Afrika ist nicht Teil der westlichen Welt

Afrika ist nicht Teil der westlichen Welt!

Die Erde brennt. Im letzten Jahr berichteten die Medien von verheerenden Waldbränden im Amazonas-Regenwald. In Süd- und Zentralafrika wüteten gleichzeitig noch viel mehr Feuer, ohne dass diese in den Fokus der Medien rückten. Um die Jahreswende blickt die Welt nach Australien, wo in den riesigen Buschfeuern Tiere verenden. Afrika brennt noch immer, doch erwähnt wird es nicht. Warum berichtet niemand über die großflächigen Feuer in Afrika?

Afrika und die westliche Welt

Wenn wir von der „westlichen Welt“ sprechen, meinen wir damit ursprünglich alle Regionen, in denen wir die für uns bekannte, westeuropäische Kultur vorfinden können. Inzwischen hat sich der Begriff jedoch auf ähnliche Kulturen übertragen, sodass die westliche Welt Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Australien umfasst. Dem gegenüber stellen wir die geläufigeren Begriffe des „Nahen Ostens“, des „Mittleren Ostens“ und „Fernost“. Afrika fällt in keine dieser beiden Gruppen. Da die Länder Afrikas lange Zeit – auch von Deutschland – kolonialisiert waren, hängen die Staaten Afrikas in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zum Teil stark hinterher. Sie werden daher meist als Entwicklungsländer bezeichnet.

Im Rahmen der Entwicklungshilfe investiert auch Deutschland regelmäßig in die Entwicklung der Staaten Afrikas. Auch private Unternehmen siedeln sich in den Staaten Afrikas an und produzieren beispielsweise Schuhe, Kleidung und Bauteile. Investitionen dieser Art fließen zum großen Teil in den Ausbau der Infrastruktur. Einwohner erhalten Zugang zur Grundbildung, bekommen Arbeitsplätze und der Staat erhält die Chance auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Auf der Kehrseite der Medaille profitieren westliche Unternehmen von günstigen Arbeitskräften, die keine Alternativen haben, verschmutzen das Wasser, das der Bevölkerung als Trinkwasser dient und nehmen den ressourcenreichen Ländern Afrikas die Rohstoffe weg. Den unterentwickelten Staaten gelingt der Sprung in die Unabhängigkeit nicht. Ausländische Firmen nutzen die vergleichsweise günstigen Arbeitskräfte und das Ressourcenreichtum dieser Länder schamlos aus. Nachrichten über gigantische Feuer in Afrika scheinen in unseren Nachrichtensendungen keine Bedeutung zu haben.

Möglicherweise liegt dies daran, dass einige der Brände hausgemacht sind: Im Kongo, wo sich der zweitgrößte Regenwald der Welt befindet, stecken die Menschen während der Jagd ganze Wälder in Brand, um die fliehenden Tiere leichter erlegen zu können. Die Selbstversorgung scheint dort von größerem Interesse zu sein als der globale Klimaschutz – sicher auch eine Folge der Unterentwicklung mancher Staaten Afrikas.

2019 - Amazonas und Afrika

2020 - Australien und Afrika

Afrikas Ökosysteme - Nicht jedes Feuer ist eine Katastrophe!

Unser Planet ist in unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen gegliedert. Sie hängen untrennbar miteinander zusammen, weil das Klima die mögliche Vegetation – also die Gesamtheit aller Pflanzen – beeinflusst. Die Erde kreist mit einer Neigung in einem Jahr um die Sonne. Ist unsere Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt, haben wir Sommer, weil die Nordhalbkugel mehr Sonneneinstrahlung abbekommt. Im Winter ist die Nordhalbkugel der Sonne abgewandt. Es wird nicht nur früher dunkeln, sondern es ist auch deutlich kälter.

Der Äquator erhält im Jahresdurchschnitt die meiste Sonneneinstrahlung. Er verläuft quasi an der breitesten Stelle der Erde einmal um diese herum. Weil die Gebiete am Äquator im Jahr am meisten Sonneneinstrahlung erhalten, ist es hier am wärmsten auf der Erde. Deshalb finden sich hier die Tropischen Regenwälder, die Steppen und Savannen sowie die Wüsten unserer Erde. Während es in Tropischen Regenwälder – der Name lässt es bereits vermuten – zumindest gelegentlich regnet, handelt es sich bei Steppen, Savannen und Wüsten um sehr trockene Regionen. In dieser Vielfalt stecken weitere enorme Unterschiede: Brennen die Regenwälder setzen die Bäume immense Mengen an CO2 frei, welches sie vorher über die Jahre aufgenommen und gespeichert haben. Waldbrände sind also durchaus bedenklich für das globale Klima.

FIRMS, das Satellitensystem der NASA, mit dem die obigen Bilder entstanden sind, markiert jedoch nicht nur brennende Regenwälder, sondern jedes Feuer. Zwar hat jedes große Feuer eine immense Zerstörungskraft, doch im Gegensatz zu den Regenwäldern, gibt es Ökosysteme, die auf dieser Kraft aufbauen.

Die Savannen, also das Grasland Afrikas, ist zu trocken als dass dort Verwesungsprozesse einsetzen würden. Abgestorbene Pflanzen und tote Tiere verwesen äußerst langsam und verhindern so den Gewinn von Biomasse, die als Dünger gelten kann. Das Feuer zersetzt die Reste, die Asche eignet sich hervorragend als natürlicher Dünger. Die Flammen gehören zur Savanne beinahe schon dazu. Sie bedeuten Erneuerung und ermöglichen so den Fortbestand der Ökosysteme. Innerhalb weniger Wochen nach den Feuern keimen in den Savannen neue Büsche und das Grasland erhält seine grüne Farbe zurück.

Also sind die Feuer in Afrika gar nicht so schlimm?

Pauschalisieren sollte man diese Aussage nicht. Denn unterschieden werden muss – wie gesagt – zwischen den Buschbränden in den Savannen und Bränden in den sensiblen Regenwäldern. Man könne sich daher nicht bloß auf Zahlen berufen, wie es etwa die Karten von FIRMS tun, die für Feuer pro Quadratkilometer einen roten Punkt setzen. Denn diese Daten sagen zwar, dass es in Australien derzeit die meisten Brände weltweit gibt, sie lassen aber nicht auf den ersten Blick erkennen, dass diese Feuer vielleicht gar nicht so schlimm sein könnten. Die Brände seien zum Teil etwa kleiner als die Brände im Amazonas oder Australien. Man solle deshalb nicht nur den Zahlen, sondern auch den wissenschaftlichen Fakten trauen, plädiert etwa die Umweltministerin Angolas, Paula Francisca Coelho. In ihrem Land seien es „nur“ Savannen, die brennen.

Eine Parallele lässt sich an dieser Stelle aber zu den Feuern im Amazonas ziehen. Oftmals sind es von Menschen gelegte Feuer, die dann außer Kontrolle geraten. Während es in Brasilien hauptsächlich das Schaffen von Freiflächen für die Rinderzucht war, ist es im Kongobecken die Treibjagd durch Brandrodung. Auch in den Staaten Afrikas ist Brandrodung verboten. Den Menschen scheint – wie in so vielen anderen Regionen dieser Welt – nicht bewusst zu sein, dass sie mit ihrem Handeln auch globalen Schaden anrichten können.

Quellen: dw.com, tagesschau.de, faz.net, wwf.de, euronews.com

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