China betreibt Genozid und wir schauen weg

China betreibt Genozid und wir schauen weg!

China ist ein multiethnisches Land. Derzeit leben dort 56 verschiedene Nationalitäten. Eine davon sind die sogenannten Uiguren.

Sie sind die größte turksprachige Ethnie in der autonomen Region der Uigurischen Nationalität der Volksrepublik China (Xinjiang; in der Karte rot markiert). Rund neun von zehn Uiguren weltweit leben dort. Laut Volkszählung aus dem Jahr 2010 leben inzwischen mehr als zehn Millionen Uiguren in China.

Die Mehrheit der Uiguren gehört dem Islam an. Neben den Uiguren leben noch einmal rund zehn Millionen Muslime und Muslimas in der Volksrepublik. Damit gehört China weltweit zu den größeren „muslimischen“ Staaten. China hingegen ist ein laizistischer Staat und die Mehrheit der Bevölkerung gehört keiner Konfession an. Dagegen sind rund 20 Millionen Muslime und Muslimas eine Minderheit, die gerade einmal 2% der chinesischen Bevölkerung ausmachen.

Diese Minderheit wird in China nun seit einiger Zeit verfolgt und in Konzentrationslager deportiert.

Konzentrationslager für 1,5 Millionen Muslime und Muslimas

Dass es derartige Umerziehungslager in China geben soll, wird bereits seit einigen Jahren vermutet. Dies verstößt jedoch nicht nur gegen die Menschenrechte der Vereinten Nationen, sondern schien lange Zeit auch in China selbst nicht genehmigt gewesen zu sein. Seit etwa Oktober 2018 gebe es nun Gewissheit, sagt etwa Patrick Poon von Amnesty International: „In der Vergangenheit wurde das so klar nicht formuliert, jetzt schon: Die lokalen Behörden sollen Einrichtungen schaffen, in denen Menschen umerzogen und transformiert werden[…].“

Er betont jedoch auch, dass dieses Vorgehen nicht legalisiert worden sei, nur weil es nun in den chinesischen Vorschriften stünde. Amnesty International fordere die chinesische Regierung weiterhin auf, diese „willkürliche Internierung“ zu unterlassen. Während die chinesische Regierung derartige Deportationen immer noch bestreitet, werden nach aktuellen Angaben der Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen mehr als 1,5 Millionen Muslime und Muslimas in derartigen Lagern festgehalten. „Politische Umerziehung als staatliche Reintegrations-Hilfe“ nennt es etwa Li Xiaojun, Direktor für Medienangelegenheiten im chinesischen Staatsrat.

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»Nein, sie [die Muslime und Muslimas] werden dort nicht misshandelt. Sie bekommen professionelle Erziehung und Trainings, damit sie bessere Jobs finden und für die Zukunft besser vorbereitet sind. Und sie bekommen auch grundlegendes Wissen über unser Gesetz vermittelt. «

Li Xiaojun

-

Direktor für Medienangelegenheiten im chinesischen Staatsrat

In den vergangenen Jahren kam es in der Provinz Xinjiang häufiger zu Unruhen und terroristischen Anschlägen. Die chinesische Regierung sieht extremistische uigurische Gruppen in der Verantwortung. Aus Sicherheitsgründen und um für Stabilität zu sorgen, ist die Region deshalb zu einem Überwachungsstaat geworden. Die Religionsfreiheit und die kulturelle Selbstbestimmung der muslimischen Bevölkerung werden immer weiter eingeschränkt.

Warum sind mehr als 1,5 Millionen Muslimische Bürger weggesperrt?

Von Seiten der chinesischen Regierung werden Sicherheitsaspekte zur Begründung angeführt. Durch die oben genannten Vorschriften sollen lokale Behörden ermutigt werden, als extremistisch eingestufte Personen „zu erziehen“. Offiziell sind diese Vorschriften deshalb als „Regularien zur Entradikalisierung“ bezeichnet. Adrian Zenz, der sich in seiner Forschung mit der Provinz Xinjiang beschäftigt, beschreibt die Situation hingegen anders:

»Ich denke, das Ziel ist eine starke Gleichschaltung, um Kontrolle zu erreichen. […] Hier geht es insbesondere gegen Religionen oder andere Ideologien, die wie im Wettbewerb zum Kommunismus stehen. Xi Jinping [der Generalsekretär von China] spricht ja auch von der Sinifizierung von Religion. Dass Religionen sich dem chinesischen Kontext anpassen müssen.“

Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Terrorismus soll nun also vorallem eines praktiziert werden: Politische und religiöse Umerziehung. Der Islam soll raus aus den Köpfen, die kommunistische Partei rein. Aber es gibt noch einen weiteren Grund.

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Alternativ kannst du auch diesen Link benutzen, der dich direkt zum Video auf die Website des Videoanbieters bringt: https://www.youtube.com/watch?v=zmaqJDlWwrs

In dem Video siehst du Aydin Anwar, eine amerikanische Uigur-Aktivistin, die auf die Missstände in China aufmerksam macht.

„Sie werden gezwungen, den Islam abzulegen und den Atheismus anzunehmen und dem chinesischen Staat die Treue zu versprechen!“, sagt Anwar.

Sie berichtet auch über die Willkürlichkeit, mit der die Behörden Muslime und Muslima verfolgen und einsperren: „Einer der Gründe könnte sein, dass du in Kontakt mit jemandem aus dem Ausland warst oder ein Familienmitglied im Ausland hast. Viele werden weggesperrt, weil sie sich zum Islam bekennen und beten.“

Anwar führt darüber hinaus den Rohstoffreichtum der Provinz Xinjiang als möglichen Grund an. Auf diesen Weg könnte die chinesische Regierung die Kontrolle über die Rohstoffe der Autonomen Region erhalten.

Durch die Deportationen sind einige Dörfer und Städte bereits nahezu menschenleer.

Der chinesische Genozid in Xinjiang

Aydin Anwar berichtet in dem Video zudem konkret über den Umgang mit Muslimen und Muslimas in der Provinz Xinjiang. „Die Menschen verbringen Stunden in vollgestopften, kleinen Zellen und ihnen wird eingeredet, dass es keine Religionen gibt und man den chinesischen Staat bejubeln soll. Und wenn die Menschen sich weigern oder Widerstand zeigen, wird Gewalt angewendet.“

Detailliert spricht Anwar davon, dass Finger- und Fußnägel sowie Zähne ausgerissen werden und dass die Menschen bei Befragungen von Schlangen gebissen werden – teilweise bis zum Tod. Darüber hinaus würden die Menschen sterilisiert werden, damit sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Uigur-Frauen werden mit Han-Chinesen zwangsverheiratet, um sich der nächsten Generation Uiguren zu entledigen.

Es gibt keine offiziellen Zahlen, wie viele Menschen genau in den Lagern gefangen gehalten werden und wie viele Menschen dort bereits ums Leben gekommen sind. Anwar erzählt, dass die Körper der Verstorbenen nicht wie üblich an die Familien überstellt werden, sondern dass diese verbrannt werden – Methoden, denen man sich bereits im Holocaust bedient hat, um die vielen Leichen platzsparend zu beseitigen.

Die chinesische Regierung begeht Genozid – warum lesen wir davon nichts in unseren Medien? Wieso schalten sich westliche Regierungen nicht ein?

Warum berichten unsere Medien nicht über den Genozid?

Dass wir in der westlichen Welt nicht sonderlich viel von dem Genozid im fernen China mitbekommen, kann durchaus mehrere Ursachen haben. Dass unsere Medien nicht darüber berichten oder die westliche Welt bisher nicht davon wusste, gehört jedoch nicht zu diesen Möglichkeiten. Das Video von Aydin Anwar wurde bereits 2018 veröffentlicht. Es zeigt darüber hinaus auch die Ansprache von Scott Busby, einem Beamten des U.S. State Departments, der von mindestens 800.000 bekannten Fällen von Deportationen in derartige Camps spricht.

Auch deutsche Medien wie die Tagesschau, Fokus, FAZ, der Spiegel und Die Zeit haben seit 2018 vereinzelt darüber berichtet. Leider wurde diesen Berichten ähnlich viel Aufmerksamkeit zuteil wie den Bränden des Regenwaldes in Bolivien, Sibirien und Afrika.

 

#01

China kontrolliert die Staatsmedien. Neuigkeiten gelangen nicht wirklich nach Außen.

Andere Regierungen werden von der chinesischen Regierung unter Druck gesetzt und zum Stillschweigen bewegt.

#02

#03

Andere Regierungen halten im Interesse wirtschaftlicher und diplomatischer Beziehungen die Füße still.

China hat als ständiges Mitglied der Vereinten Nationen ein Veto-Recht und kann Resolutionen deshalb abwenden.

#04

Was können wir tun?

Damit gegen den Genozid in China vorgegangen wird, muss das Thema Aufmerksamkeit erzeugen. Aufmerksamkeit erhöht den Druck gegenüber Regierungen und bewegt diese eher dazu, zu reagieren. Dafür kann man auch lokale Uigur-Communities unterstützen. In Deutschland befindet sich die größte Uigur-Community in München.

Deportationen und Genozid dürfen niemals totgeschwiegen werden – unabhängig davon, welche Bevölkerungsgruppen betroffen sind.

Quellen: tagesschau.de, nowthisnews.com, fokus.de, FAZ.net, spiegel.de, zeit.de

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