Nachhaltige Weihnachten

Nachhaltige Weihnachten

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Stille Nacht, Heilige Nacht? Von wegen. Auch die Feiertage sind nicht frei von Lärm, Klima- und Umweltsünden. Das Institut der deutschen Wirtschaft fand in einer Studie heraus, dass zur Weihnachtszeit rund 20% mehr Müll produziert wird: Ausrangiertes macht Platz für die neuen Geschenke, Verpackungen häufen sich. Doch in einem Jahr, in welchem Fridays For Future immer wieder das Top-Thema war, sollte man sich vielleicht einmal Gedanken machen, ob das nicht auch anders, nämlich klima- und umweltfreundlicher geht. Wie das geht, erfährst du heute im Blog-Adventskalender.

Die Beleuchtung

Der Stromverbrauch steigt allein am ersten Weihnachtstag um ein Drittel. Grund hierfür ist nicht nur die dunkle Jahreszeit, die es erforderlich macht, das Licht einzuschalten, sondern vor allem die Weihnachtsbeleuchtung und der Ofen, in dem das Essen den ganzen Tag vor sich hinschmort. So dunkel ist die Jahreszeit dann gar nicht mehr. Rund 15 Millionen Lichter erleuchten unsere Häuser und Innenstädte. Was uns in der Weihnachtszeit noch erfreut, bringt wenig später blankes Entsetzen – nämlich dann, wenn die Stromrechnung im Briefkasten landet: 500 Millionen Kilowattstunden kommen bei dem alljährlichen Lichterspektakel zusammen. Mit dieser Strommenge könnten Großstädte wie Würzburg, Trier oder Paderborn ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat beispielsweise errechnet, dass zwei Zehn-Meter-Lichtschläuche über sechs Wochen rund 30€ Stromkosten verursachen. Wohl dem, der sein ganzes Haus mit diesen Schläuchen beleuchtet. Deutlich kostengünstiger ist man mit LED-Lichtern unterwegs. Sie verbrauchen etwa 80% weniger Energie und halten dabei 20-mal länger als herkömmliche Glühbirnen. Wer stattdessen ein Fan von Kerzen ist, sollte auf das RAL-Gütezeichen achten. Es garantiert die schadstoffarme Herstellung.

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»Drei herkömmliche Lichterketten mit Glühbirnen verbrauchen in der Weihnachtszeit so viel Strom
wie der Kühlschrank im gesamten Jahr.«

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Der Baum

Er darf an Weihnachten nicht fehlen: Der Weihnachtsbaum. Egal, ob Tanne oder Fichte, es sollte darauf geachtet werden, dass der Baum aus heimischen Wäldern kommt – denn weite Transportwege bedeuten einen hohen CO2-Fußabdruck aufgrund des weiten Transports. Bäume, die zusätzlich mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet sind, stammen aus kontrolliertem Anbau und gelten daher als ökologisch zertifiziert. Das Logo „Fair Forest“ ist im Gegensatz zum Label „Fair Trees“ kein Garant für einen ökologischen Weihnachtsbaum.

Wer bei der Wahl seines Weihnachtsbaumes etwas für die Umwelt tun möchte, sollte also einen regionalen und zertifizierten Baum kaufen. Weißtannen gehören hingegen zu den bedrohten Arten und sollten deshalb nicht als Weihnachtsbaum verwendet werden.

Noch ökologischer ist ein Baum im Topf. Er kann nach dem Weihnachtsfest wieder ausgesetzt werden und auch in kommenden Jahren wieder als Weihnachtsbaum dienen. Wer keinen Baum kaufen will, kann sich einen solchen Baum auch mieten – inklusive Lieferung und Abholung nach dem Fest – auch hierbei sollte auf möglichst kurze Transportwege geachtet werden. Wie der perfekte Weihnachtsbaum aussieht und wie du den Baum nachhaltig schmücken kann, wurde bereits in Türchen Nummer 11 behandelt.

Der Plastikbaum ist keine nachhaltige Lösung. Zwar wird für diesen kein Baum gefällt, bei der Produktion und der Entsorgung werden jedoch Unmengen an CO2 freigesetzt. Einen Plastikbaum müsste man deshalb 20 Jahre am Stück verwenden, um die gleiche Ökobilanz zu erzielen wie mit einem echten Baum.

Die Geschenke

Auch bei der Produktion von Weihnachtsgeschenken kann man etwas für die Umwelt tun. Wer auf regionale Produkte setzt, spart CO2 für den Transport ein, Bio- und Fair Trade- und weitere Label sagen zudem etwas über die Herstellungsbedingungen aus. Zu den beliebtesten Geschenken gehören Parfüm und Pflegeprodukte. Zumindest letztere gibt es bereits in unverpackten Varianten und aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. Auf Platz zwei liegt Unterhaltungselektronik, die zu einem Großteil aus Plastik besteht. Wie bei Handys gilt auch hier: Es muss nicht immer der neuste Schrei sei. Wer jährlich ein neues iPhone kauft, tut der Umwelt keinen Gefallen.

Du musst dir zudem Gedanken darum machen, wo du deine Weihnachtsgeschenke kaufst: Der Kauf im stationären Einzelhandel hat eine bessere Ökobilanz als der Kauf im Internet und die Lieferung nach Hause. Zudem werden beim Versand weitere Verpackungsmaterialien verwendet, die letztendlich auf dem Müll landen.

Apropos Verpackung: Auch der Brauch, Geschenke zu verpacken, produziert Unmengen an Müll. Geschenke sehen zwar so viel schöner aus, wenn sie in buntem Geschenkpapier und mit Schleifchen verpackt werden, nachhaltig ist das jedoch nicht. Die Lösung hierfür: Upcycling. Alte Landkarten oder bunte Servietten, leere Dosen oder Gläser und Packpapier können ebenfalls als Geschenkverpackung verwendet werden. Wer Packpapier zu schlicht findet, kann mit Faltungen für Abwechslung sorgen. Du verschenkst zu Weihnachten bloß Geld? Mit Faltanleitungen aus dem Internet lassen sich aus den Scheinen ein Tannenbaum sowie Geschenke falten. Diese klebst du auf die Innenseite eines Schraubglasdeckels und schraubst das Glas zu – das Geschenk kannst du nun wie eine Schneekugel verschenken.

Wer dennoch auf Geschenkpapier nicht verzichten kann, sollte auch hier auf Umweltlogos wie das FSC-Siegel oder den Blauen Engel achten. Geschenkpapier aus Altpapier schont die Ressourcen. Wenn du zudem beim Auspacken vorsichtig bist, kannst du das Geschenkpapier – in jedem Fall aber die Geschenktüten – im nächsten Jahr wiederverwenden!

Es gibt auch Geschenke, mit denen du die Umwelt aktiv unterstützen kannst – etwa eine Patenschaft, eine Spende oder ein Bienenstock.

Das Essen

Auch das Festessen kann zum Klimakiller werden. Auch hier gilt: Du tust Gutes, wenn du regional kaufst. Bei Lebensmitteln – insbesondere bei Obst und Gemüse – kommt der Aspekt der Saisonalität hinzu: Rüben, Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Kartoffeln und Rotkohl kannst du an Weihnachten auf jeden Fall essen. Spargel, Bohnen, Brokkoli, Blumenkohl und Paprika haben keine Saison und haben deshalb weite Transportwege oder wurden in energieintensiven Treibhäusern angebaut. Kaufst du Obst und Gemüse zudem aus biologischem Anbau, tust du der Umwelt und der Gesundheit etwas Gutes. Verzichte beim Kauf von Obst und Gemüse auf Plastikbeutel!

Auch wenn es im Rezept steht, muss der Braten nicht in den vorgeheizten Ofen, da das Vorheizen mehr Energie beansprucht als die Zeit, die man dadurch eher fertig ist. Und: 15 Minuten vor Ende der Backzeit, kannst du den Ofen bereits ausschalten. So sparst du bis zu 20% der Energie beim Backen ein.

Kochst du zudem mit einem Schnellkochtopf, verbrauchst du beim Kochen rund 30% weniger Energie. Du hast keinen Schnellkochtopf? Dann lass beim Kochen auf jeden Fall den Deckel auf den Töpfen, auch so kannst du viel Energie einsparen.

Und wenn du noch nicht all diese Tipps umgesetzt hast, hast du schon jetzt einen guten Vorsatz für das neue Jahr!

Weihnachten

Der perfekte Weihnachtsbaum

Woher kommt der Brauch mit dem Weihnachtsbaum? Erfahre die Geschichte des Weihnachtsbaums und wie du mit deinem Baum das Klima schützen kannst.

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