30 Jahre Deutsche Einheit

30 Jahre Deutsche Einheit - noch immer nicht geeint.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland geteilt. Die Alliierten kümmerten sich während der Nachkriegszeit um die Verwaltung des Deutschen Staatsgebiets. Während der Osten Deutschlands von der Sowjetunion (heute Russland) verwaltet wird, gibt es im Westen Deutschlands eine Währunsgreform. Die Einführung der Deutschen Mark (DM) führt zur Berlin-Blockade durch die Sowjetunion im Jahr 1948. Die Westalliierten umgehen die Blockade durch die Luftbrücke.

Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes wird die Bundesrepublik Deutschland (BRD) am 23.05.1949 gegründet. Konrad Adenauer wird erster deutscher Bundeskanzler, Theodor Heuss übernimmt das Amt des Bundespräsidenten. Rund fünf Monate später entsteht aus der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik (DDR).

Getrennte Wege

In der DDR wird die SED zur machthabenden Partei. Sie entstand 1946 aus dem Zwangszusammenschluss aus SPD und KPD. Während es in der BRD bergauf ging, wurde die DDR in eine Krise gestürzt. 1953 kam es zum Volksaufstand gegen die SED-Führung. Die Erhöhung der Arbeitsnormen und die schlechte Versorgung brachten die Bevölkerung gegen die Regierung auf. Die Rufe nach freien Wahlen, der Wiedervereinigung und der Absetzung Ulbrichts wurden langsam laut. Mit Hilfe sowjetischer Truppen werden die Aufstände niedergeschlagen.

Währenddessen wird die Bundesrepublik Fußballweltmeister. 1954 gelingt der Nationalelf das Wunder von Bern, bei dem das deutsche Team gegen den Favoriten Ungarn mit 3:2 gewinnt. 1955 tritt die BRD der NATO bei. Im selben Jahr gründet die sowjetische Führung den Warschauer Pakt als militärisches Gegenstück.

Die Römischen Verträge bilden am 25.03.1957 die Grundlage für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der auch die Bundesrepublik angehört. Aus ihr entwickelt sich später die Europäische Union. Der Bundesrepublik gelingt der wirtschaftliche Aufschwung, während die DDR wirtschaftlich schwächelt. Da auch die Versorgungslage nicht sonderlich rosig ist, hat die DDR mit hoher Abwanderung zu kämpfen. Um dieser entgegenzuwirken, wird am 13.08.1961 die Berliner Mauer gebaut.

Die Berliner Mauer

Zwar ist die innerdeutsche Grenze seit 1952 abgeriegelt und befestigt gewesen, dennoch verließen seit 1945 mehr als 3,5 Millionen Menschen die DDR. Der Bau einer Mauer sollte diese Abwanderung unmöglich machen. Fluchtversuche werden vereitelt, angrenzende Fenster zugemauert. An der Mauer herrscht Schießbefehl. Dutzende Menschen verlieren an der Mauer ihr Leben. Auf der Flucht aus der DDR schwimmen sie über die Havel oder graben Tunnel, um in die Bundesrepublik zu gelangen.

1969 wird Willy Brandt Bundeskanzler der Bundesrepublik. Er ist bis heute bekannt für seine „neue Ostpolitik„, für die er 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Nach Überwindung der Berlin- und Kuba-Krise führt seine Politik schließlich zum Grundlagenvertrag, der am 21.12.1972 unterzeichnet wird. Er umfasst die gegenseitige Anerkennung, eine Erklärung zum Gewaltverzicht sowie die Regelung über den Austausch ständiger Vertreter. 

Im September 1973 treten die BRD und die DDR der UNO bei und unterzeichnen 1975 die KSZE-Schlussakte in Helsinki, die Menschenrechte festlegt und die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken soll.

Dennoch herrschen in der DDR Unterdrückung und Überwachung. Kritische Bürger werden überwacht und verhaftet, Schriftsteller und Journalisten zensiert. 1976 wird beispielsweise der Liedermacher Rolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. Infolgedessen verlassen zahlreiche Künstler und Schriftsteller die DDR. 1979 wird das politische Strafrecht verschärft. Zwangsmaßnahmen gegen Regimekritiker nehmen zu.

Am 01. Oktober 1982 wird Helmut Kohl Kanzler der Bundesrepublik, nachdem Helmut Schmidt per Misstrauensvotum abgewählt wurde. Nach fünf Jahren im Amt bewilligt seine Regierung 1987 einen weiteren Milliardenkredit für die DDR. Diese verschärft noch im selben Jahr die Zwangsmaßnahmen gegen Menschenrechtsgruppen.

Die Kommunalwahl in der DDR am 07. Mai 1989 führt schließlich zu Protesten. Bürger protestierten gegen das Wahlergebnis, warfen der Regierung sogar Wahlfälschung vor. Die nicht selten gewaltsame Antwort auf die Proteste führt abermals zu großen Fluchtwellen. Hunderte Menschen flüchteten in die BRD-Botschaften in Warschau, Prag und Budapest, um ihre Ausreise zu erzwingen. Am 30. September 1989 tritt Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf den Balkon der Botschaft in Prag und verkündet: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ – Der Rest der Aussage ging im Jubel unter.

Bei der Montagsdemonstration am 09. Oktober 1989 kamen mehr als 70.000 Demonstranten nach Leipzig. Die Zunahme der Massendemonstrationen zwangen Honecker am 18.10. schließlich zum Rücktritt. Am 09. November 1989 wurde schließlich die Mauer geöffnet. Erstmals seit mehr als 30 Jahren war eine Ausreise aus der DDR in die BRD wieder möglich.

Deutsche Einheit - ungeeint.

In den folgenden Jahren sollte es um die Annäherung der BRD und der DDR gehen. Die Bundesländer der DDR wurden von der BRD aufgenommen, es galt fortan die Verfassung der BRD und auch die Währung wurde in der DDR übernommen.  1995 wurde der Solidaritätszuschlag eingeführt, durch den die Kosten für die Deutsche Einheit gedeckt werden sollten. Noch heute beträgt er 5,5% der Einkommens- und Körperschaftssteuer.

Doch auch, wenn wir seit jeher die Deutsche Einheit feiern, ist Deutschland im Innern nicht geeint. Es ist wie eine Wunde, die noch immer nicht verheilt ist. Zwar hätten sich die Lebensverhältnisse weitgehend angenähert, doch noch immer kann nicht von einem geeinten Deutschland gesprochen werden. Deutschland ist geteilt – in den Köpfen der Menschen, im Lohnniveau und der Wirtschaftskraft.

Konzernzentralen großer Unternehmen finde man beispielsweise überwiegend im Westen des Landes, die ostdeutsche Wirtschaft ist weniger exportorientiert. Forschung und Innovation konzentrieren sich auf den Westen, die ostdeutsche Wirtschaft ist geprägt von niedriger Produktivität und fehlenden Spitzengehältern.

Westdeutschland15.3%
Ostdeutschland17.8%

Menschen, die armutsgefährdet sind

Dies spiegelt sich auch in den Konsumausgaben wider. Diese sind mit 2078€ im Osten rund 500€ geringer als im Westen (2587€). Dabei ist das Konsumverhalten nahezu identisch. Für die Grundbedürfnisse (Wohnen, Essen und Bekleidung) geben die Menschen in Ostdeutschland 53,3% ihrer Konsumausgaben aus, im Westen sind es 53,6%.

Westdeutschland17.5%
Ostdeutschland24.9%

Alleinerziehende

Ungeeint ist Deutschland aber vorallem in den Köpfen der Menschen. Sie teilen gedanklich immer noch oft in Ost und West. Diese Trennung ist tief verankert und spiegelt sich darüber hinaus in der Mentalität der Menschen wider. Etwa 2009 war der Stimmanteil für die NPD im Osten deutlich höher als im Westen des Landes. Eine ähnliche Verteilung gibt es auch für die AfD.

Andersherum ist es beispielsweise mit dem Migrationsanteil. Dieser ist im Westen des Landes deutlich höher als in den „neuen Bundesländern“. Hier wirkt die wirtschaftliche Stärke Westdeutschlands als Pull-Faktor. Dennoch ist die Empörung über die Migrationspolitik der Bundesregierung im Osten größer als im Westen.

Deutschland ist noch nicht geeint. Unterschiede in den Löhnen sind trotz gleicher Arbeit noch immer vorhanden und auch wirtschaftlich steht der Osten dem Westen des Landes noch immer nach. Der Solidaritätszuschlag hat sein Ziel noch immer nicht erreicht. Dennoch wurde im August das Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags beschlossen. Dieses soll die Zahlung des Solidaritätszuschlags in Teilen abschaffen. Die Ungleichheit zwischen Ost und West wird also auch weiterhin bestehen.

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