Black Friday – Riskanter Schnäppchenwahnsinn

Black Friday - Riskanter Schnäppchenwahnsinn

Während die Weihnachtsmärkte noch nicht einmal geöffnet hatten, zog der Handel bereits die Zügel stramm: Das Weihnachtsgeschäft startet durch. Der Black Friday – also der Schwarze Freitag – gilt oftmals als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison. Gemeint ist der Freitag nach Thanksgiving, dem Erntedankfest des nordamerikanischen Kontinents, welches stets am vierten Novemberdonnerstag gefeiert wird.

Daher stammt auch die Tradition des Black Friday aus den Vereinigten Staaten. Da Thanksgiving in den USA ein staatlicher Feiertag ist, nutzen viele Amerikaner den Freitag als Brückentag, um erste Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Der ansässige Handel hat sich längst an diese Gegebenheiten angepasst: Einige Geschäfte öffnen am Black Friday bereits um fünf Uhr, bieten Sonderangebote, Rabatte und Werbegeschenke. Viele Amerikaner warten deshalb bereits nachts in langen Schlangen vor den Geschäften: Der Schnäppchenwahnsinn beginnt.

Woher stammt der Name "Black Friday"?

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»‘Black Friday’ is the name which the Philadelphia Police Department has given to the Friday following Thanksgiving Day. It is not a term of endearment to them. ‘Black Friday’ officially opens the Christmas shopping season in center city, and it usually brings massive traffic jams and over-crowded sidewalks as the downtown stores are mobbed from opening to closing.«

Bonnie Taylor-Blake

-

American Dialect Society

Erstmals in diesem Zusammenhang belegt ist der Begriff im Januar 1966, als von kilometerlangen Staus, überfüllten Bürgersteigen und Geschäften, die von Öffnung bis Schließung rappelvoll sind, berichtet wird. Naheliegend ist daher die etymologische Erklärung, dass der Name in Anlehnung an den Börsencrash von 1929 entstanden ist. Damals versuchten viele Sparer ihr Geld noch in letzter Minute von den Banken zu retten, was ein ähnliches Chaos und Umherlaufen zufolge hatte.

Es existiert jedoch auch die Annahme, dass der Name mit der Tatsache zusammenhängt, dass der Black Friday einer der umsatzstärksten Tage des Handels ist, die Händler also schwarze Zahlen schreiben. Und das tun sie tatsächlich. Allein die Amerikaner geben über eine Milliarde Dollar am Black Friday aus – Tendenz steigend.

Übrigens ist der Name „Black Friday“ in Deutschland eine eingetragene Wortmarke. Eine chinesische Firma aus Hong Kong hat sich den Markennamen beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen lassen. Wer also ohne eine entsprechende Lizenz mit dem Begriff wirbt, kann für sein Verhalten abgemahnt werden.

Wie kam der Black Friday nach Deutschland?

Auch in Deutschland wurde 2016 erstmals die Milliarden-Marke zum Schnäppchenwochenende geknackt. Nach Deutschland kam der Schnäppchentag insbesondere über den Online-Handel. Seit 2013 findet der Black Friday im größeren Rahmen auch in Deutschland statt. Zuvor veranstaltete jedoch etwa Apple zum Black Friday Sonderangebote. Bereits 2006 gab es an diesem Tag besondere Angebote, die jedoch für Verbraucher in keinem Zusammenhang mit dem Black Friday standen. Apple selbst sprach etwa 2012 von „einem eintägigen Shopping-Event“.

2014 - 787 Millionen Euro Umsatz69%
2015 - 911 Millionen Euro Umsatz81%
2016 - 1,078 Milliarden Euro Umsatz91%

Bereits 2013 bewarben rund 500 Händler in Deutschland ihre Produkte zum Black Friday. Seitdem steigert sich die Bekanntheit und Beliebtheit des Black Fridays stetig. Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostiziert für 2019 in Deutschland einen Gesamtumsatz von 3,1 Milliarden Euro.

Während in Amerika die meisten Angebote im Einzelhandel zu finden sind, profitiert hierzulande insbesondere der Onlinehandel zum Black Friday. Bereits eine Woche vorher bewerben etwa Amazon, MediaMarkt und viele weitere Unternehmen besondere Angebote. Aber welche Schnäppchen lohnen sich?

 

Welche Schnäppchen lohnen sich?

Das Vergleichsportal idealo hat diesbezüglich eine Gegenüberstellung der Preise herausgebracht, denn: Nicht bei allen Angeboten spart man auch tatsächlich. Eine hohe Prozentzahl bei den Rabatten bedeute nicht, dass man ein wirkliches Schnäppchen schlägt, verrät Georg Tryba von der Verbraucherzentrale. Viele Auszeichnungen basierten auf der Unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers, Händlerpreise seien aber ohnehin deutlich darunter angesiedelt.

Quelle: Statista.com

Die Preise können sich also durchaus unterscheiden. Hohe Rabatte zeichnen kein echtes Schnäppchen aus. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb den Preisvergleich über das Internet. Auch wer im stationären Handel einkauft, kann dort häufig einen Rabatt erwirken, wenn das gleiche Produkt anderswo günstiger zu kaufen wäre. Wer sich mit dem Angebot der Konkurrenz an den Verkäufer wendet, erhält oft dasselbe Angebot vor Ort.

Tryba von der Verbraucherzentrale rät zudem dazu, zuzuschlagen, wenn Angebote ablaufen, man aber noch keine Zeit zum Preisvergleich hatte. Die meisten Käufe könne man vor Versand kostenfrei stornieren und man hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Denn auch, wenn insbesondere Elektronik-Artikel knallhart reduziert werden, könnte der Ärger groß sein, wenn diese Produkte in der kommenden Woche noch günstiger werden: Bei vielen Händlern folgt auf die Black (Friday) Week, die Cyber Monday Week.

5 Tipps, um beim Black Friday wirklich zu sparen

#01

Vorsicht bei Rabatten: Die Auszeichnungen meinen häufig die Reduzierung im Vergleich zum UVP. Händler verkaufen jedoch in der Regel weit unter UVP. Preise vergleichen!

Nicht von tickenden Uhren zu Käufen leiten lassen. Im Zweifel gilt: Produkt vor Ablauf der Uhr kaufen, Preise vergleichen und Kauf ggf. widerrufen.

#02

#03

Käufe können innerhalb von 14 Tagen nach Kauf widerrufen werden - etwa wenn das Produkt am Cyber Monday noch günstiger sein sollte als am Black Friday. Hierbei fallen ggf. Versandkosten an.

Schnäppchen genau anschauen: Der günstige Fernseher bringt nichts, wenn der Verbrauch die Stromrechnung in die Höhe schnellen lässt.

#04

#05

Vorsicht vor Impulskäufen: Mach dir zunächst einmal Gedanken, ob du das Schnäppchenprodukt wirklich brauchst oder ob es nach dem Kauf in einer Ecke einstaubt.

Und noch ein weiterer Tipp für Paare: Passt auf eure Männer auf. Eine Studie von PAYONE zeigt, dass Männer am Black Friday mehr Geld pro Einkauf ausgeben als Frauen:

rund
1
Euro pro Warenkorb

geben Männer aus.

etwa
1
Euro pro Warenkorb

geben Frauen aus.

Quellen: Statista.com, kn-online.de, focus.de, suedkurier.de, welt.de, spiegel.de

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