Der Auror Ron Weasley

Der Auror Ron Weasley

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Die Schlacht von Hogwarts war geschlagen – Der, dessen Name nie genannt werden durfte, war besiegt. Die Schreckensherrschaft des Dunklen Lords war vorüber. Doch nur bedingt konnte sich irgendjemand über diesen Triumph wirklich freuen. Der Kampf hatte viele Opfer gefordert. Freunde und Familienangehörige hatten ihr Leben im Kampf gegen die Dunklen Mächte gelassen.

Trauernd stand Ron Weasley am Grab seines verstorbenen Bruders Fred. Sein Bruder George stand neben ihm, während sie schweigend den Grabstein anstarrten. „Ich hätte nie gedacht, dass der Tag, an dem mir nicht nach Scherzen zumute ist, so früh kommen wird“, wisperte George leise. Ron legte seinen Arm um seinen älteren Bruder. 

Ihre Schwester Ginny trat von hinten an die beiden heran. Einen Moment senkte sie den Kopf in Andacht, ehe sie ihren Zauberstab zückte und Blumen auf dem Grab erschienen ließ. Ron weinte und wischte sich sogleich eine Träne von der Wange, damit sein älterer Bruder dies nicht sah. „Es ist okay, zu weinen“, sagte Ginny, „George weint auch.“

Ron blickte zu seinem Bruder und sah eine Träne aus dem Gesicht fallen. Nach einigen weiteren Minuten der stillen Andacht sprach Ginny erneut: „George? Ron?“ Die beiden blickten auf und folgten Ginnys Blick.

Am Eingang des Friedhofs stand Kingsley Shacklebolt

Das Böse ist noch nicht besiegt

„Kingsley, was machst du denn hier?“, fragte George, als die drei Weasleys sich dem Eingang näherten. „Da die Todesser auch das Zaubereiministerium infiltriert hatten, bedarf es einer grundlegenden Neuerung aller wichtigen Institutionen. Am heutigen Tag wurde ich zum Zaubereiminister ernannt. Ich werde mich in nächster Zeit damit beschäftigen, die Korruption und die rassistische Politik des Zaubereiministeriums zu bekämpfen. Im Kampf gegen die verbleibenden Todesser, die das Ministerium sicherlich nicht kampflos aufgeben werden, benötige ich starke Auroren. Jene, die in der Schlacht von Hogwarts gekämpft haben, scheinen mir als geeignet, weiterhin gegen das Böse zu kämpfen.“ Er sprach mit einer unglaublich ruhigen Stimme, die die drei Weasleys irgendwie beruhigte. „Also, was sagt ihr?“

Ginny war die erste, die Worte fand: „Gratuliere. Herr Minister“, scherzelte sie, „Doch ich muss dankend ablegen. Ich möchte nach Hogwarts zurückkehren und zunächst meinen Schulabschluss machen.“ Kingsley nickte verständnisvoll. „Der Schulabschluss“, sagte Ron, „Ich habe gar keinen Schulabschluss.“ – „Klar, der Schulabschluss war immer wichtig für den Aurorenberuf. Aber außerordentliche Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen“, entgegnete Kingsley ruhig.

In Rons Augen entfachte ein Feuer und einen Augenblick lang verspürte er den Wunsch nach Rache an all den Todessern, die den Tod seines Bruders und seiner Freunde zu verschulden hatten. „Ich mach’s!“, willigte er ein. Kingsleys Blick schweifte zu George. „Ich kann nicht. Ich bin noch nicht bereit dazu“, George blickte zurück zum Grab seines Bruders Fred und der Minister nickte verständnisvoll.

„Ist Harry auch dabei?“, wollte Ron wissen. „Harry Potter war der erste, der zusagte. Ich schicke eine Eule, sobald es nähere Informationen gibt. Mein herzlichstes Beileid.“ Kingsley deutete mit seinem Blick kurz zum Grab von Fred hinüber, dann disapparierte er.

19 Jahre später

Der Bahnsteig 9 3/4 ist in dichten Dampf gehüllt, der aus dem Hogwarts-Express quillt. Am Bahnsteig stehen überall Hexen und Zauberer, die sich von ihren Kindern verabschieden. Ron Weasley und seine Frau Hermine stehen mit ihrer gemeinsamen Tochter Rose am Bahnsteig. „Onkel Ron. Onkel Ron!“ Ron dreht sich um, erblickt Harry Potter und seine Schwester Ginny mit ihren beiden Söhnen und ihre Tochter Lily Luna, die geradewegs auf ihn zugelaufen kommt. Er umarmt sie und hebt sie hoch. „Na, wen haben wir denn da? – Meinen liebsten Potter.“

Lily Luna erkundigt sich nach einem neuen Trick, denn sie liebt es wenn Onkel Ron ihr einen seiner Tricks zeigt. Ron zeigt ihr den Nasenklau-Trick, zieht Lily Luna die Nase ab und öffnet wenig später die Hand. Sie ist leer, doch der Trick ist so billig, dass alle in lautes Gelächter ausbrechen. „Jetzt starren uns wieder alle an“, sagt ein mürrischer Junge, der neben Harry steht. Es ist Albus Severus, einer der Söhne von Harry und Ginny. Ron versucht sofort, die Laune zu heben: „Und nur meinetwegen! Meine Nasenexperimente sind Legende!“

Nach einer Weile steigen die Kinder ein. Hermine, Ginny, Harry und Ron bleiben am Bahnsteig stehen und winken. Ein Pfiff tönt über den Bahnsteig und die Türen des Zuges schließen. Mit viel Pfeifen und noch mehr Qualm rollt der Zug an und lässt die Eltern am Bahnsteig zurück. Nachdem Harry kurz mit seiner Frau getuschelt hat, zieht diese sich ihren Bruder Ron beiseite und geht ein paar Schritte, um mit ihm über seinen Führerschein zu sprechen, den er in der Muggelwelt machen wollte.

Währenddessen geht Harry zu Hermine. „Ich wollte kurz mit dir sprechen, Hermine. Wie geht’s ihm? Er ist seit einem halben Jahr nicht mehr in der Aurorenzentrale gewesen.“ – „Er hat den Tod seines Bruders nie verarbeitet, sondern sich sofort in die Arbeit als Auror gestürzt. Nachdem ihr so viel im Ministerium erreicht habt, hielt ich es für sinnvoll, wenn er sich etwa Ruhe gönnt, um zu trauern. Stattdessen arbeitet er nun ständig bei Weasleys Zauberhaften Zauberscherze. Ich habe versucht, mit ihm zu reden. Ihm gesagt, dass es wichtig und richtig ist, zu trauern. Aber du kennst ihn. Er ist da eigen.“ – „Ich rede mit ihm. Danke, Hermine.“

Ein neuer Gegner

Zwei Tage später stattete Harry seinem Freund Ron einen Besuch in der Winkelgasse ab. Obwohl diese kurz nach Schuljahresbeginn überlicherweise wie leergefegt war, stapelten sich die Kartons mit neugelieferter Ware vor dem Eingang. Ron, völlig in die Arbeit vertieft, eilte aus dem Laden, nahm einen Karton und lief wieder hinein. „Wozu hat dieser Mann einen Zauberstab?“, dachte Harry sich, als er den Laden erreichte. Wieder kam Ron heraus geeilt, ließ Harry unbeachtet links liegen und schnappte sich einen der Kartons.

Harry, der zunächst alle Kartons mit einem Schwebezauber in den Laden befördern wollte, entschied sich schließlich doch dazu, mitanzupacken. Erst als alle Kartons im Laden waren, bemerkte Ron seinen Freund. „Mensch, Harry, was machst du denn hier?“ – „Ich schleppe Kartons für einen alten Freund.“ – „Du, ähh… Danke.“

Harry blickte sich um. Der Laden war viel größer geworden als noch zu seiner Schulzeit. „Ausdehnungszauber. Ziemlich cool, was?“ Ron legte seinen Arm auf Harrys Schulter. Dieser erwiderte: „Ziemlich cool.“ Ron schnappte sich einen der Kartons. „Jetzt, wo du schon einmal da bist, kannst du mir helfen, die Wildfeurigen Wunderknaller ins Regal zu räumen.“ – „Wohin?“ – „Dritte Etage, neben das Instant-Finsternispulver.“ – „Das Pulver, dass Malfoy damals verwendet hat, um die Todesser durch Hogwarts zu schleusen? Das verkaufst du immer noch?“ – „Klar. Das Ministerium hat jedoch eine Altersbeschränkung verhängt. Instant-Finsternispulver erst ab der dritten Klasse. Wenn Slytherins fragen, verkauf ich’s aber generell nicht an Schüler. Vorsicht muss sein.“ Harry horchte auf: „Du willst also sagen, wenn Albus Severus fragen würde, würdest du ihm kein Finsternispulver verkaufen?“ – „Dein Sohn ist in Slytherin? Ach herrje.“ – „Das wüsstest du, wenn du dich auch noch mit anderen Dingen als mit deiner Arbeit hier befassen würdest. Du bist Auror, Ron. Du hast eine Familie. Und zu dieser Zeit ist die Winkelgasse nicht sonderlich gut besucht. Warum kaufst du einen zehnten Karton Wildfeuriger Wunderknaller, wenn im Regal überhaupt kein Platz mehr ist?“ Ron ignorierte die Frage und quetschte einige Wunderknaller ins Regal.

Das Türglöckchen schellte. „Nicht sonderlich gut besucht, was?“ Ron schaute triumphierend zu Harry. „Tagesprophet!“, rief eine Stimme von unten. Sofort wich der Triumph aus seinem Gesicht und fand sich stattdessen in Harrys wieder. „Legen Sie ihn einfach auf den Tresen“, rief Ron ernüchtert zurück. Er zückte seinen Zauberstab, schwang ihn und sofort rutschten die Scherzartikel im Regal noch enger zusammen und schafften Platz für die restlichen Wunderknaller, die währenddessen aus dem Karton schwebten und sich im Regal einreihten.

Ron und Harry gingen wieder hinunter, wo Ron den Tagespropheten in die Hand nahm. Gleichzeitig erreichte eine Eule den Laden, die nun mit ihrem Schnabel an das Schaufenster hämmerte. Harry nahm der Eule einen Brief ab und kehrte in den Laden zurück.

„Massenmord an Muggelfamilien. Minister befürchtet Beteiligung dunkler Magie.“ lasen beide zeitgleich. „Ron, ich muss los. Wir reden beim nächsten Mal!“ – „Warte, Harry. Ich komme mit.“ Harry schaute erstaunt zu seinem Freund zurück. „Ich bin Auror geworden, um dunkle Magie zu bekämpfen. Offenbar haben wir noch etwas Arbeit vor uns.“
Die beiden verließen den Laden, Ron verschloss die Tür, dann disapparierten sie.

„Da vorn ist es“, sagte Harry, als sie aus der Gasse herauskamen, in der sie in London erschienen waren, „Kingsley ist bereits da.“ Harry und Ron begrüßten den Zaubereiminister und seinen Assistenten und gingen dann zu dem Haus, das die Polizei bereits abgesperrt hatte. „In Absprache mit dem Premierminister dürfen wir uns den Tatort ansehen.“ Kingsley gab einer Polizistin das entsprechende Schreiben des Premierministers, die kurz einen Blick darauf warf und das Absperrband dann für die vier hochhielt. „Hier entlang!“, sagte sie und führte die vier dann ins Haus.

In dem Haus war es dunkel und kalt. Im Flur lag ein Mann, leblos, die Augen weit aufgerissen. „Unser Gerichtsmediziner konnte bisher nichts zur Todesursache sagen. Den äußeren Anzeichen nach ein natürlicher Herztod – es ist jedoch bereits die siebte Familie, die wir allein in dieser Woche auf diese Art und Weise vorfinden.“

Die Polizistin ging die Treppe hinauf und ins Kinderzimmer. Dort lag eine Frau, ebenfalls ohne sichtbare Anzeichen einer Gewalteinwirkung. Harrys Haare sträubten sich. Er schaute sich im Zimmer um. In dem kleinen Kinderbettchen lag ein Kleinkind – ebenfalls tot. Sein Atem stockte. Im nächsten Moment fingen seine Knie an zu zittern. „Sagen Sie… ist jede Familie so aufgefunden worden?“, fragte er die Polizistin. „Jede. Eltern plus Kleinkind, die Mutter immer mit im Kinderzimmer.“ – „Vielen Dank. Würden Sie uns einen Moment entschuldigen?“ Die Polizistin nickte und verließ dann das Kinderzimmer.

Ron hatte inzwischen seinen Arm um Harry gelegt und versucht, ihn zu beruhigen. Er hatte verstanden und auch Kingsley schaute besorgt. „Es… es ist genau wie damals. Alles. Genau so.“, stotterte Harry. Dann sackte er neben Ron zu Boden.

Todesser

Immer und immer wieder sieht Harry die Szene vor seinem inneren Auge, wie seine Mutter sich schützend vor ihn stellt. Immer und immer wieder sieht er den grünen Lichtblitz, der seine Mutter trifft, ehe sie leblos zu Boden fällt.

„Harry? Harry?“ Rons Stimme holt Harry zurück ins Bewusstsein. „Bist du okay?“ Er nickte. „Sollen wir andere Auroren mit diesem Fall beauftragen?“, wollte Kingsley wissen? „Nein. Das ist etwas Persönliches. Ganz sicher.“ – „Da sind wir einer Meinung“, stimmte der Zaubereiminister zu. Harry stand auf und blickte sich in dem Zimmer um. „Irgendwas ist eigenartig“, murmelte er. Er ging auf die Wand zu, an der das Kinderbett stand. Langsam und Schritt für Schritt näherte er sich, Ron folgte ihm und blickte neugierig ebenfalls an die Wand. Plötzlich zückte Harry seinen Zauberstab und reflexartig tatet Ron, Kingsley und sein Assistent es ihm gleich. Er richtete seinen Zauberstab auf die Wand und sprach: „Revelio.“ 

Die Wand verfärbte sich. Blutrote Farbe siechte durch die Wand und formte sich. „Das dunkle Mal“, sprach Kingsleys Assistent fassungslos, „Dann ist es also noch nicht vorbei.“ – „Aurorenzentrale. In einer Stunde“, sagte Kingsley bestimmt, dann verließen er und sein Assistent das Zimmer. „Harry? Meinst du“, Ron schluckte, „Meinst du, Du-weißt-schon-wer ist wieder da?“ – „Das glaub‘ ich nicht, Ron. Aber einer seiner Anhänger scheint Muggelfamilien zu ermorden und dies ganz klar als Zeichen an mich zu senden. Und wir werden herausfinden, wer.“

Nach der Aurorenversammlung wurden alle verfügbaren Auroren eingesetzt, weil inzwischen außer Frage stand, dass es einen magischen Hintergrund für die Taten gab. Schnell fanden die Auroren heraus, dass die ehemaligen Todesser sich neu formiert hatten und neue Anhänger suchten.

Auch Harry und Ron waren deshalb mit der Observation der Todesser beauftragt worden. Da die Beteiligung der Todesser naheliegend war, ging man deshalb davon aus, dass man irgendwann irgendwen auf frischer Tat ertappen oder dabei beobachten würde, wie man sich mit dem Verantwortlichen in Verbindung setzte.

Harry und Ron waren mit der Beobachtung von Lucius Malfoy beschäftigt. Zwar hatten die Malfoys sich in ihrer Verhandlung geschickt herausreden können, Lucius war jedoch vor der Schlacht von Hogwarts ein sehr treuer Anhänger der Todesser. Seine Frau Narzissa war inzwischen über sich selbst hinausgewachsen. Sie schrieb viele Bücher und gelangte durch den Erfolg zu neuem Selbstvertrauen.

„Meinst du wirklich, dass Lucius Malfoy beteiligt ist? Ich hatte bereits bei der Schlacht von Hogwarts nicht mehr das Gefühl, dass er sich um den Sieg Voldemorts kümmern würde“, gab Ron zu bedenken. „Einmal Todesser, immer Todesser. Und sollter er sich ernsthaft geändert haben sind wir auf Nummer Sicher gegangen.“

Die beiden Auroren beobachteten das Landhaus der Malfoys, wo diese sich nach der Schlacht von Hogwarts zurückgezogen hatten. Ein Zauberer apparierte vor dem Tor, schritt auf dieses zu und durchquerte es. Ein Auror erschien hinter einer Hecke und beobachtete den Zauberer, wie er hineinging. Ron und Harry winkten ihn zu sich.

„Wer war das?“, fragten sie. „Thorfinn Rowle. Er apparierte bereits den gesamten Vormittag kreuz und quer durch London, beobachtete verschiedene Muggelfamilien. Nun ist er hier.“

„Ich denke, das reicht als Indiz. Wir sollten Mr. Rowle und Mr. Malfoy einmal befragen. Du kehrst bitte zurück zum Ministerium und erstattest Bericht.“ – „Jawohl, Mr. Potter.“ Der Auror verschwand augenblicklich und Harry und Ron gingen zu dem großen, eisernen Tor, hinter dem das Anwesen der Malfoys empor ragte. Sie klopften und wenige Momente später kam Narzissa Malfoy zum Tor.

„Sie sind doch… Potter und… Weasley? Draco ist nicht da.“ – „Guten Tag, Mrs. Malfoy. Heute sind wir beruflich hier. Wir wollen zu Ihrem Mann.“ – „Lucius? Aber wieso? Ist etwas passiert? Ist etwas mit Draco?“ Narcissa wirkte verunsichert. „Wir wissen nicht, wie es Ihrem Sohn geht. Wir stehen nicht in Kontakt. Dürfen wir eintreten?“ – „Aber sicher. Kommen Sie.“

Narzissa ging mit schnellen Schritten ins Haus zurück. Ron und Harry folgten ihr. „Lucius? Lucius?“, rief sie aufgebracht, als sie zurück im Haus war. Stimmen tönten aus dem Obergeschoss, sodass Narzissa zielstrebig hinaufeilte. „Lucius, die Herrschaften wollen zu dir“, sagte sie, als sie die großen Flügeltüren zum Salon aufstieß, in dem ihr Mann Lucius zusammen mit Thorfinn Rowle saß.

„Auroren? In meinem Haus?“ – „Was hast du angestellt Lucius?“ Nazissa verschränkte die Arme und sah ihren Mann erwartungsvoll an. „Ich wollte sowieso wieder los, Lucius.“ Der große, blondhaarige Mann stand von dem Sessel auf, in dem er es sich bequem gemacht hatte. „Bleiben Sie doch, Mr. Rowle. Wir hätten auch einige Fragen an Sie.“ Angespannt ballte Rowle seine Hände zu Fäusten.

„Du hast gesagt, es ist Schluss mit dem Kram. Du wolltest dich auf deine Familie konzentrieren. Und jetzt fragen Auroren nach dir. Erklär mir das Lucius!“ – „Später, Liebes. Es ist alles in Ordnung. Würdest du uns entschuldigen? Ich bin sicher, die Herren Auroren haben einige Fragen und gehen dann wieder, weil sie bemerken, dass ihre Anschuldigungen komplett haltlos sind.“ – „Ich erwarte eine gute Erklärung. Wehe, Lucius. Wehe, ich bekomme keine Erklärung.“ Grummelnd verließ sie den Salon und schloss die Tür. Man hörte sie aufgebracht murmeln, während sie die Treppe hinunter ging.

„Wie kann ich den Herren Auroren behilflich sein?“

Pure Rache

„Mr. Malfoy, wir ermitteln in einer Reihe von Mordfällen an Muggelfamilien.“ – „Das ist schrecklich, aber was habe ich damit zu tun?“ – „Wir haben an sämtlichen Tatorten das Dunkle Mal vorfinden können“, antwortete Ron sofort. „Außerdem haben wir Mr. Rowle heute beobachtet, wie er verschiedene Muggelfamilien beobachtet hat“, fügte Harry hinzu. „Das ist doch lächerlich“, äußerte Rowle, „Das sind haltlose Unterstellungen.“ Ron ging nervös im Salon umher, den Blick immer fest auf Rowle und Malfoy gerichtet. „Wenn das so ist, haben Sie ja nichts zu verbergen. Zeigen Sie uns bitte Ihre Arme.“

Lucius Malfoy lächelte verschmitzt. „Tat es weh, Potter?“ – „Sir?“ – „Tat es weh, dieses Szenario immer und immer wieder zu sehen? Immer und immer wieder daran erinnert zu werden, dass man verloren hat, was man liebt?“ – „Sir, zeigen Sie mir ihre Arme.“ Lucius biss sich auf die Unterlippe und zog dann seinen Ärmel hoch. Das dunkle Mal pochte quasi auf seinem Arm. „Das ist unmöglich. Es müsste vernarbt sein nach all den Jahren“, entgegnete Ron, seine Hand griffbereit an seinen Zauberstab gelegt.

Rowle, den Harry für einen Moment nicht beachtet hatte, zog seinen Zauberstab. „Locomotor Mortis!“, rief er und feuerte einen Zauber auf Harry. Dieser konnte mit einem Sprung zur Seite ausweichen. Malfoy schmiss den Tisch um und ging mit gezücktem Zauberstab dahinter in Deckung. Ron hatte seinen Zauberstab gezogen und feuerte eine Salve Schockzauber auf Rowle, der diese jedoch abwehrte. Harry sprang auf, zog seinen Zauberstab und rief „Impedimenta!“, doch Rowle konnte ausweichen. Rote Funken schossen hinter dem Tisch hervor. „Protego!“, rief Harry.

„Stupor!“ Erneut schossen rote Funken hinter dem Tisch hervor, diesmal trafen sie Ron. Dieser fiel augenblicklich zu Boden. Harry hastete zu ihm, zog mit dem Zauberstab schützend einen Wandschrank vor sich. „Enervate“, zauberte Harry und Ron stand wieder auf.

„Ich habe dem Dunklen Lord gern gedient, Potter. Aber du hast es zunichte gemacht.“, rieg Malfoy und feuerte einige Schockzauber. „Der ist komplett wahnsinnig, Harry.“ Ron neigte sich um die Ecke und schoss einen Beinklammerfluch auf Malfoy. „Gib mir Deckung“, bat Harry und sprang hinter dem Schrank hervor. Ron eröffnete das Feuer und schoss eine Reihe von Zaubern ab, während Harry durch den Raum lief und ebenfalls Zauber an Zauber reihte. Als Rowle hinter seiner Deckung hervorkam, nutzte Harry die Gunst der Stunde: „Deprimo!“ Der Boden unter Rowle brach ein und der Todesser stürzte ab. „Gib auf, Malfoy!“, rief Harry.

„Die Todesser folgen nun mir. Du hast mir alles genommen, Potter. Alles!“ Lucius Malfoy brüllte, „Bombarda!“ Der Schrank, hinter dem Ron sich versteckte, explodierte. Ron wurde an die Wand geschleudert und blieb reglos vor ihr liegen. „Ich führe dir immer wieder vor Augen, wie es ist, seine Familie zu verlieren. Jede dieser Muggelfamilien stirbt deinetwegen.“ – „Aber Ihre Familie lebt. Draco, Ihre Frau Narzissa“, bemerkte Harry. „Die andere Familie! Die, für die mein Herz schlug.“

Narzissa stürmte herein, doch Harry entwaffnete sie sofort. „Lucius, was tust du?“, schrie sie. „Sei still, Weib. Sei still.“ Er feuerte einen Schockzauber in ihre Richtung, doch Harry konnte sie in letzter Sekunde wegstoßen. „Ich werde dir alles nehmen, Potter.“ Harry feuerte eine Reihe von Zaubern. „Alles“, sprach Malfoy nun ruhig und bestimmt. Lucius Malfoy blickte zu Ron, der noch immer regungslos vor der Wand lag. Blut strömte über sein Gesicht. Als Harry hinter seiner Deckung hervorkam, um einen weiteren Zauber zu wirken, sah er Malfoys bösartig-zynisches Grinsen, ehe er disapparierte.

Fortsetzung folgt...