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Wie der Klimawandel uns den Traum von Weißen Weihnachten zerstört

Wie der Klimawandel uns den Traum von weißen Weihnachten zerstört...

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Obwohl der Klimawandel seit Jahrzehnten in der Wissenschaft behandelt wird, ist er erst durch die Fridays-For-Future-Demonstrationen verstärkt in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Die Folgen des Klimawandels können wir bereits jetzt deutlich spüren: Die Sommer sind wärmer und trockener, Stürme und Unwetter nehmen zu und auch im Winter meinen wir, vermeintliche Auswirkungen des Klimawandels erfahren zu können. Die Frage, ob es früher häufiger Weiße Weihnachten gab als heute, beschäftigt uns im 15. Türchen des Blog-Adventskalenders.

Wann gibt es Schnee an Weihnachten?

Schnee ist eine Form des Niederschlags und besteht somit aus Wasser. Wenn kleine Wassertröpfchen in den Wolken gefrieren und sich Wasserdampf an einem Gefrierkern ablagert, bilden sich kleine Schneekristalle in den höheren, kalten Luftschichten. Dafür muss die Temperatur in den Wolken zwischen -4°C und -20°C liegen – ist es wärmer, gefriert das Wasser nicht, ist es kälter, ist die Luft zu trocken, um Schneekristalle zu bilden.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, machen sich die Schneekristalle auf den langen Weg gen Boden. Auf ihrem Weg gefriert weiterer Wasserdampf an den gerade einmal 0,1 Millimeter großen Schneekristallen, wodurch die Schneekristalle zu vielfältigen Flocken heranwachsen. Dies unterscheidet Schnee von Hagel, bei dem gefrorene Wassertropfen vom Himmel fallen. Liegen die Temperaturen am Boden rund um den Gefrierpunkt, ist die Wahrscheinlichkeit für Schneefall am größten.

Wie oft gab es früher Weiße Weihnachten?

Betrachten wir einmal den Zeitraum von 1950 bis 1979. Auffällig ist hierbei das Jahr 1963, in dem beinahe überall in Deutschland Schnee an Weihnachten lag. Gezählt sind hierbei die Jahre, in denen am 1. Weihnachtstag Schnee lag. Dies gilt in diesem Fall als Indikator für Weiße Weihnachten, auch wenn es vereinzelt Fälle geben mag, in denen über die Weihnachtsfeiertage ein Wetterwechsel gegeben hat.

Hamburg

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Schnee an Weihnachten

Berlin

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Schnee an Weihnachten

Köln

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München

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Schnee an Weihnachten

Die 1960er Jahre zeichnen sich zudem als das Jahrzehnt mit den durchschnittlich kältesten Wintern aus, gleichzeitig war es in den 1950er Jahren wie auch in den 1970er Jahren eher mild an Weihnachten. Die vier Städte dienen hierbei lediglich zur Veranschaulichung für Nord-, Ost-, West- und Süddeutschland und können keinen allgemeingültigen Eindruck vermitteln. So hat es etwa in Schwerin – keine 100km von Hamburg entfernt – ebenfalls sieben Mal in den Jahren 1950 bis 1979 an Weihnachten Schnee gegeben, während es in Dortmund – keine 100km von Köln entfernt – sechs Mal weiße Weihnachten gab.

Wie oft gab es seitdem Weiße Weihnachten?

Tatsächlich lassen sich geringfügige Veränderungen beobachten. Bemerken muss man jedoch, dass für einen direkten Vergleich auch das laufende Jahr 2019 noch von Relevanz ist – eine Prognose, ob es dieses Jahr Weiße Weihnachten geben wird, folgt am Ende dieses Beitrages. Doch auch hierbei handelt es sich um Stichproben. Im Leipziger Raum gab es seit 1980 bisher sogar einmal mehr Weiße Weihnachten als im Vergleichszeitraum zuvor, in Bremen hat es sogar in zwei Jahren mehr Schnee an Weihnachten gegeben.

Hamburg

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Berlin

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Köln

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München

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Schnee an Weihnachten

Seit 2010 ist es an Weihnachten besonders mild gewesen. Zwar gab es 2018 Minustemperaturen in Köln und München an Weihnachten, zuvor hat es diese jedoch letztmals 2010 gegeben. 2012 wie auch 2016 waren die Höchsttemperaturen in allen vier Städten sogar zweistellig. Auch dieses Phänomen gab es bereits früher: 1997 und 1983 hatten alle vier Städte mehr als 10° am 25. Dezember.

Im Schnitt bedeutet dies, dass es in Hamburg alle sechs, in Berlin alle vier, in Köln alle 15 und in München alle drei Jahre Weiße Weihnachten gibt. Grundsätzlich ist die Schneewahrscheinlichkeit im Süden und im Osten größer als im Westen oder Norden. Ursächlich hierfür ist das maritime Atlantikklima, das im Norden und Westen wirkt, während Osten und Süden eher kontinental geprägt sind.

Es gibt also nur eine geringe Veränderung in einem Betrachtungszeitraum von je 30 Jahren – den Traum von Weißen Weihnachten hat uns der Klimawandel bisher also nicht zerstört. Die Annahme, wir hätten heute seltener Weiße Weihnachten als früher ruht daher auf zeitweisen Klimaschwankungen, die etwa die milden Feiertage der letzten Jahre zu verschulden haben – eine Meinung, die auch Klimaforscher vertreten, denn auch Klimawandel wird stets auf einem Zeitraum von 30 Jahren gemessen. Eine andere Betrachtung würde definitiv zu einem anderen Ergebnis kommen: Vergleicht man etwa die Jahre von 1960 bis 1965 mit den Jahren von 2010 bis 2015, würde man wohl vom Verschwinden der Weißen Weihnachten sprechen müssen. Klimaschwankungen sind jedoch völlig normal und können deshalb nicht partout mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

Wird es 2019 Weiße Weihnachten geben?

Errechnet man die Wahrscheinlichkeit allein anhand der Zahlen, so muss die Antwort für alle vier Regionen ganz klar JA lauten, denn zuletzt gab es 2010 Schnee an Weihnachten – mit bis zu 31cm Schnee in Berlin. Wetter lässt sich jedoch nicht anhand von Statistiken voraussagen. Für viele gehört Schnee zum perfekten Weihnachten hinzu. Doch Wettermodelle stellen leider eine eher weniger befriedigende Prognose: Der Dezember in Deutschland werde überdurchschnittlich mild: Bis zu 2°C über dem Mittelwert.

Der Wetterdienst der Vereinigten Staaten wagt darüber hinaus die Prognose, dass der Dezember in Deutschland überdurchschnittlich nass wird. Beide Annahmen beziehen sich jedoch auf das gesamte Dezemberwetter, sodass kurzfristige Schwankungen über die Weihnachtstage nicht ausgeschlossen sind. Zudem gelten beim Wetter wie immer regionale Unterschiede.

 

70%
finden Weiße Weihnachten schön.

Das Climate Forecast System (CFS), ein System um Wettertrends detailliert einschätzen zu können, sieht für den 24. Dezember ebenfalls milde Strömungen voraus. Weiße Weihnachten wird es demnach nur in den höheren Lagen geben. Eine Lösung gibt es jedoch auch, wenn das Wetter zu Hause nicht mitspielt: Weihnachten auf der Zugspitze. Hier hat es in den vergangenen Jahren immer Weiße Weihnachten gegeben.

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