Ist Lieben Kopfsache?

Ist Lieben Kopfsache?

Dieser Beitrag wurde recycelt.

Er erschien erstmals am 07. Februar 2014 und hat nun einen neuen Look erhalten.

Zu lieben und verliebt zu sein, ist ein schönes Gefühl, kann aber auch unglaublich wehtun, wenn es nicht erwidert wird. Wie funktioniert Liebe und was passiert in unserem Körper, wenn wir verliebt sind? 

Sich verlieben – leichter gesagt als getan, oder? Nein. Denn eigentlich verlieben wir uns ziemlich schnell. Es gibt jedoch unglaublich viele Faktoren, die passen müssen, damit man sich in eine Person verliebt. Damit du dich verlieben kannst, musst du emotional offen sein. Trauerst du einer verflossenen Liebe nach oder genießt dein Single-Leben und bist derzeit nicht daran interessiert, dich neu zu verlieben, wird es eher nicht funktionieren. Einer der wichtigsten Aspekte ist das Timing

Kommt es auf die inneren Werte an?

Häufig wird gesagt, dass es auf die inneren Werte ankommt. Zum Verlieben trägt jedoch auch die Attraktivität einer Person bei. In der Regel finden wir Menschen attraktiver, umso symmetrischer ihr Gesicht ist. Dabei gilt allerdings: Geschmäcker sind verschieden! Wichtig ist also, dass DIR jemand gefällt! Wir verlieben uns schneller in eine Person, wenn diese – bewusst oder auch unbewusst – Signale aussendet, die unser Interesse wecken. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass wir uns schneller zu Personen hingezogen fühlen, die auf der einen Seite fremd und geheimnisvoll, auf der anderen Seite jedoch auf unserer Wellenlänge sind, also den gleichen intellektuellen und sozialen Hintergrund haben. Wissenschaftler nennen dies Assortative Paarbildung.

Die Redewendung „Ich kann dich gut riechen.“ kommt nicht von Ungefähr, denn beim Verlieben spielt auch der Geruch eine besondere Rolle. Dabei kommt es nicht auf das Deo oder das Parfüm, sondern auf den Körpergeruch an. Durch die Duftbotenstoffe, die sogenannten Pheromone, kann man quasi den Genpool des Gegenüber riechen. Wir finden von Natur aus Menschen attraktiv, deren Gene sich besonders von den unseren unterscheiden. Dies setzt eine gesunde Nachkommenschaft voraus, an die wir bereits beim Verlieben unbewusst denken.

Schmetterlinge im Bauch: Was passiert in unserem Körper, wenn wir verliebt sind?

Sind wir verliebt, finden in unserem Gehirn biochemische Prozesse statt. Verliebtsein ist also nicht nur ein Gefühl, sondern der Ablauf von Reaktionen in unserem Gehirn. 

Das Glückshormon Dopamin wird dabei in unserem Gehirn freigesetzt, aktiviert unser Belohnungssystem und sorgt somit dafür, dass wir euphorisch und aufgedreht werden. Während dieses Glückshormon nun verstärkt durch unseren Körper gepumpt wird, sinkt paradoxerweise der Anteil eines anderen Glückshormons.

Serotonin sorgt eigentlich dafür, dass wir ausgeglichen sind. Der Mangel dieses Hormons führt dazu, dass wir häufiger an die Person denken, in die wir uns verliebt haben. Gleichzeitig führt der niedrige Serotoningehalt zu impulsiven Stimmungen und einer erhöhten Angst, insbesondere die Angst davor, die bestimmte Person zu verlieren. Frischverliebte haben dabei denselben Serotingehalt wie Personen mit psychischen Zwangserkrankungen.

Wenn wir verliebt sind, schüttet unser Körper verstärkt Noradrenalin aus. Noradrenalin ist als Stresshormon. Das sorgt dafür, dass wir verstärktes Herzklopfen bekommen, wenn wir unseren Schwarm sehen oder in seiner Nähe sind. Außerdem sorgt auch das Stresshormon dafür, dass wir impulsiver, aktiver und unkonzentrierter werden. Auf diesen Auswirkungen beruht der Spruch „Verliebte Köche versalzen das Essen.“

Dieser Hormoncocktail ruft Erscheinungen vor, die denen eines Drogensüchtigen ähneln. Sind wir glücklich verliebt, bekommen wir unsere Droge. Gleichermaßen empfinden wir Entzugserscheinungen, wenn die Person, in die wir verliebt sind, keine Zeit hat oder sich nicht meldet. Das ganze geht soweit, dass wir sogar körperliche Schmerzen empfinden können, wenn wir beispielsweise abgewiesen werden. Liebeskummer ist wie ein Drogenentzug. Frischverliebte sind aber auch anderen Gefahren ausgesetzt. Durch den erhöhten Hormongehalt neigen wir zu impulsiven Handlungen. Deshalb sollten wir in der Anfangsphase besser keine neuen Verträge abschließen oder folgenschwere Entscheidungen treffen.

Wenn aus Verliebtheit Liebe wird

Kommt es im Rahmen der Verliebtheit zu körperlicher Nähe in Form von Umarmungen und Küssen, werden in unserem Körper weitere Hormone ausgeschüttet. Bei zunehmender körperlicher Nähe steigt der Testosteronspiegel in unserem Körper. Das Sexualhormon Testosteron ist für unser sexuelles Verlangen und unser Lustempfinden zuständig und wird bei Männern sowie bei Frauen ausgeschüttet. Oftmals reichen jedoch auch Gedanken an die entsprechende Person oder der Anblick des Körpers der geliebten Person.

Damit aus der Verliebtheit Liebe wird, ist jedoch auch die Präsenz eines anderen Hormons notwendig. Das als Kuschelhormon bekannte Oxytocin wird bei körperlicher Nähe noch stärker ausgeschüttet. Dieser Botenstoff ist dafür zuständig, dass wir uns stärker zu einer Person hingezogen fühlen. Es gibt also eine Menge Faktoren, die Einfluss darauf haben, ob wir jemanden Lieben oder nicht. Wir müssen uns zunächst verlieben, müssen einem Menschen dann auch körperlich nah sein und benötigen gemeinsame Erinnerungen und Erfahrungen – ohne die geht es nicht. Gemeinsame Erlebnisse sorgen dafür, dass die Bindung immer stärker wächst und schließlich das Gefühl entsteht, das man Liebe nennt.

Wovon ist abhängig, wie lange wir uns lieben?

Nach einer Weile vergeht dieser Zustand jedoch ganz von allein, die rosarote Brille wird abgenommen und wir sehen an unserem Partner vielleicht eine Seite, die wir nur ungern sehen. Dies hat zur Folge, dass wir vielleicht häufiger genervt oder verärgert sind und auch auf körperliche Distanz gehen. Leider ist es bei vielen so, dass sie nicht mehr die Nähe des Partners suchen, wenn man sich zu oft streitet. Oft bedenkt man nicht, dass genau diese Entscheidung noch schwerere Folgen mit sich zieht. Fehlt uns die Nähe, so kann es sein, dass wir uns unserem Partner weniger hingezogen fühlen.

Fehlende körperliche Nähe führt auch dazu, dass das Bindungshormon Oxytocin nicht mehr so stark ausgeschüttet wird, was in der Regel der Anfang vom Ende ist: „Wir haben uns auseinander gelebt“, „Wir passen doch nicht zusammen.“ oder „Ich habe mich in jemand anderen verliebt.“ Um genau das zu verhindern, ist es wichtig, dass man sich in einer Beziehung regelmäßig nah kommt. Küssen und Kuscheln stärken das Band zwischen uns und unserem Partner und der Versöhnungssex steht plötzlich in einem ganz anderen Licht. Doch um Sex zu haben, muss man sich nicht erst streiten, denn auch Sex sorgt für die Ausschüttung des Kuschelhormons. Neurowissenschaftler sind sich einig, dass man gerade dann kuscheln sollte, wenn einem nicht danach ist, nach einer Meinungsverschiedenheit zum Beispiel.

Kuscheln, Küssen und Sex allein reichen jedoch nicht, um eine kaputte Beziehung zu retten. Viel wichtiger für das Fortbestehen einer Beziehung ist es, dass man miteinander redet. Wir müssen unseren Partner kennen, unser Partner muss uns kennen, wir müssen auf seine Bedürfnisse eingehen und unser Partner auf unsere. Damit das funktioniert, ist es wichtig, dass man redet, sich unterhält, dem Partner sagt, was einem gefällt und was einem nicht gefällt, worauf man Wert legt und worauf eher nicht. Gerade nach einem Streit ist es wichtig, die Situation distanziert zu betrachten und – am besten gemeinsam – zu überlegen, wie es dann weitergehen kann und was falsch läuft.

Auch das reicht jedoch nicht, romantische Liebe, Geborgenheit, gegenseitiges Vertrauen und die Verliebtheit sind ebenso wichtig. Klingen diese Gefühle einmal ab, ist es schwer, sie wiederzuerwecken. Eine kleine Aufmerksamkeit zwischendurch kann dabei Abhilfe schaffen. Man kann sich immer wieder neu in seinen Partner verlieben. Dies geschieht am ehesten dann, wenn wir unseren Partner auf eine neue Art erleben und aus einer neuen Perspektive sehen. Probiert man zum Beispiel Dinge aus, die man zuvor noch nicht getan hat, wagt vollkommen verrückte Sachen, sprengt den Rahmen des Alltags.

Vielleicht gibt es eine Seite, die wir noch gar nicht kennen. Lassen wir uns von der geheimnisvollen Seite unseres Partners überraschen und finden wir die atemberaubende Frau oder den tollen Mann wieder, in die/den wir uns damals verliebt haben. Sein freundliches und charmantes Lächeln und wie sie elegant die Haare zurückwirft…

Liebe hat also ziemlich viel mit dem Kopf zu tun

Streng genommen ist Liebe ein Prozess, der ausschließlich im Kopf stattfindet. Lassen wir nun die biochemischen Prozesse außer Acht. Noch bevor man sich verliebt, geschieht mehr im Kopf, als man denkt. Gibt es Hemmungen (etwa durch eine gemeinsame Vergangenheit oder eine verflossene Liebe, über die man noch nicht hinweg ist), fällt es schwer sich zu verlieben. Auch wenn Verliebtheit zu Liebe wird, laufen im Kopf ganz verschiedene Reaktionen ab. Auch der Sex fängt im Kopf an, indem das Sexualhormon ausgeschüttet wird. Selbst an der Entscheidung wie lange eine Beziehung hält, ist der Kopf beteiligt. Selbst Fremdgehen ist Kopfsache. Wer also nicht fremdgehen möchte, tut es wahrscheinlich auch nicht. Es ist wichtig, dass man über Probleme redet und nachdenkt, was ebenfalls im Kopf geschehen muss. Doch auch wenn sich alle Prozesse im Kopf abspielen, finde ich, dass Liebe etwas ist, was im kompletten Körper passiert.

Gesellschaft

Freunde mit gewissen Vorzügen

Jeder hat ihn wohl – einen besten Freund. Wer vorübergehend keine Lust mehr auf eine Beziehung hat, auf den Sex und die körperliche Nähe jedoch nicht verzichten möchte, greift nicht selten auf eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen zurück.

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