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Every Life Matters: Eine Welt voller Diskriminierung.

Every Life Matters: Eine Welt voller Diskriminierung

Diskriminierung und Rassismus gibt es bereits seit Ewigkeiten. Seit dem 17. Jahrhundert teilen Menschen anderen Menschen in „Rassen“ ein. Im Laufe unserer Geschichte entstand im 19. Jahrhundert die Pseudowissenschaft der Rassenlehre, welche im 20. Jahrhundert katastrophale Konsequenzen und den größten Genozid der Geschichte mit sich brachte. Nun möchte man meinen, dass uns die Geschichte eine Lektion erteilt hat und wir daraus gelernt haben. Der jüngste Mord am US-Amerikaner George Floyd hat jedoch einmal mehr bewiesen, dass Rassismus und Diskriminierung noch immer große Probleme sind. Auch in Deutschland kann man seit einigen Jahren wieder eine steigende Tendenz rassistisch motivierten Straftaten beobachten.

Der Mord an George Floyd durch einen Polizisten hat vor einiger Zeit für viel Aufsehen gesorgt. Immer wieder steht die US-Polizei in der Kritik, zu hart und gewaltvoll gegen Afroamerikaner vorzugehen. Im Fall von George Floyd hat ein Polizist den Mann für acht Minuten und 46 Sekunden mit dem Knie im Genick auf den Boden gedrückt. George Floyd starb daraufhin. Es ist ein Fall von vielen – doch jeder ist einer zu viel. Der Fall George Floyd hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht und zu weltweiten Protesten geführt. Weltweit kommen Menschen trotz der derzeitigen Corona-Lage zusammen, um ihre Solidarität zu zeigen. Auch in Sozialen Netzwerken werden unter dem #BlackLifesMatter Proteste laut und es wird deutlich: Unsere Welt ist voll von Diskriminierung.

Black Lifes Matter: Weiße genießen Privilegien!

Die Rollenverteilung zwischen Weißen und Nicht-Weißen scheint in der Kolonialzeit begründet zu liegen. Auch Deutschland hatte Kolonien in Afrika und hat die Bevölkerung der wirtschaftlich schwachen Länder versklavt. Die Menschen wurden verkauft, in Sklavenlager zur Arbeit gezwungen oder als Dienstpersonal in Haushalten gehalten. In der Gesellschaft standen sie damit immer unterhalb der wohlhabenden weißen Bevölkerung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Zeit der Kolonialmächte und immer mehr Staaten wurden unabhängig. Die Unterdrückung in der Kolonialzeit erkennt man noch heute am niedrigen Entwicklungsstand und der schwachen Wirtschaftsleistung vieler afrikanischer Staaten.

Das Abwerten zu einer „niederen Rasse“ mag ebenfalls in der Kolonialzeit begründet liegen. Die rassistische Ideologie des Nationalsozialismus‚ führte ebenfalls zur Abwertung von Nicht-Weißen aufgrund der vermeintlichen Andersartigkeit. Allein die Hautfarbe – also das Andersaussehen – führte hier zu Vorurteilen und zur Diskriminierung. Diese sind noch heute in der Gesellschaft verankert und Grundlage für Rassismus.

Nach dem Mord an Geroge Floyd merkt man nun deutlich: Die Gesellschaft ist in dieser Hinsicht gespaltet. Während die Einen behaupten, Weiße hätten keine Privilegien, ist für die Anderen klar: Diskriminierung muss bekämpft werden. Sie existiert, sollte es aber längst nicht mehr, weil alle Menschen gleich sind.

Studien beweisen, dass viele Straftaten einen rassistischen Hintergrund haben und dass die Polizei in den USA gegen Schwarze in aller Regel gewaltsamer vorgeht als gegen Weiße.

Neben dem Mord an George Floyd beweist das auch der Mord an Rayshard Brooks, der kurze Zeit nach George Floyd von einem Polizisten erschossen wurde. Ein weiterer Tropfen in das bereits überlaufende Fass: Seit dem Mord an George Floyd gibt es nicht nur in den USA Proteste. Es demonstrieren jedoch nicht nur Nicht-Weiße, sondern alle Menschen gemeinsam.

LGBTQI* Lifes Matter: Diskriminierung der Identität

Der Juni gilt vielerorts als Pride Month und steht deshalb in Verbindung mit weiteren Protesten für die Gleichberechtigung von Menschen. Queere Menschen kommen Jahr für Jahr zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen, denn auch sie erleben Diskriminierung – im Job, im Alltag und vor dem Gesetz. So stellt ein erst kürzlich verabschiedetes Gesetz gleichgeschlechtlichen Paaren in Deutschland zusätzliche Hürden in den Weg – etwa, wenn sie Kinder adoptieren wollen. Auch Trans-Menschen wird das Leben aufgrund hoher bürokratischer Hürden schwer gemacht. Am Christopher Street Day (CSD) ziehen vielerorts alle gemeinsam für ihre Rechte durch die Städte.

Was ist der CSD?

CSD, LGBTQI*, queer und trans... Was bedeuten all die Abkürzungen und Wörter? Warum werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert? Und was geschah bei den sogenannten Stonewall-Riots 1969? (→ Erfahre mehr!)

Die Proteste gegen das gewaltsame Vorgehen der Polizei ist den weißen und nicht-weißen queeren und Trans-Menschen bestens bekannt und erinnert sie in eben diesem Pride Month einmal mehr an jenen historischen Tag, an dem all diese Gruppen sich gegen das Verhalten der Polizisten auflehnten. Im letzten Jahr jährten sich die sogenannten Stonewall-Aufstände zum 50. Mal.

Diese Verbundenheit zeigt sich auch bei den derzeitigen Protesten. Es waren Nicht-Weiße, die die Stonewall-Riots im Jahr 1969 anführten. Bei den Protesten, die derzeit weltweit stattfinden, finden sich deshalb auch immer wieder weiße queere und Trans-Menschen, die sich solidarisch mit ihren nicht-weißen Freunden gegen die Diskriminierung von nicht-weißen Menschen auflehnen.

Auch gegen LGBTQI*-Menschen gibt es immer häufiger gewaltsame Übergriffe. Die Toleranz gegenüber LGBTQI* ist deutlich gesunken. Das Muster bietet einen gewissen Wiedererkennungswert, denn auch hier gibt es Gruppen, die sagen: „Warum protestiert ihr? Ihr werdet doch überhaupt nicht diskriminiert.

Every Life Matters: Alle Menschen sind gleich!

Nicht nur in unserer Verfassung ist die Gleichberechtigung aller Menschen das höchste Gebot. Ungeachtet von ihrem Aussehen, ihrer Identität, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft sind alle Menschen gleichberechtigt – zumindest in der Theorie. #BlackLifesMatter ist daher wichtig, aber nicht genug. Diskriminierung und Rassismus sind Probleme, die in ihrer Gesamtheit bekämpft werden müssen. 

Wer behauptet, Weiße hätten gegenüber Nicht-Weißen keine Privilegien, hat das Problem nicht nur nicht verstanden, sondern ist Teil des Problems; wer behauptet, Heterosexuelle hätten keine Privilegien gegenüber Homo- oder Transsexuellen, ebenso. Eine Hautfarbe, ein Glaube, das Aussehen, ein ausländischer Nachname, die sexuelle Orientierung und auch die geschlechtliche Identität dürfen niemals der Grund für eine Andersbehandlung sein! Die Hautfarbe sagt nichts über den Charakter oder die Fähigkeiten eines Menschen aus. Nicht-weiße Menschen sind keinesfalls schlechtere Menschen.

Wenn ein Mensch für acht Minuten und 46 Sekunden mit einem Knie im Genick auf der Straße liegt, ist das nicht in Ordnung. Es ist nicht nur nicht in Ordnung, es ist Mord. Wenn ein Paar, das sich liebt, niedergestochen wird, weil es in der Öffentlichkeit Händchen hielt, ist das nicht in Ordnung. Es ist Mord. Wir alle sollten unsere Köpfe einmal von Vorurteilen befreien, die Menschen anhören, wenn sie demonstrieren und akzeptieren, dass jedes Leben gleich viel wert ist – egal, welche Farbe es hat. Egal, wen es liebt. Egal, woran es glaubt. Egal, wo es herkommt. Die Welt ist ungerecht und voller Diskriminierung und Rassismus. Sei es der Holocaust, bei dem sechs Millionen Menschen umgebracht wurden, in den Uyguren-Lagern in China oder bei Übergriffen auf nicht-weiße und LGBTQI*-Menschen. 

Das Problem waren nicht die Holocaust-Opfer, die Konzentrationslagern starben. Das Problem sind nicht die Millionen Uyguren, die in China deportiert werden. Das Problem sind nicht LGBTQI*-Menschen, die zusammengeschlagen und niedergestochen werden. Das Problem waren nicht George Floyd, Rayshard Brooks oder Breonna Taylor, die aufgrund ihrer Hautfarbe starben. Das Problem sind all die Menschen, die das anders sehen: Rassisten.

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