Luna Lovegoods große Liebe

Luna Lovegoods große Liebe

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März 1996 – Mein Name ist Luna Lovegood und ich bin 15 Jahre alt. Ich bin Schülerin der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei und wurde vom sprechenden Hut dem Hause Ravenclaw zugeteilt. Inzwischen besuche ich die vierte Klasse.

Noch immer fällt es mir schwer, in meinem Haus Anschluss zu finden. Viele meiner Mitschüler halten mich für bekloppt oder verrückt, dabei interessiere ich mich einfach nur für etwas andere Dinge als sie es tun.

Obwohl es in Hogwarts so viele Schülerinnen und Schüler gibt, verbringe ich die Pause meist allein und schweife träumend durch die Gänge des Schlosses – immer auf der Suche nach neuen Geheimnissen. Ich suche nach dem Raum der Wünsche oder gehe nach draußen, um die Thestrale zu beobachten, die sich vorsichtig aus dem Wald trauen.

Nicht jeder kann Thestrale sehen. Nur wer einen Menschen sterben sah, kann auch die Thestrale sehen. Am Anfang des Schuljahres fand ich heraus, dass Harry Potter sie ebenfalls sehen kann, seine Freunde Ron und Hermine jedoch offenbar nicht. Harry dachte, er sei verrückt, aber ich beruhigte ihn mit den Worten: „Du bist genauso wenig verrückt wie ich“.

Im letzten Jahr fand das Trimagische Turnier in Hogwarts statt. Dabei kam ein Schüler, Cedric Diggory, ums Leben. Während viele behaupten, er sei im Labyrinth von einer gefährlichen Kreatur getötet worden, sagt Harry Potter, Voldemort stünde mit seinem Tod in Verbindung.

Manchmal glaube ich, Harry Potter könnte ihn ermordet haben, weil er mit Cho Chang aus meinem Haus ausging. Die verliebten Blicke, die Harry ihr immer zuwarf, waren kaum zu übersehen und seit Kurzem scheint er sich ihr wieder anzunähern. Ich habe oft mit Cho geredet. Sie ist eine meiner wenigen Freunde, obwohl sie die Schule deutlich vor mir begonnen hat. Ich weiß, dass sie noch immer an Cedric hängt, aber Harry lässt ihr keine Zeit, um zu Trauern. Ich befürchte, ein Schlickschlupf hat ihn nun doch verrückt gemacht. Ich sollte meinen Vater bitten, im Klitterer erneut über die Gefahren durch die unsichtbaren Schlickschlupfe zu berichten.

Verliebt in die beste Freundin

Wenige Wochen später – Als hätte ich es geahnt: Cho und Harry haben sich zerstritten, weil sie zu ihrer Freundin Mariette steht. Diese hat das DA-Training bei der seltsamen Hexe aus dem Ministerium verpetzt und der Streit hat Cho endlich die Augen geöffnet. Beim schlibbrigen Summlinger, warum merkt sie denn nicht, dass die Jungen ihr den Kopf verdrehen? Sie stürzt von einem Unglück ins nächste und wer ist da, wenn der Schlickschlupf ihre Gedanken nicht mehr vernebelt? Die gute Freundin „Loony“.

Inzwischen verstehe ich mich richtig gut mit einigen Gryffindors, Harry und Neville mag ich am liebsten und wir verbringen gerne Zeit miteinander. Viele denken inzwischen, dass sich bei Neville und mir etwas anbahnt… Wenn die wüssten… Wenn sie wüsste..

„Luna, wir brauchen deine Hilfe!“, Luna Lovegood wurde aus ihren Gedanken gerissen. Ron, Ginny und Neville standen vor ihr. Sie waren noch immer im Büro von Dolores Umbridge. „Wir haben die anderen überwältigt“, sagte Neville stolz. Über seinem rechten Auge schwoll eine große violette Beule an, Rons Lippe blutete und Ginny hatte einen langen Kratzer im Gesicht. Luna war unversehrt. Sie hatte von all dem nichts mitbekommen. Während Ginny den Kopf schüttelte, griff Ron die Zauberstäbe, die auf dem Schreibtisch lagen und Neville zerrte an Lunas Ärmel. Die Freunde rannten aus dem Schloss heraus in den Wald, wo ihnen Hary und Hermine entgegenkamen.

Es war schließlich Luna, die auf die Idee kam, mit Thestralen nach London zu fliegen, um dort Sirius Black zu retten. Sie glaubte Harry, dass er in Wahrheit nett war und begab sich gern mit ihren Freunden in ein Abenteuer. Hilfsbereit half sie denen beim Aufsitzen, die die Thestrale nicht sehen konnten und lobte gleichzeitig ihren Mut, auf etwas zu fliegen, das man nicht sehen konnte.

August 1996 – Die Rettungsmission scheiterte. Wir mussten ansehen, wie Harry seinen Paten verlor und wurden schließlich Zeugen, dass der, dessen Name nicht genannt werden darf, tatsächlich wieder am Leben war. Im Klitterer erschien hierzu ein Interview von Rita Kimmkorn, die Harry über die miterlebte Wiedergeburt des dunklen Lords befragte.

Während wir in London waren, hatte Cho eine kurze Beziehung mit Michael Corner, doch bereits in den Sommerferien beendete sie die Beziehung. Denn während wir bei einem Spiel ihrer Lieblings-Quidditchmannschaft, den Tutshill Tornados, waren, fasste ich all meinen Mut zusammen und gestand ihr, was ich fühlte.

"ChoNa"

„Es geht um die Titelverteidigung, die Tutshill Tornados liegen mit 40 zu 20 in Führung“, hallte die Stimme der Stadion-Sprecherin aus den Lautsprechern. Auf einer der Tribünen saßen Cho Chang, die eine Plakette der Tornados trug, und Luna Lovegood, die sich ein bisschen für einen Artikel im Klitterer schämte, in dem angezweifelt wurde, dass die Tornados den Quidditchpokal mit rechten Mitteln gewonnen hatten. 

Nun konnte sie sich vom Gegenteil überzeugen, denn die Tornados legten ein erstklassiges Spiel hin. Ein Klingeln signalisierte, dass der Quaffel schon wieder eines der Tore durchquert hatte, die in Form von Ringen an den Enden des Spielfeldes stehen. Cho sprang auf und auch Luna jubelte. „50 zu 20“, sagte Cho fröhlich, „jetzt müssen die Tornados nur noch den Schnatz fangen!“

Luna kramte ein verzaubertes Fernglas aus ihrer Tasche hervor und setzte es an ihre Augen, die vergrößert am anderen Ende des Fernglases zu erscheinen schienen. Sie suchte damit das Spielfeld nach dem Goldenen Schnatz ab, jenem kleinen, flinken goldenen Ball, der dem Fänger 150 Punkte einbrachte. Ein Schimmer kreuzte ihr Sichtfeld und sofort nahm Luna die Verfolgung auf. Auch die Sucher hatten den Schnatz entdeckt und zischten auf ihren Besen hinterher. Es war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, denn jeder von beiden wollte den Schnatz fangen, um seinem Team den Sieg zu bescheren.

Plötzlich merkte Luna, wie sich eine Hand auf ihren Schoß legte. Sie ließ das Fernglas sinken und ihre Augen brauchten noch einige Augenblicke, ehe sie wieder eine normale Größe erlangt hatten. Dann schaute Luna auf ihr Bein, wo sie Chos Hand fand. Sie blickte zu Cho herüber, die Luna ansah, lächelte und sich dann wieder auf das Spiel konzentrierte. Luna legte ihre Hand auf die von Cho und für einen Moment verstummte der Jubel, mit dem Cho die Tornados anfeuerte.

Es war ein erstklassiges Spiel. Mit einem Sieg von 220 zu 20 gewannen die Tornados schließlich erneut den Quidditch-Pokal. Luna und Cho kehrten via Portschlüssel zu Luna nach Hause zurück. Inzwischen war es dunkel geworden und Cho wollte Luna vor der Tür verabschieden. „Es ist niemand zu Hause. Willst du nicht noch mit reinkommen?“ Cho überlegte nicht lange und ließ sich von Luna in das Haus führen. Die beiden küssten sich, während die Tür ins Schloss fiel.

Luna lag auf ihrem Bett. Ihr langes blondes Haar bedeckte ihre Brüste. Cho hatte sich zu ihr gedreht und schaute in Lunas silber-grauen Augen. „Unfassbar“, hauchte Cho ihr ins Ohr. Dann küsste sie Lunas Hals, ihre Hand streichelte den Bauch abwärts. Aus zärtlichen Küssen wurde ein wildes Techtelmechtel, Luna legte den Kopf in den Nacken, während Chos Küsse ihren Körper hinab wanderten. Ihre Zunge liebkoste Lunas Brustwarzen, während ihre Hand an den Innenseite von Lunas Beinen nach oben fuhr. Erneut drang Stöhnen aus dem Hause der Lovegoods.

Eine andere Zukunft

Mai 2019 – „Loony, ich weiß nicht, ob du so sehr ins Detail gehen musst!“ – „Du bist mein schwuler bester Freund, Neville, du musst das abkönnen“, entgegnete Luna, die mit Neville auf ihrem Sofa saß. Sie lachten. Eine Teekanne flog um den Tisch, um den beiden Tee nachzuschenken. „Läuft es gut in Hogwarts?“, fragte sie neugierig. „Sehr gut“, antwortete er, „Erinnerst du dich noch an die Mimbulus Mimbeltonia, die ich schon als Schüler geschenkt bekommen habe? Sie ist inzwischen zu einer riesigen Pflanze herangewachsen und wächst im Gewächshaus und hat einige Ableger hervorgebracht.“ Neville griff in seinen Rucksack und holte einen kleinen Topf mit einer kaktusähnlichen Pflanze hervor. „Die schenke ich euch.“ fügte er hinzu. „Großartig“, freute Luna sich, „Du hattest bereits damals das Ziel, einen Ableger zu züchten. Apropos Gewächshaus… Nach der Schlacht von Hogwarts haben Cho und ich…“ Luna kicherte und Neville fiel die Kinnlade herunter. Gerade wollte er etwas sagen, als die Tür aufging. 

„Ich bin wieder zu Hause“. Zwei Kinder drängten sich durch die Tür und liefen um den Tisch herum. „Lorcan, Lysander, sagt Hallo zu Professor Longbottom. Er wird euer Lehrer in Kräuterkunde, wenn ihr nächstes Jahr nach Hogwarts kommt.“ Luna lachte und die Zwillinge nahmen Neville in den Arm. „Hallo Neville!“, grüßten sie ihn. Anschließend stand Neville auf, um Rolf zu begrüßen.

Luna und Rolf Scamander hatten vor einigen Jahren geheiratet. Da beide als Naturforscher tätig waren, hatten sie sich bei einer Expedition in Skandinavien kennengelernt, wo beide die Existenz von Schrumpfhörnigen Schnarchkacklern nachweisen wollten – jedoch ohne Erfolg. „Wir reden gerade über Cho“, berichtete Luna und ihr Mann entgegnete: „Lasst euch nicht stören. Ich muss noch einmal raus. Wir haben schon wieder einen Hinkepank im Garten. Lorca, Lysander, ab in eure Zimmer. Bis später, Neville.“ Die Zwillinge huschten aus dem Wohnzimmer und Rolf zog die Tür hinter sich zu.

„Warum ist aus dir und Cho eigentlich nichts geworden, Loony? Ihr scheint ja… recht verliebt gewesen zu sein.“ Luna nahm einen Schluck Tee und ließ sich ins Sofa zurückfallen. „Letztendlich passte es nicht. Wir haben uns geliebt, aber waren zu unterschiedlich. Sie war ein wenig zu verrückt.“ Neville lachte und Luna warf ihm einen bösen Blick zu. Ein Knuddelmuff hüpfte um die Mimbulus Mimbeltonia herum, die Neville mitgebracht hatte. „Wir sind Freunde geblieben. Gute Freunde. Rolf und ich sind ein Herz und eine Seele“, aus dem Garten kam Lärm, „und auch Cho ist inzwischen glücklich mit einem Muggel verheiratet. Entschuldige mich kurz!“ Luna stand vom Sofa auf und zückte ihren Zauberstab, ehe sie in den Garten eilte und Neville mit dem Knuddelmuff, der quietschend um die Pflanze herumhüpfte, im Wohnzimmer zurückließ. „Schade drum“, murmelte Neville leise und nahm einen kräftigen Schluck von seinem Tee.