine Brille trage. Seit ich zwei Jahre alt bin, trage ich aufgrund einer Hornhautverkrümmung, die mit einer Sehschwäche einhergeht, eine Brille. Vor einigen Jahren fing ich an, die Brille vermehrt zu Hause zu lassen und stattdessen Kontaktlinsen zu tragen.

Nicht, weil es aus irgendwelchen Gründen notwendig wäre, sondern weil ich lieber ohne Brille gesehen werde. Vielleicht ist es tief im Inneren der Wunsch, mir mein Handicap nicht anzusehen – so als würde man am liebsten ohne Rollstuhl gesehen werden, obwohl man auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Ohne Sehhilfe sehe ich nicht besonders gut, sodass ich beispielsweise nicht ohne Brille oder Kontaktlinsen Autofahren darf. Das nebenstehende Bild entstammt der Seite brillen-sehhilfe.de und soll meine Fehlsichtigkeit des linken Auges simulieren (SPH +3,75; ZYL -2,5). Tatsächlich nehme ich die Fehlsichtigkeit auch ohne Sehhilfe nicht als so krass wahr, weil mein rechtes Auge diese Fehlsichtigkeit so gut es geht ausgleicht. 

Wenn es allein um das Aussehen geht, trage ich lieber Kontaktlinsen. Insbesondere beim Autofahren oder beim Arbeiten am PC trage ich jedoch lieber eine Brille, da die Kontaktlinsen die Augen schneller austrocknen. 

Die nächsten Schritte

Die Pfoten bedürfen einer neuen Füllung und müssen mit Plüsch verschlossen werden. Erst wenn diese Arbeit verrichtet ist, geht es tatsächlich an das Nähen des neuen Kostüms. Gespickt wird auch der folgende Beitrag wieder mit Erinnerungen und Anekdoten, persönlichen Einblicken und einer Dokumentation des Fortschritts!

kevvoegelchen3 (1)

»Ich möchte sagen, dass ich immer noch im und vom Sonnenschein meiner Kindheit lebe.«

Christian Morgenstern

-

Deutscher Schriftsteller

Memories remain – Erinnerungen bleiben

Es war ein Dienstag. Marvin hatte Geburtstag. Es war sein siebter Geburtstag. Zusammen mit seiner Mutter, seiner vierjährigen Schwester Marie, seinem Vater, seinen Großeltern und seinen Geburtstagsgästen saß er am

Persönliches

Ein Herzensprojekt: Schätze meiner Kindheit

Ein Herzensprojekt: Schätze meiner Kindheit Erinnerst du dich noch an den Namen deines ersten Stofftiers? Ich schon, denn auch nach 25 Jahren habe ich es noch immer bei mir zu

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *